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AKW unter Beschuss: Russland und Ukraine schieben sich gegenseitig Schuld zu

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Im Ukraine-Krieg sammeln sich russische Truppen und Ausrüstung wohl in der Südukraine. Kiew zufolge liefert der Iran Drohnen an Russland. Der News-Ticker.

Update vom 7. August, 22.20 Uhr: Ein mit Mais beladener Frachter aus der Ukraine kommt einfach nicht im Libanon an. Stattdessen ändert das Schiff seine Route. Die Fragezeichen sind groß.

Update vom 7. August, 13.38 Uhr: Saporischschja, das größte AKW Europas, bereitet weiter Sorge. Wieder haben Moskau und Kiew sich gegenseitig beschulidgt, die Anlage zu beschießen. Die Besatzungsverwaltung der Stadt Enerhodar spricht von einer ukrainischen Rakete, meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax. Die ukrainische Atombehörde Enerhoatom hingegen beschuldigte die Russen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte zuvor einmal mehr darauf gedrängt, Zugang der Anlage zu erhalten, welche die Russen besetzt haben. Der jüngste Angriff unterstreiche „die sehr reale Gefahr einer nuklearen Katastrophe, die die öffentliche Gesundheit und die Umwelt in der Ukraine und darüber hinaus bedrohen könnte“, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi am 6. August.

Russische Soldaten messen Strahlungswerte vor dem Atomkraftwerk in Saporischschja. (Archivbild)
Russische Soldaten messen Strahlungswerte vor dem Atomkraftwerk in Saporischschja. (Archivbild) © SNA/imago-images

„Starke Ergebnisse“ im Ukraine-Krieg: Selenskyj spricht von tausenden befreiten Orten

Update vom 7. August, 9.06 Uhr: Die Ukraine hat inzwischen mindestens 1060 der 3649 russisch besetzten Orte befreit. Das teilte laut focus.de Wolodymyr Selenskyj auf Telegram mit. Die meisten Orte müssten jedoch entmint und wiederaufgebaut werden. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.

Der ukrainische Präsident lobte seine Streitkräfte für erfolgreiche Gegenangriffe und „starke Ergebnisse“ bei der Zerstörung russischer Kriegslogistik - und hob dabei die Rolle westlicher Waffen hervor. Selenskyj dankte westlichen Partnern für bisherige Waffenlieferungen, und verwies dabei insbesondere auf die USA: „Jeder Angriff auf die Munitionsdepots des Feindes, auf seine Kommandoposten und auf Ansammlungen russischer Technik rettet unser aller Leben, das Leben der ukrainischen Soldaten und Zivilisten“, sagte er.

Die ukrainische Armee gerät im östlichen Gebiet Donezk zunehmend unter Druck - hat vorerst aber eigenen Angaben zufolge alle Vorstöße der Russen abgewehrt.

Ukraine-Krieg: Ein Dnipro-1-Soldat hält nahe Slowjansk in der Region Donezk Wache vor seinem Zelt.
Aufnahme vom 5. August: Ein Dnipro-1-Soldat in der Region Donezk hält Wache. © David Goldman/dpa

Ukraine-News: Druck in der Region Donezk steigt

Update vom 6. August, 22.10 Uhr: Der ukrainische Generalstab meldet, dass die Streitkräfte in bei der Verteidigung der Region Donezk weiter unter Druck geraten. Jedoch seien auch Erfolge erzielt worden. Am Samstag konnten eigenen Angaben zufolge vorerst alle Vorstöße der Russen abgewehrt werden. Es seien russische Offensiven in Richtung der Städte Slowjansk, Bachmut und Awdijiwka zurückgeschlagen worden, teilte der ukrainische Generalstab in seinem Abendbericht mit. Insbesondere um Bachmut toben seit Tagen heftige Kämpfe. Die prorussischen Rebellen hatten am Vortag vermeldet, es gebe Gefechte bereits innerhalb des Stadtgebiets. Unabhängig können die Angaben beider Seiten nicht überprüft werden.

Die Kleinstadt gilt als ein Eckpfeiler des Verteidigungssystems rund um den letzten von Ukrainern gehaltenen Ballungsraum im Donbass. Sollten Bachmut und andere Kleinstädte fallen, wäre der Weg für die russischen Truppen weitgehend frei in Richtung Slowjansk und Kramatorsk.

Russland meldet über 400 tote ukrainische Soldaten nach Artillerieschlägen

Update vom 6. August, 15.30 Uhr: Das russische Militär hat nach eigenen Angaben mit Luft- und Artillerieschlägen fast 600 ukrainische Soldaten getötet. „Nahe der Ortschaft Bilohirka im Gebiet Cherson wurden durch Luftschläge und Artilleriefeuer der zeitweise Standort der 46. ukrainischen Luftsturmbrigade getroffen“, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Mehr als 400 „Nationalisten“ seien getötet worden.

Daneben seien durch Raketenangriffe an der Front in Cherson mehr als 70 weitere Soldaten getötet und 150 verletzt worden. Bei Raketenangriffen im Gebiet Dnipropetrowsk seien mehr als 80 „ausländische Söldner“ gestorben. Konaschenkow berichtete zudem über die Vernichtung mehrerer Artilleriesysteme der Ukraine. So sei eine Batterie von „Olcha“- und Himars-Raketenwerfern zerstört worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig bestätigen.

Ukraine-Krieg: Pro-russischer Verwalter im Süden der Ukraine offenbar vergiftet - Partisanen-Aktion?

Update vom 6. August, 13.25 Uhr: Der Chef der von Russland eingesetzten Militärverwaltung im besetzten südukrainischen Gebiet Cherson, Wolodymyr Saldo, liegt mit Vergiftungserscheinungen im künstlichen Koma auf einer Intensivstation in Moskau. „Heute wurde er im künstlichen Koma mit einem Spezialflugzeug von der Krim nach Moskau geflogen“, berichtete der russische Telegram-Kanal Baza. Sein Zustand gilt als kritisch, eine Vergiftung wird als mögliche Ursache genannt.

Saldo liegt im Moskauer Sklifosowski-Institut für Notfallmedizin - eine Spezialklinik, die sich auch auf Vergiftungen spezialisiert hat. Er wurde zunächst mit dem Verdacht auf Herzinfarkt und Schlaganfall in ein Krankenhaus eingeliefert, der Verdacht bestätigte sich aber nicht. Stattdessen äußerten die Ärzte den Verdacht, dass er vergiftet worden sei. Der Gesundheitszustand verschlechterte sich mit der Zeit rapide, sodass er ins Koma versetzt wurde. Saldo gilt als eins der Hauptziele ukrainischer Partisanenaktivitäten.

Ukraine-Krieg: Ukrainische Verteidigungslinien im Donbass zunehmend unter Druck

Update vom 6. August, 9.45 Uhr: Die russischen Truppen attackieren nach Angaben aus Kiew mit aller Härte Bachmut, einen Eckpfeiler des Verteidigungssystems rund um den letzten von Ukrainern gehaltenen Ballungsraum im Donbass. „Der Feind führt einen Angriff auf Bachmut durch, die Kämpfe halten an“, teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht mit.

Die prorussischen Rebellen hatten am Vortag vermeldet, es gebe Gefechte bereits innerhalb des Stadtgebiets. Unabhängig können die Angaben beider Seiten nicht überprüft werden. Die ukrainische Festungslinie Siwersk - Soledar - Bachmut gerät nun an mehreren Stellen ins Wanken. Russische Truppen stehen auch vor Siwersk und Soledar. Die schwersten Gefechte laufen aber derzeit um den Verkehrsknotenpunkt Bachmut, den die Russen mit Artillerie und Panzern beschießen. Auch direkt vor der ehemaligen Gebietshauptstadt Donezk, seit 2014 in der Hand prorussischer Separatisten, dauern die Gefechte an. Im Raum der Kleinstadt Awdijiwka, nördlich von Donezk, habe es mehrere Angriffsversuche gegeben, die seien abgewehrt worden, meldete der Generalstab.

Im Süden des Landes hingegen geht die Initiative hingegen auf die Ukrainer über. Dort konzentrierten sich die russischen Truppen darauf, ihre Positionen in den besetzten Gebieten zu verteidigen, heißt es im Lagebericht. Die Kommandostelle „Süd“ des ukrainischen Militärs hatte zuvor bereits berichtet, mindestens sechs russische Waffen- und Munitionsdepots sowie zwei Kommandopunkte im Gebiet Cherson vernichtet zu haben. Auch für diese Angaben gibt es keine unabhängige Bestätigung. 

Ukraine-Krieg: Putin schmiedet offenbar neue Pläne für den Süden

Erstmeldung vom 6. August: München - Im Ukraine-Krieg läuft im Süden des Landes eine Gegenoffensive ukrainischer Streitkräfte. Kiew zielt darauf ab, die bereits zu Beginn der Invasion verlorene Region Cherson von den Truppen des russischen Machthabers Wladimir Putin zurückzuerobern. Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums könnte nun auch Russland neue Pläne für den Süden haben.

Russland schickt Truppen in den Süden - Ukraine greift strategische Ziele in der Region an

Russische Truppen würden sich „fast sicher“ im Süden versammeln, hieß es im aktuellen Geheimdienst-Update der Briten auf Twitter. Grund sei entweder die ukrainische Gegenoffensive oder die Absicht der Russen, einen neuen Angriff in der Region zu starten. Dabei gehe es sich um lange Konvois aus Panzern, Artillerie und weiteren Waffen, die Moskau in den Südwesten schicke. Darüber hinaus werde Russland höchstwahrscheinlich Bataillon-Kampfgruppen unter anderem aus der Krim in die Region Cherson entsenden.

Indes würden sich ukrainische Truppen auf den Beschuss von Brücken, Munitionsdepots und Schienen fokussieren - offenbar um die russische Logistik beziehungsweise Versorgung erheblich zu stören. Laut dem britischen Verteidigungsministerium nimmt Kiew auch die strategische Schienenverbindung zwischen der Krim und Cherson ins Visier. Das Ministerium in London meldete zudem eine „neue Phase“ im Krieg: Die schwersten Gefechte würden nun allmählich in einer 350 Kilometer langen Frontlinie von nahe Saporischschja bis Cherson stattfinden.

Iranische Drohnen für russische Truppen - Kiew meldet 46 Drohnen in den Händen Putins

Offenbar hat der Iran im Hintergrund des Ukraine-Krieges Russland bereits mit Drohnen versorgt. Dies teilte die US-Denkfabrik „Institute for the Study of War“ (ISW) unter Berufung auf den Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Oleksiy Arestovich, mit. Dem ukrainischen Diplomaten zufolge lieferte Teheran bereits 46 Drohnen. Nach Einschätzung der ISW-Denkfabrik handelt es sich dabei zumindest teilweise um „Shahed 129“-Drohnen. Diese könne Russland für Angriffe auf amerikanische Himars-Mehrfachraketenwerfer nutzen, so die Denkfabrik. Ob der Iran mehr Drohnen als nur 46 geliefert habe, bleibe unklar. Bislang setzte die Ukraine auf Drohnen. Besonders die türkische Bayraktar TB2 wurde mit großer Wirkung eingesetzt. (bb)

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