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Kreml denkt plötzlich an Selenskyj-Putin-Gipfel - übergibt aber auch eine neue Forderungs-Liste

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Von: Florian Naumann

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2019, gut zwei Jahre vor dem Ukraine-Krieg trafen sich Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin in Paris.
2019, gut zwei Jahre vor dem Ukraine-Krieg trafen sich Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin in Paris. © Ian Langsdon/doa

Werden Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin persönlich über eine Lösung im Ukraine-Krieg verhandeln? Der Kreml schließt das nicht aus - doch der Weg ist wohl noch weit.

Russe/Moskau - Kann es noch eine Verhandlungslösung im Ukraine-Krieg geben? Ein erstes Treffen auf Ministerebene brachte am Donnerstag keinen Durchbruch. Doch der Kreml überrascht tags darauf mit grundsätzlicher Bereitschaft für einen direkten Gipfel mit den Staatschefs Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj. Auch ein möglicher Gastgeber bietet sich bereits an.

Ukraine-Krieg: Kreml schließt Treffen von Putin und Selenskyj nicht aus - stellt aber Forderungen

Kreml-Sprecher Dimitri Peskow schloss am Freitag ein Treffen Putins und Selenskyjs zum Ukraine-Konflikt* nicht aus. Er stellte allerdings Bedingungen. Zuvor müssten „sowohl Delegationen als auch Minister ihren Teil dazu leisten, dass sich die Präsidenten nicht um des Prozesses, nicht um des Gesprächs, sondern um des Ergebnis willens treffen“. Moskau wird also zunächst weitere Gespräch auf unterer Ebene sehen wollen - und wohl auch Zugeständnisse.

Pikanterweise zweifelten Experten nach dem Treffen der Außenminister Sergej Lawrow und Dmytro Kuleba gerade am ernsthaften Gesprächswillen Moskaus. Der Termin sei für Russland eine Veranstaltung gewesen, „um sich interessant zu machen“ und die „alten Tiraden wieder an die Öffentlichkeit zu bringen“, sagte Ex-Nato-General Egon Ramms dem Sender Phoenix. Die Verhandlungen seien zumindest zum Teil „Fake“ urteilte er. Lawrow hatte beim Treffen in der Türkei bereits bekannte und höchst umstrittene Vorwürfe an die Ukraine und den Westen vorgebracht.

Laut Peskow hat Russland auch weitere konkrete Forderungen für einen Frieden an die Ukraine übergeben. Konkret gehe es um das Vorrücken von Nato-Infrastruktur an Russlands westlichen Grenzen und um die Handlungen der Ukraine im Donbass, sagte er laut der Agentur Interfax: „Soweit uns bekannt ist, diskutieren die Ukrainer diese Forderungen mit ihren Beratern, in erster Linie aus den USA und aus EU-Ländern.“ Putin ging indes am Freitag in die Offensive - und kündigte Truppenverlegungen gen Nato-Grenzen an. Die Angriffe Russlands im Ukraine-Krieg dauerten an.

Putin und Selenskyj: Gipfel möglich? Bulgarien bietet sich als Gastgeber an

Bulgarien bot sich unterdessen als Gastgeber für die möglichen Verhandlungen an. Bulgarien könne aus guten Gründen beanspruchen, zum Ort eines solchen Treffens zu werden, sagte der Ende 2021 im Amt bestätigte bulgarische Staatschef Rumen Radew* am Freitag im rumänisch-bulgarischen Grenzort Russe. Details nannte er allerdings nicht. Bulgarien galt zu Ostblockzeiten als treuester Verbündeter Moskaus, auch Radew gilt als kremlfreundlich. Sein Land ist seit 2004 auch Mitglied der Nato.

„Wir sehen, dass man auf beiden Seiten immer mehr einsieht, dass der Krieg keine Lösung ist“, sagte Radew. Russland könne den Krieg gewinnen, nicht aber den Frieden. (fn/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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