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Ukraine-Konflikt: Welche Länder sind im Besitz von Atomwaffen?

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Von: Daniel Großert

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In Europa wächst wegen des Ukraine-Konflikts die Sorge vor einer weiteren Ausweitung des Kriegs - und vor Atomwaffen. Welche Länder sind in Besitz solcher Mittel?

Hamm - Krieg in Europa: Was für die meisten von uns jahrzehntelang unvorstellbar schien, ist seit einigen Tagen Wirklichkeit. Der Ukraine-Konflikt hat durch den Einmarsch Russlands eine neue Eskalationsstufe erreicht. Bei vielen Menschen wächst die Sorge vor einem dritten Weltkrieg, bei dem auch Atomwaffen zum Einsatz kommen könnten. Aber welche Länder verfügen überhaupt darüber?

LandUkraine
HauptstadtKiew
PräsidentWolodymyr Selenskyj

Ukraine-Konflikt: Welche Länder verfügen über Atomwaffen?

Spätestens seit der russische Präsident Wladimir Putin bekannt gegeben hat, dass er die sogenannten „Abschreckungskräfte“ seines Landes in „besondere Kampfbereitschaft“ versetzt hat, herrscht erhöhte Alarmbereitschaft. Denn zu den Abschreckungskräften zählen auch Atomwaffen.

Russland ist die größte der fünf „offiziellen“ Atommächte, die es auf dem Globus gibt. 6375 nukleare Sprengköpfe umfasst das russische Arsenal nach Angaben der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN). Nimmt man die 5800 Sprengköpfe der USA dazu, sind das bereits mehr als 90 Prozent der weltweiten Atomwaffen.

Die weiteren drei „offiziellen“ Atommächte sind China (320 Sprengköpfe), Frankreich (290) und Großbritannien (215). Doch daneben gibt es vier weitere Länder, die über Atomwaffen verfügen, aber nicht Mitglied des Atomwaffensperrvertrags sind. Auch in Pakistan (160), Indien (150), Israel (90) und Nordkorea (30 bis 40) werden der ICAN zufolge nukleare Sprengköpfe gelagert. Zudem befänden sich rund 150 Atomwaffen aus den USA im Rahmen der „nuklearen Teilhabe“ der NATO auf europäischem Boden, konkret in Belgien, Deutschland, den Niederlanden, Italien und der Türkei.

Ukraine-Konflikt: 1800 Atomwaffen in Russland und USA direkt einsatzbereit

Doch nicht alle Atomwaffen sind laut ICAN sofort einsatzbereit. Das gilt demnach für 3720 nukleare Sprengköpfe, die ebenfalls zum Großteil den USA (1750) und Russland (1570) gehören. Rund 1800 Atomwaffen seien in ständiger Alarmbereitschaft und könnten ihr Ziel binnen weniger Minuten erreichen.

Etwa die Hälfte davon gehören zum Arsenal von Russland, wie die Augsburger Allgemeine unter Berufung auf das schwedische Friedensforschungsinstitut Sipri berichtet. Ein Teil der russischen Atomwaffen werde in Kaliningrad gelagert - also nur rund 600 Kilometer von Deutschland entfernt. Über ihre Verwendung kann Präsident Wladimir Putin, den ein SPD-Politiker aus NRW wegen Kriegsverbrechen angezeigt hat, allein entscheiden.

Dieses vom russischen Fernsehsender RU-RTR via AP zur Verfügung gestellte Standbild zeigt eine nuklear bestückbare Sarmat-Interkontinentalrakete.
Dieses vom russischen Fernsehsender RU-RTR via AP zur Verfügung gestellte Standbild zeigt eine nuklear bestückbare Sarmat-Interkontinentalrakete. © RU-RTR Russian Television/AP/dpa

Der Bestand von Atomwaffen ist aber in den vergangenen Jahren immer weiter abgebaut worden. Zur Zeit des Kalten Kriegs hatten die Sowjetunion (55.000) und die USA (70.000) etwa zehnmal so viele nukleare Sprengköpfe wie heute.

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