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„Generalmobilmachung“ in Russland? Ukraine sieht Anzeichen – Kreml schweigt

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Von: Richard Strobl, Marcus Giebel, Patrick Mayer, Bedrettin Bölükbasi

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Der Ukraine-Krieg konzentriert sich auf den Osten des Landes. Aber auch in der umkämpften Hafenstadt Mariupol spitzt sich die Lage offenbar zu. Die News im Militär-Ticker.

Update vom 3. Mai, 10.15 Uhr: In der Ukraine gibt es Sorge vor einer deutlichen Ausweitung des Ukraine-Kriegs und der russischen Angriffe in den kommenden Wochen. Mehrere ukrainische Medien griffen am Dienstag einen Bericht des US-Senders CNN zu Spekulationen auf, dass Russlands Präsident Wladimir Putin bereits in wenigen Tagen in Russland den Kriegszustand verhängen und eine Generalmobilmachung anordnen könnte.

Auch der Chef der ukrainischen Militäraufklärung, Kyrylo Budanow, sprach von russischen Vorbereitungen auf eine offene Mobilisierung von Soldaten und Reservisten. Belege dafür gibt es nicht. Bislang spricht Russland offiziell nur von einer „Spezial-Operation“ in der Ukraine.

Der Kreml reagierte auf die Gerüchte nicht. In den ersten Wochen nach dem Angriff auf das Nachbarland am 24. Februar hatte Moskau entsprechende Sorgen der eigenen Bevölkerung kommentiert und betont, dass eine Generalmobilmachung nicht geplant sei.

Die neuesten militärischen Entwicklungen im Ukraine-Krieg lesen Sie im aktuellen News-Ticker.

Ukraine-Krieg: In Bunkern gefangen? Kiew berichtet von 200 eingeschlossenen Zivilisten in Mariupol

Update vom 3. Mai, 6.16 Uhr: Auf dem weitläufigen Werksgelände des Stahlwerks Azovstal harren noch etwa 200 Zivilisten aus. Das berichtet laut dpa die ukrainische Seite. Im belagerten Azovstal in Mariupol befindet sich ein ukrainischer Stützpunkt.

Laut Bayerischem Rundfunk berichtet die ukrainische Seite auch, dass sich die Zivilisten teils in verschütteten Bunkern befinden. Kinder, Frauen und alte Menschen sind demnach in den Schutzräumen eingeschlossen.

Die Stadt kündigte für diesen Dienstag (3. Mai) einen weiteren Versuch an, Zivilisten zu evakuieren. Am Montag sei die Rettung wegen der Besatzer gescheitert. Am Wochenende hingegen waren über 120 Zivilisten aus dem Azovstal-Werksgelände herausgelangt. Die Angaben waren zunächst nicht unabhängig überprüfbar.

Ukraine-Krieg: Zivilisten in Mariupol stehen am 2. Mai 2022 für Wasser an.
Aufnahme vom 2. Mai: Zivilisten in Mariupol stehen für Wasser an. © Valery Melnikov/Imago

Ukraine-Krieg-News: Behörden von Odessa vermelden neuen russischen Angriff

Update vom 2. Mai, 22.50 Uhr: Bei einem neuen russischen Angriff auf die südukrainische Hafenstadt Odessa ist nach Angaben der Behörden ein Jugendlicher getötet worden. Ein Raketenangriff habe ein Haus zerstört, in dem sich fünf Menschen aufhielten, teilte die Stadtverwaltung am Montagabend mit. Ein 15-Jähriger sei getötet und eine Mädchen verletzt worden.

Odessa war in den vergangenen Wochen schon mehrmals von russischen Truppen angegriffen worden. Erst am Samstag wurde nach ukrainischen Angaben beim Beschuss des Flughafens die Landebahn durch Raketen zerstört.

Russland-Ukraine-Krieg: Stahlwerk in Mariupol offenbar wieder bombardiert

Update vom 2. Mai, 22.30 Uhr: Eine geplante Rettung von weiteren Zivilisten aus dem belagerten Werk Azovstal in der südostukrainischen Hafenstadt Mariupol ist offenbar gescheitert. „Heute haben uns die russischen Besatzer keine Möglichkeit gegeben, Leute aus Azovstal herauszuholen“, sagte der Gouverneur des Gebiets Donezk, Pawlo Kyrylenko, an diesem Montagabend im ukrainischen Fernsehen.

Zuvor hatte es Berichte über schwere Bombardierungen und den Beschuss des Werksgeländes aus Schiffskanonen und mit Artillerie gegeben. Bilder zeigten eine dicke schwarze Rauchwolke. Aus Mariupol seien Kyrylenko zufolge aber 56 Menschen in Richtung Regierungsgebiet gefahren. Den Donezker Separatisten zufolge sind zugleich mehr als 200 Menschen nach Besimenne in östlicher Richtung aus der Stadt herausgebracht worden. In der stark zerstörten Hafenstadt mit einst über 400.000 Menschen sollen noch mehr als 100.000 Menschen leben.

Am Wochenende waren über 120 Zivilisten aus dem belagerten Werksgelände herausgelangt. Etwa 200 sollen nach ukrainischen Angaben noch dort ausharren. Der Stadtrat kündigte für den Dienstag einen weiteren Evakuierungsversuch an. Mariupol war unmittelbar nach dem russischen Angriff Ende Februar von russischen Truppen eingeschlossen worden. Einzig das Gelände des Stahlwerks Azovstal steht noch in Teilen unter Kontrolle von ukrainischen Soldaten.

Russland-Ukraine-Krieg: Russischer Generalstabschef überlebt angeblichen Raketenangriff

Update vom 2. Mai, 22.15 Uhr: Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) berichtet, wäre der russische Generalstabschef Walerij Gerassimow beinahe an der Front getötet worden.

Laut ukrainischer Quellen besuchte Gerassimow die Schule Nummer 12 in Isjum, die russischen Truppen hatten die Kleinstadt (etwa 46.000 Einwohner) im Nordosten der Ukraine Anfang April eingenommen. Wie ein Video dokumentieren soll, schlugen daraufhin etwa drei Dutzend Raketen im Umfeld der Schule ein. Ukrainischen Angaben zufolgen sollen bis zu zweihundert russische Soldaten bei dem Angriff getötet worden sein. Gerassimow habe jedoch den Angriff überlebt, heißt es in dem Bericht.

Update vom 2. Mai, 21.30 Uhr: Wie das ukrainische Medienprojekt The Kyiv Independent berichtet, drängen russische Truppen von Izyum in der Region Charkiw aus nach Süden in Richtung Oblast Donezk. Auch in der südlichen Oblast Cherson würde Russland versuchen, die gesamte Region zu erobern.

Russland-Ukraine-Krieg: Eisenbahnbrücke bei Odessa mit Raketen attackiert

Update vom 2. Mai, 20.30 Uhr: Ukrainischen Angaben zufolge wurde am Montagmorgen die Brücke über die Dnister-Mündung bei Odessa zum dritten Mal mit Raketen angegriffen. Bereits vergangene Woche hatten die russischen Invasionstruppen die Eisenbahn- und Straßenbrücke angegriffen, die mittlerweile beschädigt sein soll.

Update vom 2. Mai, 18.45 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium vermeldet den Abschuss eines ukrainischen Kampfjets vom Typ MiG-29.

Wie das Ministerium mitteilte, sei das Flugzeug in der Nähe der ostukrainischen Stadt Slowjansk abgeschossen worden. Auch zehn ukrainische Drohnen sollen demnach zerstört worden sein. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

Russland-Ukraine-Krieg: Angeblich wurden mehrere Dörfer um Charkiw zurückerobert

Update vom 2. Mai, 18.30 Uhr: Seit dem Überfall Russlands sind in den Kämpfen mehr als 3000 ukrainische Soldaten gefallen. Das erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj. Die russischen Verluste sollen jedoch wesentlich höher ausfallen.

Wie das britische Verteidigungsministerium an diesem Montag mitteilte, sind nach Einschätzungen aus London mehr als ein Viertel der russischen Soldaten in der Ukraine kampfunfähig. Dazu zählten Tod oder Verwundung.

Russland-Ukraine-Krieg: Angeblich wurden mehrere Dörfer um Charkiw zurückerobert

Update vom 2. Mai, 17.50 Uhr: Die Ukraine hat nach Angaben des eigenen Verteidigungsministeriums mehrere Dörfer in der Region um die Großstadt Charkiw von den russischen Invasionstruppen zurückerobert.

Laut der stellvertretenden ukrainischen Verteidigungsministerin Hanna Maliar ist unter anderem das Dorf Ruska Losowa darunter. Das Dorf liegt wenige Kilometer nördlich der Großstadt Charkiw mit ihren rund 1,4 Millionen Einwohnern.

Umkämpft: das ukrainische Dort Ruska Losowa nahe Charkiw.
Umkämpft: das ukrainische Dort Ruska Losowa nahe Charkiw. © IMAGO / ZUMA Wire

Russland-Ukraine-Krieg: Laut UN wurden mehr als 3000 Zivilisten getötet

Update vom 2. Mai, 17.20 Uhr: Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) sind in der Ukraine seit Beginn der russischen Invasion mehr als 3000 Zivilisten getötet worden.

Die Zahl sei seit Freitag um 254 auf nunmehr 3153 gestiegen, teilt das Büro der Hohen Kommissarin für Menschenrechte mit. Nach Einschätzung der UN liege die tatsächliche Zahl getöteter Zivilisten aber wohl noch höher.

Russland-Ukraine-Krieg: Vermehrt Brände und Explosionen in militärischen Anlagen

Update vom 2. Mai, 16.20 Uhr: Im Hintergrund des russischen Angriffes auf die Ukraine kommt es derzeit auch in Russland verstärkt zu Bränden und Explosionen in militärischen Anlagen, Waffenlagern und Treibstoffdepots. Unter anderem sind Treibstoffdepots und Munitionslager in Brjansk und Belgorod betroffen. Erst am Sonntag (1. Mai) kam es erneut zu einem Brand in einem Munitionslager in Brjansk.

Russland wirft der Ukraine vor, gezielt russisches Territorium anzugreifen und droht, „Entscheidungszentren” in Kiew ins Visier zu nehmen, falls die Angriffe kein Ende nehmen. Die Ukraine hingegen sieht „Operationen unter falscher Flagge”. Aus Sicht von Kiew sabotiert Russland militärische Anlagen auf dem eigenen Gebiet, um einen Vorwand für erneute und harte Angriffe gegen die Ukraine zu schaffen.

Am 25. April etwa behauptete Russland, eine ukrainische Bayraktar TB2-Drohne habe Ziele in Russland angegriffen und sei auf dem Rückflug von der russischen Luftverteidigung abgeschossen worden. Nur drei Tage zuvor am 22. April schrieb der ukrainische Abgeordnete und Journalist Sergej Vysotsky auf Facebook, es gebe Informationen, dass Russland an einer neuen Provokation arbeite. Hierfür wolle man das Wrack einer zuvor abgeschossenen Drohne nach Brjansk transportieren und behaupten, sie sei auf dem Rückflug nach Angriffen in Russland abgeschossen worden - so kam es tatsächlich.

Darüber hinaus wurden Bilder veröffentlicht, die von Russland abgeschossene Bayraktar TB2-Drohnen der Ukraine zeigen sollen. Ausgehend von den identischen Schäden an angeblich verschiedenen Drohnen schrieb der militärische Twitter-Blog „Ukraine Weapons Tracker“, bei den von russischen Quellen veröffentlichten Bildern handle es sich um die gleiche Drohne, die nur an verschiedenen Orten wieder fotografiert werde. Bei einem der Fotos ist zu sehen, wie der Schwanz der Drohne gezielt mit Ziegelsteinen stabilisiert wurde, was auf den von Vysotsky behaupteten Transport deuten dürfte. Auch die Schäden an den nicht explodierten MAM-L-Raketen unterhalb der Drohnen sind identisch mit älteren Bildern.

Ukraine-Krieg: Warnung vor neuer humanitärer Katastrophe - Rubischne unter schwerem Beschuss

Update vom 2. Mai, 15.55 Uhr: Ukrainischen Angaben zufolge unterliegt die Stadt Rubischne im Oblast Luhansk schweren russischen Angriffen. Russische Truppen würden das Hauptquartier für humanitäre Angelegenheiten ins Visier nehmen, informierte der Vorsitzende des Militärrats von Luhansk, Serhiy Hadai, laut der ukrainischen Staatsagentur Ukrinform. Die Evakuierung aus der Stadt sei erneut gescheitert. Sie befinde sich nun „am Rande einer humanitären Katastrophe“, warnte Hadai.

Ukraine-Krieg: Briten sehen hohe Verluste bei Putins Elite-Einheiten - „mehr als ein Viertel“

Update vom 2. Mai, 12.20 Uhr: Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums sind mehr als ein Viertel der an der Ukraine-Invasion beteiligten russischen Bataillonsgruppen nun höchstwahrscheinlich „ineffektiv“. Dabei mussten Elite-Einheiten der russischen Streitkräfte die schwersten Verluste einstecken, informierte das Verteidigungsministerium in London in einem neuen Situationsbericht. „Manche der elitärsten Einheiten Russlands, wie etwa der VDV Luftlandgefechtsverband, erlitten das höchste Level an Verlusten“, hieß es in der Mitteilung. Es werde möglicherweise Jahre dauern, bis Russland diese Truppen wieder aufstellen könne.

Ukraine-Krieg: Explosion in Cherson - offenbar Flughafen unter russischer Kontrolle getroffen

Update vom 2. Mai, 12.15 Uhr: In der Nähe eines von russischen Truppen kontrollierten Flughafens im Cherson-Stadtteil Tschornobajiwka ereignete sich eine schwere Explosion, berichtete der US-Sender CNN unter Berufung auf ukrainische Quellen. Aufnahmen zur Explosion zeigen, wie dicker Rauch über dem Flughafen aufsteigt. Noch haben weder ukrainische noch russische Behörden den Vorfall kommentiert.

Ukraine-Krieg: Putins Truppen rücken gegen Slowjansk - Ukraine liefert neuen Lagebericht

Update vom 2. Mai, 10.20 Uhr: In einem neuen Bericht zur aktuellen Situation im Ukraine-Krieg teilte der ukrainische Generalstab mit, dass die russische Armee ihre Offensive im Osten der Ukraine in Richtung Slowjansk ausdehnt. Dabei handelt es sich um eine wichtige Stadt im östlichen Oblast Donezk, das derzeit teilweise von pro-russischen Separatisten besetzt ist. Russland strebt eine Eroberung des gesamten Gebiets an.

Der russische Angriff in Richtung Slowjansk beinhalte kräftigen Beschuss ukrainischer Verteidiger, informierte der ukrainische Generalstab. Somit wolle man ideale Bedingungen für weitere Angriffe schaffen, hieß es. Darüber hinaus würden russische Truppen mehrere Städte im Oblast Luhansk angreifen und versuchen, ihre Positionen um die Stadt Popasna zu stärken. Hierfür habe das russische Militär ein Bataillon von Mariupol in Richtung Popasna geschickt. Der Generalstab behauptete, insgesamt 10 Angriffe zurückgeschlagen und eine hohe Anzahl an russischer Ausrüstung zerstört zu haben.

Hierzu wurden ebenfalls neue Zahlen veröffentlicht. Demnach wurden seit Beginn der Invasion bislang etwa 23.800 russische Soldaten getötet. Außerdem habe man 1.048 Panzer, 2.519 gepanzerte Wagen, 459 Artilleriesysteme, 80 Luftverteidigungssysteme, 194 Flugzeuge, 155 Helikopter, 271 Drohnen sowie 84 Marschflugkörper zerstört. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren.

Mit den zunehmenden Verlusten der russischen Armee im Ukraine-Krieg nehmen auch die Plünderungen in den besetzten Gebieten zu.
Mit den zunehmenden Verlusten der russischen Armee im Ukraine-Krieg nehmen auch die Plünderungen in den besetzten Gebieten zu. © Alexei Alexandrov/dpa

Ukraine-Krieg: Kiews Generalstabschef teilt mit - russische Boote von TB2-Drohnen zerstört

Update vom 2. Mai, 9.25 Uhr: Die ukrainische Armee hat in den Morgenstunden im Schwarzen Meer zwei Patrouillenboote des russischen Militärs zerstört, berichtete die ukrainische Staatsagentur Ukrinform unter Berufung auf den Generalstabschef Walerij Saluschnyj. Die Boote hätten sich in der Nähe der Schlangeninsel befunden, teilte Saluschnyj auf Telegram mit und veröffentlichte das Video zu dem Vorfall. Demnach wurden die Boote von ukrainischen Bayraktar TB2-Drohnen aus türkischer Herstellung zerstört. „Heute wurden im Morgengrauen in der Nähe der Schlangeninsel zwei russische Boote des Typs ‚Raptor‘ zerstört. Die Bayraktar arbeitet“, schrieb der Generalstabschef in seiner Mitteilung.

Ukraine-Krieg: Selenskyj wundert sich über Ziele Russlands - „Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht“

Update vom 2. Mai, 7.17 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Sinn der seit zwei Monaten laufenden Invasion der russischen Armee in seinem Land hinterfragt. „Wie sie ihre Ziele auswählen, beweist einmal mehr, dass der Krieg gegen die Ukraine ein Vernichtungskrieg für die russische Armee ist“, sagte Selenskyj am Sonntagabend in seiner täglichen Videoansprache. Neben den Angriffen auf zivile Objekte und Wohngebiete würden inzwischen Getreidelager und landwirtschaftliche Betriebe vernichtet.

„Was könnte Russlands strategischer Erfolg in diesem Krieg sein? Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht“, sagte Selenskyj. Das zerstörte Leben der Menschen und verbranntes oder gestohlenes Eigentum brächten Russland nichts. „Es wird nur die Toxizität des russischen Staates und die Zahl derer in der Welt erhöhen, die daran arbeiten, Russland zu isolieren.“

Ukraine-Krieg: Russische Erfolge in Charkiw

Update vom 2. Mai, 6.56 Uhr: Am Sonntag wurden nach ukrainischen Angaben vier Zivilisten in der Stadt Lyman in der Region Donezk durch russischen Beschuss getötet. Ein weiterer Mensch wurde demnach in einem nahegelegenen Ort tödlich verletzt. Drei weitere Menschen wurden bei Angriffen auf Wohngebiete in und um die Stadt Charkiw getötet, wie Regionalgouverneur Oleg Synegubow auf Telegram mitteilte.

Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichteten, hatten sich die ukrainischen Truppen zuletzt aus Charkiw und Lyman zurückgezogen. Rund um Lyman machte die russische Armee demnach innerhalb von 24 Stunden große Geländegewinne und rückte mehrere Kilometer weit vor. Aus Charkiw zog sich die ukrainische Armee auf vorgelagerte Posten zurück, wie AFP-Reporter berichteten.

Ukraine-Krieg: Angeblicher russischer Spion im ukrainischen Generalstab enttarnt

Update vom 2. Mai, 6.21 Uhr: Die ukrainischen Sicherheitsbehörden haben nach eigener Darstellung einen Ring russischer Agenten ausgehoben. Einer der Spione habe sogar im ukrainischen Generalstab gearbeitet, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyjs Berater Olexij Arestowytsch in der Nacht zum Montag nach Angaben der Agentur Ukrinform. Über die genaue Zahl der Mitglieder des Spionage-Rings machte er keine Angaben.

Arestowytsch nannte jedoch eines ihrer angeblichen Ziele. „Diese Genossen sollten ein Passagierflugzeug über Russland oder Belarus abschießen und anschließend die Ukraine dafür verantwortlich machen“, sagte er. Für diese Aktion sollten demnach Flugabwehrraketen aus ukrainischen Beständen eingesetzt werden. Die Aussagen aus Kiew lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine-Krieg: Explosionen in russischer Stadt Belgorod

Update vom 2. Mai, 5.26 Uhr: Die südrussische Stadt Belgorod unweit der Grenze zur Ukraine ist in der Nacht von zwei schweren Explosionen erschüttert worden. Es gebe zunächst keine Berichte über Schäden oder Opfer, sagte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow nach Angaben der russischen Staatsagentur Tass.

Auf Twitter wurden Videoaufnahmen und Berichte über angebliche ukrainische Drohnen über Belgorod und den Einsatz der Flugabwehr verbreitet, deren Echtheit zunächst nicht unabhängig bestätigt werden konnte. Seit Tagen häufen sich Berichte über angebliche Angriffe des ukrainischen Militärs auf Ziele in Russland.

Ukraine-Krieg-News: Generalstabschef verletzt zurück in Russland

Update vom 1. Mai, 22.08 Uhr: Bei einem Angriff der ukrainischen Armee in der Stadt Isjum in der Region Charkiw ist offenbar auch der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow verwundet worden. Das berichtet neben ukrainischen Medien auch die englische Daily Mail – ihrerseits unter Berufung auf russische Quellen.

Demnach verletzte ein Splitter Gerassimow am rechten Bein. Der Splitter wurde bereits entfernt – Gerassimow soll sich keine Knochenbrüche zugezogen haben. Allerdings soll die Verletzung den Generalstabschef gezwungen haben, die Frontlinie zu verlassen und für weitere Behandlungen zurück nach Russland zu reisen. Die Daily Mail schreibt von der nächsten „peinlichen“ Niederlage Russlands.

Wladimir Putin hatte Gerassimow zuvor in die Ostukraine geschickt, damit dieser persönlich den Vormarsch der Truppen im Donbass beaufsichtige und leite.

Die Bild berichtet zudem, dass es sich bei dem ukrainischen Angriff um eine gezielte Attacke auf die russische Militär-Führung gehandelt haben soll.

Unabhängig prüfen ließen sich die Berichte bislang nicht. Eine offizielle Meldung von russischer oder ukrainischer Seite steht noch aus.

Update vom 1. Mai, 21.25 Uhr: Nach ukrainischen Schätzungen sind an diesem Sonntag mehrere Hundert der offenbar rund 1000 Zivilisten, die sich im Stahlwerk in Mariupol befinden, evakuiert worden. Bei ihnen handele es sich überwiegend und Frauen und Kinder.

Ukraine-News: Mariupol-Evakuierung auf Montag verschoben

Update vom 1. Mai, 19.00 Uhr: Die eigentlich für diesen Sonntag geplante Evakuierungsaktion, die Zivilisten aus Mariupol heraus und nach Saporischschja verhelfen sollten, wurde verschoben. Sie soll nun am Montagmorgen um 7 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit starten, wie der Stadtrat erklärte.

Update vom 1. Mai, 18.05 Uhr: Wie das russische Verteidigungsministerium erklärt, seien etwa 80 Menschen offenbar aus Mariuopol evakuiert und in das Dorf Besimenne zwischen der völlig zerstörten Stadt und der russischen Grenze gebracht worden. Wladimir Putin habe die Aktion initiiert. Gerettete, die ins von ukrainischen Truppen kontrollierte Gebiet wollten, seien Vertretern der UN und des Internationalen Roten Kreuzes übergeben worden. Diese Angaben ließen sich jedoch nicht unabhängig überprüfen.

Update vom 1. Mai, 17.23 Uhr: Im Westen Russlands ist unweit der Grenze zur Ukraine eine militärische Einrichtung in Brand geraten. Das Feuer sei im Gebiet Belgorod „auf dem Gebiet eines Objekts des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation“ ausgebrochen, schrieb Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow bei Telegram. Ein Anwohner sei verletzt worden. Informationen über Schäden lägen noch nicht vor. Um was für eine Art Militärobjekt es sich genau handeln soll, sagte Gladkow nicht. Auch die Brandursache war zunächst unklar.

Ukraine meldet: Mariupol-Evakuierung des Roten Kreuzes läuft

Update vom 1. Mai, 16.45 Uhr: Das Internationale Rote Kreuz arbeitet zusammen mit den UN und den beiden Kriegsparteien an einer großangelegten Evakuierung der Zivilisten aus Mariupol. Das gab die Organisation bekannt. Der Konvoi aus Bussen sei am Freitag gestartet und habe das Werk in der Stadt am Samstagfrüh nach 230 Kilometern Fahrt erreicht. Es könnten jedoch keine Einzelheiten der Operation bekanntgegeben werden, bevor die Zivilisten in Sicherheit seien.

Der Stadtrat erklärte, die Menschen sollten sich am Sonntag um 16 Uhr Lokalzeit an einem Shopping Center einfinden, um in den Süden der für ihr Atomkraftwerk bekannten Stadt Saporischschja gebracht zu werden. Via Telegram rief der Politiker die Menschen dazu auf, ihre Verwandten oder Bekannten in Mariupol über diese Fluchtmöglichkeit zu informieren. Seit der Einsatz läuft war von Russland bereits von evakuierten Zivilisten berichtet worden.

Derweil sprach der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj davon, dass eine „erste Gruppe von etwa 100 Menschen“ evakuiert worden sei. Bei Twitter schrieb er weiter: „Jetzt arbeiten wir zusammen mit den UN an der Evakuierung von weiteren Zivilisten aus der Anlage.“

Ukraine meldet Angriff auf russischen Armeestab - auch Generalstabschef wohl vor Ort

Update vom 1. Mai, 16.25 Uhr: Nach Angaben aus Kiew hat ein ukrainischer Angriff auf das Quartier des russischen Armeestabs in der Stadt Isjum mehrere Menschenleben gekostet. Auch ranghohe Offiziere sollen dabei gestorben sein, wie ein Berater des ukrainischen Innenministers, Anton Heraschtschenko, auf Telegram verkündete.

In der 50.000-Einwohner-Stadt im Osten der Ukraine soll sich der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow aufhalten, um die Offensive im Donbass zu befehligen. Nach ukrainischen Angaben fand der Angriff bereits am Samstag statt. Von Russland gab es dazu keine Bestätigung.

Erstmeldung vom 1. Mai:

München - Es ist noch nicht lange her, da verkündete Moskau, das weitestgehend in Schutt und Asche liegende Mariupol komplett unter seine Kontrolle gebracht haben. Es war nach mehr als zwei Monaten Ukraine-Krieg die erste Stadt, die offiziell von den von Wladimir Putin entsandten Truppen eingenommen wurde. Lediglich im Stahlwerk Azovstal sollen sich noch ukrainische Kämpfer und auch Zivilisten aufhalten, dort Schutz gesucht haben vor den Angreifern.

Nun meldet Russland, rund um das von den Invasoren umlagerte Gelände seien 46 Zivilisten evakuiert worden. Noch am Samstag war in russischen Agenturen von 25 Menschen berichtet worden, denen die Flucht aus dem Werk gelungen sei. Mit Einbruch der Dunkelheit seien 21 weitere Personen aus angrenzenden Häusern entkommen, wie das Verteidigungsministerium der Agentur Interfax mitteilte.

Ukraine-Krieg: Kämpfer und Zivilisten harren in Stahlwerk in Mariupol aus

Derweil sprach das ukrainische Asow-Regiment, dessen Kämpfer in dem Stahlwerk ausharren, zuletzt von 20 evakuierten Frauen und Kindern. Während laut der Ukraine rund 1000 Zivilisten in den Bunkeranlagen Zuflucht gefunden haben sollen, verweist Russland vor allem auf rund 2500 ukrainische Militärs und ausländische Söldner, die sich gemeinsam mit Zivilisten verschanzt hätten.

Zwar hatten sich Moskau und Kiew auf einen humanitären Korridor aus dem Stahlwerk geeinigt, um den Zivilisten eine Flucht zu ermöglichen. Größere Rettungsaktionen waren bislang aber nicht zu verzeichnen. Die Menschen sollen längst unter katastrophalen Bedingungen leben. (mg)

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