Küstensiedlung Varosha

Türkei verurteilt EU-Sanktionsdrohung im Zypern-Konflikt

Zypern-Konflikt
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Menschen spazieren am Strand in der verlassenen Küstensiedlung Varosha (Archivbild).

Vergangene Woche hatte Nordzypern angekündigt, Teile der verlassenen Küstensiedlung Varosha wieder zu besiedeln. Das würde UN-Vereinbarungen widersprechen. Die EU droht mit Sanktionen.

Istanbul - Die Türkei hat Sanktionsdrohungen der Europäischen Union gegen das Land wegen der jüngsten Eskalation im Zypern-Konflikt scharf verurteilt.

„Diese und andere realitätsferne Erklärungen, die das türkisch-zyprische Volk ignorieren und einzig die Sicht der griechischen Seite wiedergeben, haben für uns weder Wert noch Gültigkeit“, teilte das türkische Außenministerium am Dienstagabend mit. „Wir unterstützen uneingeschränkt alle Entscheidungen der Autoritäten der Türkischen Republik Nordzypern.“

Zypern seit 1974 gespalten

Die Insel ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention gespalten. Im Norden gibt es die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Die Republik Zypern, die seit 2004 EU-Mitglied ist, beherrscht nur den Süden der Insel.

Vergangene Woche hatte Nordzypern angekündigt, Teile der verlassenen Küstensiedlung Varosha entgegen UN-Vereinbarungen wieder zu besiedeln. Dieser Schritt war bereits vom UN-Sicherheitsrat verurteilt worden. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hatte Ankara dann am Dienstag im Namen der 27 Mitgliedstaaten Maßnahmen angedroht, sofern nicht alle Handlungen rückgängig gemacht würden, die im Widerspruch zur Resolution des UN-Sicherheitsrates stehen.

Zahlreiche Vermittlungsversuche

UN-Vertreter scheitern seit Jahrzehnten an Vermittlungen zur Überwindung der Teilung Zyperns. Ankara sieht keine Chance mehr auf eine Wiedervereinigung und fordert die Errichtung zweier unabhängiger Staaten. Das wiederum wollen weder die griechischen Zyprer noch die EU noch die Vereinten Nationen. dpa

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