USA und Türkei hatten Feuerpause vereinbart

Erdogan soll Waffenruhe in Syrien gebrochen haben - Luftangriff auf Kurden mit fünf Toten?

+
Trotz der vereinbarten Waffenruhe für Nordsyrien hat die türkische Luftwaffe laut Aktivisten dort am Freitag erneut Luftangriffe geflogen

Die Türkei und die USA haben sich auf eine Waffenruhe in Nordsyrien geeinigt. Wurde sie bereits gebrochen? Alle aktuellen Nachrichten im News-Ticker.

Update vom 18. Oktober, 17.03 Uhr: Alle Informationen zur aktuellen Lage in Syrien finden Sie in unserem neuen News-Ticker. Auch bei Anne Will wurde das Thema Erdogan und sein Offensive in Syrien thematisiert. 

Update vom 18. Oktober, 12.51 Uhr: Trotz der vereinbarten Waffenruhe für Nordsyrien hat die türkische Luftwaffe laut Aktivisten dort am Freitag erneut Luftangriffe geflogen. Bei dem Angriff auf das syrische Dorf Bab al-Cheir östlich der Grenzstadt Ras al-Ain seien mindestens fünf Zivilisten getötet worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Ein Kurdenvertreter warf der Türkei andauernde Verstöße gegen die Waffenruhe vor.

Linke fordert trotz Waffenruhe in Nordsyrien weiter umfassendes Rüstungsembargo

Update vom 18.Oktober, 11.30 Uhr: Auch nach der Vereinbarung einer Waffenruhe für Nordsyrien fordert die Linke wegen des türkischen Vorgehens in der Region weiter umfassende Strafmaßnahmen gegen Ankara. Bundesregierung und EU dürften sich jetzt nicht "zurücklehnen", sagte die Parteivorsitzende Katja Kipping am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Der "Krieg gegen die syrischen Kurden bleibt ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit".

Nötig sei unter anderem ein "sofortiges Waffenembargo gegen die Türkei", sagte Kipping. Außerdem müssten für das Land alle Hermes-Bürgschaften, mit denen die Regierung Geschäfte deutscher Unternehmen im Ausland absichert, ausgesetzt werden.

Daneben forderte Kipping auch Sanktionen gegen den türkischen Staatspräsidenten

Türkei und USA einigen sich auf Waffenruhe - Trump mit empörender Aussage

. Dieser sei "nicht nur ein Terrorpate, sondern als reichster Politiker der Türkei auch Multimillionär". Erdogans Familie kontrolliere weite Teile der türkischen Wirtschaft. "Ich fordere daher, dass sofort alle Konten des Erdogan-Clans in Europa eingefroren werden."

Ex-Außenminister Sigmar Gabriel äußerte sich aktuell in der Talkrunde bei Maybritt Illner zum Syrien-Konflikt. Für Deutschland hat er eine düstere Prognose

Syrien/ Türkei: Waffenruhe zwischen den USA und der Türkei in Nordsyrien

Update vom 18. Oktober, 10.33 Uhr: Am Donnerstag wurde eine Waffenruhe zwischen den USA und der Türkei in Nordsyrien vereinbart. Diese soll 120 Stunden andauern. Während dieser Zeit sollen sich YPG-Kämpfer aus der geplanten Sicherheitszone im Norden Syriens zurückziehen. Halten sich die kurdischen Kämpfer an diesen Teil des Abkommens, würde die USA nach eigenen Angaben den eigenen Einsatz in der Region beenden. 

Doch das diese Waffenruhe fragil ist, zeigte sich laut eines Berichts vontagesschau.de bereits am Morgen. Demnach berichten verschiedene Quellen von weiteren Kämpfen in der Grenzstadt Ras al-Ain. Dort endet laut Ansicht der YPG-Kämofer das Gebiet für das Abkommen. 

Derweil bekommt US-Präsident Trump für die Waffenruhe Kritik in seiner Heimat - sowie aus eigenen Reihen. Nancy Pelosi, Sprecherin der Demokraten im Repräsentantenhaus, kritisierte das Abkommen als „Schein-Waffenstillstand“, was die Glaubwürdigkeit der US-amerikanischen Außenpolitik untergraben würde. Wie tagesschau.de weiter berichet, werde der Waffenstillstand auch bei einigen Republikanern kritisch gesehen. Deutliche Worte findet so unter anderem der Republikaner und Senator Mitt Romney. Er frage sich, ob die USA diplomatisch „so schwach und unfähig“ seien, dass die Türkei den Vereinigten Staaten keine andere Wahl lassen würde. Der Waffenstillstand würde zudem nichts daran ändern, dass die USA einen Verbündeten fallen gelassen hätten. Und: Was die USA mit den Kurden gemacht hätten, werde „als Blutfleck in die amerikanische Geschichte eingehen“, zitiert tagesschau.de Romney weiter. 

Syrien: Türkei und USA einigen sich auf Waffenruhe - Trump mit empörender Aussage

Update vom 18. Oktober, 7.01 Uhr:

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben nach der Ankündigung einer Waffenruhe in Nordsyrien ein vollständiges Ende der türkischen Militäroffensive gefordert. In Schlussfolgerungen des EU-Gipfels in Brüssel heißt es, die Kampfpause werde "zur Kenntnis" genommen. Die Türkei müsse aber ihre Militäroffensive "beenden", ihre Truppen abziehen und humanitäres Völkerrecht respektieren. Derweil wurde in den USA Kritik an der zwischen Washington und Ankara getroffenen Vereinbarung laut.

Der Chef der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Maslum Abdi, kündigte an, die Waffenruhe einhalten zu wollen. "Wir sind bereit, uns an die Feuerpause zu halten." Die Zusage gelte für den Sektor zwischen den syrischen Städten Ras al-Ain und Tal Abjad an der türkischen Grenze. Über andere Gebiete sei nicht gesprochen worden, sagte Abdi.

Nach Waffenruhe in Syrien: Donald Trump empört mit Aussage

US-Präsident Donald Trump, der wegen seiner Syrien-Politik in den USA und international scharf kritisiert worden war, sprach von einem "großen Tag für die Zivilisation". Erdogan sei ein "Freund" und "unglaublicher Anführer". Die Kurden seien "unglaublich glücklich mit dieser Lösung", schließlich habe sie "ihr Leben" gerettet.

Allerdings sagte der US-Sondergesandte für Syrien, James Jeffrey, die Kurden seien mit der Vereinbarung alles andere als glücklich. Washington habe sie mit "Zuckerbrot und Peitsche" zu einer Zusage bringen müssen. "Es gibt keinen Zweifel daran, dass die YPG wünscht, sie könnte in diesen Gebieten bleiben".

Der demokratische US-Senator Tim Kaine kritisierte die Vereinbarung denn auch scharf. Trump helfe der Türkei, die Kurden aus ihrer Heimat in Nordsyrien zu vertreiben. Das sei angesichts der Leistungen der Kurden im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) "empörend".

Waffenruhe in Syrien - kurdischen Kämpfer wollen Feuerpause aktzeptieren - News vom 17. Oktober

Update vom 17. Oktober, 22.55 Uhr: Die kurdischen Kämpfer im Nordosten Syriens sind bereit, die zwischen den USA und der Türkei ausgehandelte Feuerpause zu akzeptieren. „Wir werden alles tun, damit die Waffenruhe ein Erfolg wird“, sagte der Kommandant der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Maslum Abdi, am Donnerstagabend dem kurdischen Fernsehsender Ronahi TV.

Waffenruhe in Syrien: Trump lobt Übereinkuft

Update vom 17. Oktober, 21.50 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die von den USA verkündete Einigung mit der Türkei auf eine Waffenruhe in Nordsyrien in höchsten Tönen gelobt. 

„Das ist ein großartiger Tag für die Zivilisation“, sagte Trump. „Das ist ein unglaublicher Ausgang.“ Es sei etwas „harte“ Liebe und ein unkonventionelles Vorgehen nötig gewesen, um eine solche Einigung hinzubekommen. „Das ist großartig für alle.“ Alle Beteiligten seien sehr glücklich mit der Lösung. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan habe das richtige getan. „Was er gemacht hat, war sehr schlau“, sagte Trump. „Ich habe viel Respekt für den Präsidenten.“

Die USA wollen ihre Sanktionen gegen die Türkei bei einer dauerhaften Waffenruhe in Nordsyrien wieder aufheben. Das sagte US-Vizepräsident Mike Pence am Donnerstag in Ankara und betonte, vorerst würden keine weiteren Strafmaßnahmen gegen die Türkei verhängt.

Vereinbarung zwischen Türkei und USA: Waffenruhe in Nordsyrien

Update vom 17. Oktob er, 19.55 Uhr: Die Türkei und die USA haben sich auf eine Waffenruhe in Nordsyrien geeinigt. Das sagte US-Vizepräsident Mike Pence am Donnerstag in Ankara.

Die Türkei hat mit den USA eine Vereinbarung zum Abzug der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) von der türkischen Grenze getroffen, um dort eine "Sicherheitszone" einzurichten. Dies teilte ein hoher türkischer Regierungsvertreter am Donnerstagabend mit. US-Vizepräsident Mike Pence teilte mit, die Türkei habe zugesagt, ihre Militäroffensive nach dem Abzug der syrischen Kurdenmiliz zu beenden.

Türkei/Syrien: Erdogan reagiert auf Trump-Brief - und wirft ihn weg

Update vom 17. Oktober, 14.14 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat einen ungewöhnlich undiplomatischen Brief seines US-Kollegen Donald Trump zur Offensive in Nordsyrien einem Medienbericht zufolge "in den Müll geworfen". Erdogan habe die Warnung Trumps vor einer Offensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) zurückgewiesen und den Brief weggeworfen, zitierte CNN Türk am Donnerstag ungenannte Diplomaten.

Syrien-Konflikt: Gespräche zu Waffenruhe in Syrien - Pompeo und Pence in Türkei

Update vom 17. Oktober, 13.45 Uhr: US-Vizepräsident Mike Pence und US-Außenminister Mike Pompeo sind am Donnerstag in der türkischen Hauptstadt Ankara eingetroffen, um sich für eine Waffenruhe in Nordsyrien einzusetzen. Sie wollen in Gesprächen mit Präsident Recep Tayyip Erdogan einen Stopp der türkischen Militäroffensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) erreichen. Es werden schwierige Gespräche erwartet, da Erdogan im Vorfeld bereits einen Abbruch des Armee-Einsatzes abgelehnt hat.

Pence landete am frühen Nachmittag in Ankara. Kurz zuvor war bereits Pompeo in einem separaten Flugzeug eingetroffen. Für 14.30 Uhr (13.30 Uhr MESZ) war ein Treffen mit Erdogan geplant. Der türkische Staatschef hatte am Mittwoch zunächst gesagt, er werde die beiden US-Regierungsvertreter nicht treffen, diese Aussage kurz darauf aber revidiert. Es war unklar, ob es anschließend eine Pressekonferenz geben würde.

"Unsere Mission ist es zu sehen, ob wir eine Waffenruhe erreichen können, ob wir verhandeln können", sagte Pompeo vor dem Abflug. Allerdings hat Erdogan am Mittwoch bereits einen Stopp der Offensive ausgeschlossen, bevor die YPG ihre Kämpfer nicht aus der geplanten "Sicherheitszone" an der türkischen Grenze abgezogen hat. Auch schloss er aus, sich mit der "Terrororganisation" an einen Tisch zu setzen.

Türkei-Offensive in Syrien: Kurden mit schweren Vorwürfen - wurden chemische Waffen eingesetzt?

Update vom 17. Oktober, 12.59 Uhr: Die kurdische Selbstverwaltung in Nordsyrien hat der Türkei bei ihrer Militäroffensive den Einsatz von verbotenen Waffen wie Napalm und Phosphor vorgeworfen. "Im offensichtlichen Verstoß gegen das Recht und die internationalen Verträge wird die türkische Aggression gegen (Ras al-Ain) mit allen Arten von Waffen geführt", erklärte die Verwaltung der kurdischen Autonomieregion am Donnerstag. So würden verbotene Waffen wie Napalm und Phosphor eingesetzt.

Die Kämpfe konzentrieren sich seit einigen Tagen auf die syrische Grenzstadt Ras al-Ain. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete am Donnerstag, dass die türkische Armee und verbündete syrische Milizen Teile der Stadt von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) erobert hätten. Die Vorwürfe über den Einsatz von Napalm und Phosphor konnte die oppositionsnahe Organisation nicht bestätigen. Sie teilte aber mit, dass Verletzte mit Verbrennungen in ein nahegelegenes Krankenhaus gekommen seien.

Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar wies die Vorwürfe umgehend zurück. "Es ist allgemein bekannt, dass die türkischen Streitkräfte keine chemischen Waffen in ihrem Inventar haben", sagte Akar nach einem Treffen mit dem US-Sicherheitsberater Robert O'Brien, der mit einer hochrangigen US-Delegation in Ankara war. Die YPG setze selbst Chemiewaffen ein, um anschließend die Türkei dafür die Schuld zu geben, sagte er.

Türkei-Offensive in Syrien: Bundestag attackiert Merkel und schießt scharf gegen Erdogan

Update vom 17. Oktober, 11.29 Uhr: Die Opposition im Bundestag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wegen der türkischen Offensive in Nordsyrien zu einem entschiedenerem Vorgehen gegen Ankara aufgerufen. FDP-Chef Christian Lindner sagte am Donnerstag im Bundestag, Merkel solle auf einem "Sondergipfel" der Nato die Lage mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und US-Präsident Donald Trump erörtern. "Da erwarten wir von Ihnen Führung", rief Lindner an die Adresse Merkels.

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch bezeichnete den türkischen Staatschef in der Debatte als "Diktator mit Großmachtphantasien", der sich nicht an Recht und Absprachen halte. Merkel traue sich nicht, die Offensive als völkerrechtswidrig zu brandmarken. Wegen der Flüchtlinge in der Türkei sei Deutschland aber erpressbar. Der "Angriffskrieg" gegen die Kurden werde auch mit deutschen Panzern geführt. Es müsse einen sofortigen Exportstopp geben.

Türkei: Nach Regierungserklärung zu Syrien-Konflikt: Merkel im Bundestag attackiert

Ähnlich argumentierte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter. Merkel solle mehr dazu beitragen, dass die EU außenpolitisch handlungsfähig werde. Die Bundeskanzlerin müsse sich trauen zu sagen, dass der jetzige Angriff völkerrechtswidrig sein.

AfD-Chef Alexander Gauland sagte in der Debatte, zwar könne Deutschland nicht damit drohen, Türken "zurückzuschicken". Aber es könne endlich ernst gemacht werden "mit dem Schutz unserer Grenzen". Die Nato-Mitgliedschaft der Türkei müsse eingefroren werden, der EU-Beitrittsstatus müsse aufgehoben werden.

Update vom 17. Oktober, 9.36 Uhr: Alexander Gauland attackiert Erdogan deutlich und nennt die Offensive der Türkei einen „völkerrechtswidrigen Angriff“. Und was mache die Bundesregierung? „Sie gibt Erdogan Geld dafür zu erldigen, was wir angeblich nicht können: Die Grenzen zu schließen“, sagt der AfD-Politiker. Der kurdisch-türkische Konflikt sei längst auf Deutschlands Straßen angekommen.

“Die NATO muss die Mitgliedschaft der Türkei mindestens einfrieren und die Beitrittsverhandlungen zur EU abbrachen“, appeliert Gauland an die Bundesregierung. „Und ich hoffe, dass sie sich dafür einsetzen, Frau Bundeskanzlerin.“

Merkel mit Regierungserklärung zu Syrien-Konflikt: Nicht „Verantwortung entziehen“

Update vom 17. Oktober, 9.21 Uhr: Angela Merkel hat eine Regierungserklärung abgegeben, in der das Thema Syrien auch einen großen Teil annahm. "Die türkischen Sicherheitsinteressen an der türkisch-syrischen Grenze sind nur durch diplomatische Lösungen zu erreichen", sagt die Bundeskanzlerin und appelliert so erneut an die Türkei, die Militäroffensive abzubrechen.

„Allein mit Blick auf die Terrororganisation IS führt die türkische Intervention zu großen Unsicherheiten. Die türkische Militäroperation erschüttert die krisengeschüttelte Region Syrien weiter“, warnt Merkel, die aber auch Lob für die Türkei übrig hat.

Das Abkommen zur Aufnahme von Flüchtlingen, das zwischen der EU und der Türkei besteht, will Merkel verteidigen. „Ich werde mich weiter für dieses Abkommen einsetzen“, verspricht die Kanzlerin. Daran ändert auch die türkische Offensive in Syrien nichts. „Wir dürfen uns trotz des türkischen Vorstoßes in Syrien unserer Verantwortung nicht entziehen, sondern sollten uns ihr weiterhin bewusst sein.“

"Ein Ende des EU-Türkei-Abkommen macht die Dinge kein Jota besser, sondern verschärft die Lage, auf dem Rücken der Schwächsten."

Türkei-Offensive in Syrien - Trump schreibt ungewöhnlichen Brief an Erdogan: „Seien Sie kein Narr“

Update 17. Oktober 2019, 8.30 Uhr: Mit einem ungewöhnlichen Schreiben in undiplomatischer Sprache hat US-Präsident Donald Trump den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan vor der Militäroffensive in Nordsyrien gewarnt. "Seien Sie kein Narr", schrieb Trump in dem jetzt bekannt gewordenen Brief vom 9. Oktober - jenem Tag, an dem die Türkei ihre Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG begann. Erdogan werde sonst als "Teufel" in die Geschichte eingehen.

Für seinen Truppenabzug wurde US-Präsident Trump in der Talkrunde „Maischberger“ von einem Kabarettisten beschimpft: Zuschauer sind empört: „Unglaublich, was im Fernsehen ...“.

Türkei/Syrien: Trump schreibt Brief an Erdogan 

Das Schreiben an seinen türkischen Amtskollegen beginnt der US-Präsident mit der für ihn typischen Forderung nach einem "guten Deal": "Sie wollen nicht für das Abschlachten von tausenden Menschen verantwortlich sein, und ich will nicht für die Zerstörung der türkischen Wirtschaft verantwortlich sein - und ich werde es tun.

Erdogan solle mit dem Chef der kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte, Maslum Abdi, verhandeln, schreibt der US-Präsident. Dann sei ein "großartiger Deal" möglich. "Die Geschichte wird wohlwollend auf Sie blicken, wenn Sie das auf eine richtige und humane Weise hinbekommen", schreibt Trump weiter. "Sie wird Sie für ewig als Teufel betrachten, wenn nicht gute Dinge passieren."

"Geben Sie nicht den harten Kerl. Seien Sie kein Narr!" mahnt der US-Präsident zum Ende des Briefes - und fügt abschließend hinzu: "Ich rufe Sie später an." Das Weiße Haus bestätigte am Mittwoch die Authentizität des Briefes.

Türkei-Offensive in Syrien: Die News vom 16. Oktober im Überblick

Update vom 16. Oktober, 22.02 Uhr: Das US-Repräsentantenhaus hat den von Präsident Donald Trump angeordneten Truppenabzug aus Nordsyrien mit großer Mehrheit verurteilt. 354 Abgeordnete stimmten für eine überparteiliche Resolution, nur 60 votierten dagegen. Mit der Resolution wird der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan außerdem zu einem sofortigen Abbruch der Offensive in Nordsyrien aufgefordert.

Türkei-Offensive in Syrien: Trump findet PKK schlimmer als IS

Update vom 16. Oktober, 20.50 Uhr: Donald Trump hält die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK für eine wahrscheinlich größere terroristische Bedrohung als die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). „Die PKK, die - wie Sie wissen - Teil der Kurden ist, ist vermutlich in vielerlei Hinsicht schlimmer beim Terror und eine größere terroristische Gefahr als der IS“, sagte der US-Präsident bei einer Pressekonferenz mit dem italienischen Präsidenten Sergio Mattarella im Weißen Haus. Selbst der IS „respektiere“ PKK-Kämpfer. „Wissen Sie, warum? Weil sie ebenso hart oder härter als der IS sind.“ Zugleich drohte Trump der Türkei schärfere Sanktionen an.

Türkei-Offensive in Syrien: Erdogan verspottet Trumps Twitter-Verhalten

Update vom 16. Oktober, 19.45 Uhr: Recep Tayyip Erdogan reagiert auf die Sanktionsandrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen die Türkei auf seine Weise. Laut eines Presseberichts erklärte der türkische Staatschef, die unzähligen Tweets des Republikaners künftig ignorieren zu wollen: „Wir haben bisher die Äußerungen von Trump auf Twitter gelesen, doch wir sind an den Punkt gelangt, da wir diese Tweets nicht mehr verfolgen können. Wir schaffen es nicht mehr zu folgen.“ Dabei bezog sich Erdogan nicht auf den Inhalt, sondern auf die Menge an Tweets.

Derweil postete Erdogans Kommunikationsdirektor Fahrettin Altun via Twitter eine Sequenz, in der der türkische Präsident vor Journalisten verkündet, US-Vizepräsident Mike Pence und -Außenminister Mike Pompeo während deren Besuch in Ankara am Donnerstag treffen zu wollen. Zuvor hatte es geheißen, Erdogan wolle lediglich Trump empfangen, während Pence und Pompeo mit ihren jeweiligen türkischen Pendants sprechen sollten. Dies habe sich laut Altun jedoch lediglich auf Mittwoch bezogen.

Türkei-Offensive in Syrien: Für Trump sind die Kurden „keine Engel“

Update vom 16. Oktober, 18.48 Uhr: Nach dem Einmarsch der Türkei in Nordsyrien sieht Präsident Donald Trump keine militärische Verantwortung der USA in dem Konflikt in der Region. „Zwei Staaten kämpfen um Land, das nichts mit uns zu tun hat“, sagte der Republikaner am Rande eines Treffens mit dem italienischen Präsidenten Sergio Mattarella im Weißen Haus. „Es ist nicht unsere Grenze, wir sollten darüber keine Leben verlieren.“ Trump fügte mit Blick auf die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad hinzu: „Syrien schützt die Kurden. Das ist gut.“ Der US-Präsident wünschte Syrien und dem Assad-Verbündeten Russland „viel Glück“ bei ihrer Zusammenarbeit.

Trump sagte weiter: „Die Kurden sind jetzt viel sicherer.“ Sie wüssten zudem, wie man kämpfe. „Und wie ich gesagt habe, sie sind keine Engel.“ Trump betonte, die USA versuchten, in dem Konflikt zu vermitteln. „Weil wir Kriege stoppen wollen, unabhängig davon, ob Amerikaner drin sind oder nicht.“ Mit Sanktionen und Zöllen könnten die USA dabei mehr erreichen als mit militärischer Macht.

Türkei-Offensive in Syrien: Ankara bittet bei Nato-Partnern um Verständnis für Vorgehen

Update vom 16. Oktober, 15.59 Uhr: Die Türkei hat bei den Nato-Partnern um Verständnis für die umstrittene Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien geworben. In einer Sitzung des Nordatlantikrates informierte das Land am Mittwoch über das Vorgehen und die Ziele der Intervention, wie in Bündniskreisen bestätigt wurde. Teilnehmer waren unter anderem Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und Botschafter aus den anderen 28 Bündnisstaaten.

Türkei-Offensive in Syrien: Türkischer Botschafter über Entscheidung der Bundesregierung

Update vom 16. Oktober, 15.53 Uhr: Der türkische Botschafter in Deutschland, Ali Kemal Aydin, hat den teilweisen Rüstungsexportstopp der Bundesregierung für die Türkei als „irrelevant“ bezeichnet. „Wir haben sowieso keine neuen Genehmigungen für Rüstungsgüter in letzter Zeit erhalten - mit einigen Ausnahmen“, sagte er am Mittwoch in einem Gespräch mit Journalisten in Berlin. Die Entscheidung der Bundesregierung werde keinerlei Auswirkungen auf die türkische Militäroperation gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien haben. „Sie schadet nur der Verlässlichkeit Deutschlands bei der Rüstungszusammenarbeit.“

Aydin konnte nicht sagen, ob bereits gelieferte Waffen aus Deutschland bei der Militäroperation eingesetzt werden. Er betonte, die Ausrüstung werde eingesetzt, die gebraucht werde - unabhängig vom Herkunftsland. „Warum sollen wir da Bedenken haben? Wir sind unter Beschuss“, sagte er. „Wir versuchen uns zu schützen gegen Anschläge und Angriffe. Und wir werden alle Möglichkeiten nutzen, um uns besser zu schützen.“

Aydin sagte, man sei „zutiefst enttäuscht von der Überreaktion und der heftigen Kritik“ der deutschen Seite. „Von unserem Partner und Nato-Verbündeten Deutschland hätten wir mehr Verständnis, mehr Rücksicht und mehr Unterstützung erwartet“, sagte er.

Erdogan schießt gegen Maas: Bartsch fordert Ausweisung des türkischen Botschafters

Update vom 16. Oktober, 15.33 Uhr: Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch hat die Bundesregierung zur Einbestellung des türkischen Botschafters aufgefordert: Damit müsse sie auf die beleidigenden Äußerungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan über Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) reagieren, erklärte Bartsch am Mittwoch in Berlin. "Sollte Erdogan die Beleidigungen nicht zurücknehmen, muss der türkische Botschafter ausgewiesen werden", forderte der Linken-Politiker.

"Heiko Maas hätte den türkischen Botschafter wegen der völkerrechtswidrigen Invasion der Türkei in Syrien längst einberufen müssen", erklärte Bartsch. "Die neuen Beleidigungen von Erdogan müssen sofort in einer Einbestellung des Botschafters münden, um deutsche Außenpolitik nicht endgültig sprachlos und handlungsunfähig zu machen." Bartsch forderte die Bundesregierung auf, "Rückgrat gegenüber Erdogan" zu zeigen - dies bedeute ein "lückenloses Waffenembargo und politischer Druck mit allen Mitteln der Diplomatie".

Türkei-Offensive in Syrien: Erdogan macht Rückzieher nach Eklat um US-Vizepräsident

Update vom 16. Oktober, 15.05 Uhr: Verwirrung in Ankara: Das türkische Präsidialamt hat mitgeteilt, dass Präsident Recep Tayyip Erdogan nun doch den US-Vizepräsidenten Mike Pence treffen werde. Erdogan plane doch, die US-Delegation zu treffen, schrieb sein Kommunikationsdirektor Fahrettin Altun auf Twitter. 

Das Treffen mit mit US-Vizepräsident Mike Pence und Außenminister Mike Pompeo wird am Donnerstag in Ankara stattfinden. Die USA hoffen, bei den Gesprächen einen Waffenstillstand zu erreichen zwischen der Türkei und den Kurdenmilizen, die die Türkei aus einem Grenzstreifen in Nordsyrien hinaustreiben will. Erdogan schloss dies bereits am Mittwoch aus. Es gebe Anführer, die vermitteln wollten, aber die Türkei setze sich nicht mit „Terroristen“ an einen Tisch, sagte er vor Mitgliedern seiner Regierungspartei AKP in Ankara.

Türkei-Syrien: Erdogan beleidigt Maas - SPD-Fraktionschef: „Schlimme Grenzüberschreitung“

Update vom 16. Oktober, 14.15 Uhr: SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hat die scharfe Kritik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan an Bundesaußenminister Heiko Maas als „vollkommen unakzeptabel“ zurückgewiesen. Es handele sich um „eine schlimme Grenzüberschreitung und persönliche Entgleisung“, sagte Mützenich am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Üble Beschimpfungen bis hin zu persönlichen Diffamierungen vergiften das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen unseren Ländern.“ 

Erdogan hatte Maas als Dilettant bezeichnet, der nichts von Politik verstehe und sich über die Androhung, Deutschland werde keine Waffen mehr an die Türkei verkaufen, lustig gemacht.

Türkei: Eklat um US-Vizepräsident Pence - Erdogan weigert sich ihn nach Syrien-Offensive zu treffen

Update vom 16. Oktober, 13.36 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat es abgelehnt, den US-Vizepräsidenten Mike Pence und US-Außenminister Mike Pompeo bei deren Besuch in Ankara am Donnerstag zu treffen. "Ich werde sie nicht treffen. Sie werden ihren jeweiligen Gegenpart treffen. Ich werde nur sprechen, wenn Trump kommt", sagte Erdogan am Mittwoch dem Fernsehsender Sky News nach einer Rede im Parlament.

Türkischer Präsident Erdogan spottet über Außenminister Maas: „Wenn du etwas von Politik verstehen würdest...“

Update vom 16. Oktober, 10.43 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Außenminister Heiko Maas nach der Einschränkung deutscher Rüstungsexporte in die Türkei persönlich angegriffen - und sich dabei mit Spott nicht zurückgehalten. Unter anderem sagte er: „Wenn du etwas von Politik verstehen würdest, würdest du nicht so sprechen.“

Gespräche zwischen Putin und Erdogan: Initiative von türkischer Seite

Update vom 16. Oktober, 9.44 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan sollen sich nach russischen Angaben in den kommenden Tagen zu Gesprächen über die türkische Offensive in Nordsyrien treffen. Darauf hätten sich die beiden Politiker in einem Telefonat verständigt, teilte Putins Büro am späten Dienstagabend mit. Putin habe Erdogan zu dem Treffen nach Moskau eingeladen. Dieser habe die Einladung angenommen.

Die Initiative für das Telefonat sei von der türkischen Seite ausgegangen, erklärte Putins Büro. Die beiden Staatschefs seien sich einig gewesen, dass Konfrontationen zwischen Einheiten der türkischen Armee und der syrischen Streitkräfte in Nordsyrien verhindert werden müssten. Putin habe zudem davor gewarnt, inhaftierte Dschihadisten könnten durch die türkische Offensive gegen die kurdische YPG-Miliz freikommen.

USA verhängen Sanktionen gegen Türkei nach Mililtär-Offensive in Syrien

Update vom 16. Oktober, 9.15 Uhr: Die USA reagierten mit ersten Sanktionen auf die Militär-Offensive der Türkei in Nord-Syrien. Doch wie wirksam sind die jetzt verhängten Maßnahmen und wie heftig kann es für Erdogan noch werden?

Erdogan weist Forderung nach Syrien-Einsatz zurück - „Werden niemals Waffenruhe erklären“

Update vom 16. Oktober, 8.33 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Forderungen der USA nach einer sofortigen Waffenruhe nach dem Einmarsch seiner Truppen in Nordsyrien kategorisch abgelehnt. „Wir werden niemals eine Waffenruhe erklären“, sagte er am Dienstag nach einem Bericht von CNN-Türk im Gespräch mit Journalisten auf dem Rückflug von einem Besuch in Aserbaidschan. Die türkischen Truppen müssten erst ihr Ziel erreichen, und das sei die Einrichtung einer Schutzzone entlang der Grenze.

Türkei-Offensive in Syrien: Das waren die Nachrichten vom 15. Oktober im Überblick

Update vom 15. Oktober, 22.05 Uhr: US-Vizepräsident Mike Pence soll am Mittwoch gemeinsam mit US-Außenminister Mike Pompeo zur Vermittlung im militärischen Konflikt zwischen der Türkei und den Kurden nach Ankara aufbrechen. Das kündigte US-Präsident Donald Trump am Dienstag in Washington an. „Sie werden morgen abreisen“, sagte er. Ziel sei es, einen Waffenstillstand in dem Konflikt zu erreichen. Für Donnerstag sei ein bilaterales Treffen zwischen Pence und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geplant.

USA verurteilten Türkei-Offensive in Syrien - Türkei mit Atombomben?

Update vom 15. Oktober, 19.35 Uhr: Die USA haben die türkische Offensive in Nordsyrien klar verurteilt und wollen Erdogan mit Sanktionen zum Umdenken bewegen. Allerdings könnten die Türken ein schwerwiegendes Faustpfand auf ihrer Seite haben: In der Türkei lagern noch 50 US-Atombomben, wie die New York Times berichtet. Diese befinden sich demnach auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik unter der Kontrolle der dort stationierten US-Truppen, 250 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt.

Die Waffen sollen ein Überbleibsel aus dem kalten Krieg sein: Sie wurden in der Türkei gelagert, um Russland abzuschrecken.

In der aktuellen Lage seien die Bomben „Erdogans Geiseln“, sagte ein hoher US-Beamter dem Blatt. Am Wochenende habe das US-Außen- und das Energieministerium eine Verlegung der Atomwaffen geprüft. Das Problem: Damit würde man die türkisch-amerikanische Allianz offen aufbrechen. Zu diesem Schritt war man offenbar nicht bereit.

Türkei-Offensive in Syrien: „Extrem instabile Situation“ - Ärzte ohne Grenzen ziehen sich zurück

Update vom 15. Oktober, 18.54 Uhr: Im Zuge der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien und der „extrem instabilen Situation“ zieht die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) alle internationalen Mitarbeiter aus der Region ab. „Dies waren extrem schwierige Entscheidungen“, teilte MSF am Dienstag mit. Die Organisation sei sich den Bedürfnissen flüchtender und verletzlicher Menschen bewusst. Die derzeitige Lage mache es aber unmöglich, Medizin und Helfer in die betroffenen Gebiete zu bringen. Die Sicherheit der syrischen und ausländischen Mitarbeiter sei nicht mehr gewährleistet.

Türkei setzt Offensive in Syrien fort: Heftige Kämpfe - Kurden erobern Stadt von Erdogan zurück

Update vom 15. Oktober, 18.33 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat seine Militäroffensive im Nachbarland Syrien trotz US-Sanktionen unbeirrt fortgesetzt. In Nordsyrien lieferte sich die türkische Armee auch am Dienstag weiter erbitterte Gefechte mit der Kurdenmiliz YPG. Die Forderung von US-Präsident Donald Trump nach einer sofortigen Waffenruhe blieb zunächst folgenlos. US-Truppen setzten sich unterdessen aus der Stadt Manbidsch Richtung Irak ab. Für sie rückten direkt russische Militär und Einheiten der syrischen Armee von Präsident Baschar al-Assad nach.

Die von der YPG geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) konnten bei einem Gegenangriff die wichtige Grenzstadt Ras al-Ain von den Türken zurückerobern, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag berichtete. Türkische Truppen hatten den Ort mit Unterstützung von Rebellen der sogenannten Syrischen Nationalarmee zwei Tage zuvor unter ihre Kontrolle gebracht. 

Sanktionen gegen Türkei - Bundesregierung über Agenda der EU

Update vom 15. Oktober, 16.23 Uhr: Die Bundesregierung rechnet derzeit nicht mit Wirtschaftssanktionen der Europäischen Union gegen die Türkei wegen der Militäroffensive in Syrien. Das Thema gebe es „bisher jedenfalls auf der europäischen Agenda nicht“, hieß es am Dienstag aus Regierungskreisen in Berlin mit Blick auf den bevorstehenden EU-Gipfel in Brüssel.

Die Außenminister der EU-Staaten hatten die türkische Militäroffensive in Nordsyrien am Montag zwar scharf verurteilt, aber keine Einigung auf ein Waffenembargo oder Sanktionsdrohungen erzielt. Die USA haben dagegen bereits wirtschaftliche Strafmaßnahmen angekündigt.

Am Donnerstag und Freitag werden sich die Staats- und Regierungschef der EU auf ihrem Gipfel mit dem türkischen Einmarsch in Syrien befassen.

Türkei-Offensive in Syrien: UN-Sicherheitsrat kommt zu Sondersitzung zusammen

Update vom 15. Oktober, 16.09 Uhr: Der UN-Sicherheitsrat kommt am Mittwoch zu einer erneuten Sondersitzung wegen der türkischen Offensive in Nordsyrien zusammen. Die nichtöffentliche Beratung sei auf Antrag der europäischen Mitgliedstaaten im Sicherheitsrat - Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Belgien und Polen - anberaumt worden, hieß es am Dienstag aus Diplomatenkreisen.

Es handelt sich um die zweite Sondersitzung binnen einer Woche. Bereits am Donnerstag hatte der Sicherheitsrat zu Nordsyrien getagt, sich aber nicht auf eine gemeinsame Position verständigen können. Die europäischen Vertreter forderten anschließend einen Stopp des türkischen Einmarschs.

Syrien/Türkei: Neue Flüchtlingswelle durch Türkei-Einmarsch in Syrien befürchtet

Update vom 15. Oktober, 16.04 Uhr: Wegen der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien wird eine neue Fluchtbewegung befürchtet. Dabei sind die Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln jetzt schon völlig überfüllt. Bei Auseinandersetzungen nahe einem solchen Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Samos sind mindestens drei Menschen verletzt worden. Syrische und afghanische Flüchtlinge seien am späten Montagabend außerhalb des Lagers in der Stadt Vathy in einen Streit geraten, teilte die Polizei am Dienstag mit. Nach dem Vorfall brach ein Feuer außerhalb des Flüchtlingslagers aus, das hunderte Menschen ihrer Unterkunft beraubte. Nach Behördenangaben konnte der Brand am frühen Dienstagmorgen unter Kontrolle gebracht werden. 

Offensive in Nordsysrien: Kritik aus Bundestag - Warnung vor Überspringen des Konflikts

Update vom 15. Oktober, 15.47 Uhr: Der türkische Einmarsch in vorwiegend von Kurden bewohnte Gebiete in Nordsyrien wird von Bundestagsfraktionen von Koalition und Opposition scharf verurteilt. "Für uns ist ganz klar, dass wir diesen völkerrechtswidrigen Angriff nicht akzeptieren können", sagte Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus am Dienstag vor einer Fraktionssitzung in Berlin. Er warnte auch vor einem Überspringen des Konflikts auf Deutschland durch die hier lebenden Menschen türkischer oder kurdischer Abstimmung.

Auf Antrag der Linksfraktion befasst sich der Bundestag am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde mit dem Vorgehen der Türkei. Fraktionschef Dietmar Bartsch warf dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor, ein anderes Land überfallen zu haben. Dies sei "völlig inakzeptabel".

Die Linksfraktion fordert, der Bundestag solle den Einmarsch türkischer Truppen und mit ihnen verbündeter islamistischer Milizen in die syrischen Kurdengebiete "als völkerrechtswidrig verurteilen". Auch müsse es weitere, konkrete Sanktionen geben. Ach SPD und Grüne kritisierten Erdogan.

EU-Staat warnt vor Militäroffensive in Syrien: „Humanitäre Krise“

Update vom 15. Oktober, 15.35 Uhr: Die bulgarische Regierung hat die Einstellung der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien gefordert. Gleichzeitig lehnt Sofia mögliche Sanktionen gegen die Türkei wegen befürchteter Verluste für das ärmste EU-Land in Milliardenhöhe ab. „Bulgarien ist entschieden dagegen, dass die Operation weitergeht, weil sie eine humanitäre Krise mit sich bringt“, sagte Regierungschef Boiko Borissow am Dienstag in Sofia nach einer Sitzung des Sicherheitsrats. Das Gremium tagte wegen der zugespitzten Lage in Syrien, die neue Flüchtlingswellen auslösen könnte.

Der bulgarische Regierungschef sprach sich dafür aus, dass das EU-Flüchtlingsabkommen mit der Türkei weiter eingehalten werde: „Sollten 50 000, 100 000 oder 200 000 Migranten nach Bulgarien kommen, weiß ich nicht, was mit dem Land passieren wird“, warnte er. An der bulgarischen EU-Außengrenze zur Türkei gebe es jetzt „null Migranten“, sagte Borissow.

Militäreinsatz in Syrien: Mindestens zwei Journalisten getötet

Update vom 15. Oktober, 15.32 Uhr: Im Nordosten Syriens sind während des dort laufenden türkischen Militäreinsatzes mindestens zwei Journalisten getötet worden. Es handle sich um einen Korrespondenten der kurdischen Medienagentur Hawar News (ANHA) und einen Korrespondenten des schwedisch-kurdischen Senders Çira TV, teilte die Organisation Reporter ohne Grenzen am Dienstag mit. Sie seien am Sonntag bei einem Luftangriff auf einen zivilen Konvoi getötet worden. Mindestens acht weitere Journalisten verschiedener regionaler Medien wurden demnach verletzt.

Die Organisation verurteilte die Angriffe scharf und forderte die Türkei auf, die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats zum Schutz von Journalisten in bewaffneten Konflikten einzuhalten. 

Türkei mit Offensive in Syrien: US-Präsident Trump verhängt Sanktionen gegen Türkei

Update vom 15. Oktober, 15.02 Uhr: Wegen der türkischen Offensive in Nordsyrien hat US-Präsident Donald Trump Sanktionen gegen die Türkei verhängt. Trump drohte am Montag erneut, "die Wirtschaft der Türkei umgehend zu zerstören, wenn die türkische Führung ihren gefährlichen und zerstörerischen Weg fortsetzt". Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) drängten derweil die türkische Armee und verbündete syrische Milizen bei einem Gegenangriff in der Grenzstadt Ras al-Ain zurück.

Syrien-Konflikt: Türkei und kurdische YPG liefern sich erbitterte Kämpfe - türkischer Soldat stirbt

Update vom 15. Oktober, 14.50 Uhr: Trotz der US-Forderung nach einer sofortigen Waffenruhe und Sanktionen liefern sich die türkischen Truppen in Nordsyrien weiter erbitterte Kämpfe mit der Kurdenmiliz YPG. Die von der YPG geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hätten einen Gegenangriff begonnen und die wichtige Grenzstadt Ras al-Ain zurückerobert, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag. Türkische Truppen hatten den Ort mit Unterstützung von Rebellen der sogenannten Syrischen Nationalarmee zwei Tage zuvor unter ihre Kontrolle gebracht.

Kurdische Quellen bestätigten den Gegenangriff und die Eroberung von Ras al-Ain. Die Kurdenmilizen hätten auch das nahe gelegene Dorf Tall Halaf am Stadtrand von Ras al-Ain eingenommen. Eine offizielle Bestätigung aus Ankara gab es nicht. Der Sender CNN Türk berichtete, in der Nacht habe es schwere Gefechte in Ras al-Ain gegeben. Türkische Truppen versuchten, YPG-Kämpfer in Verstecken aufzuspüren. In der Stadt Manbidsch wurde nach offiziellen Angaben ein türkischer Soldat getötet und 18 weitere verletzt.

Die Truppen seien unter Mörser - und Artilleriefeuer der Kurdenmiliz YPG geraten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Ankara. Die türkische Armee habe den Angriff erwidert. Dabei seien 15 YPG-Kämpfer getötet worden. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Türkei: Erdogan will drei Millionen syrische Flüchtlinge umsiedeln

Update vom 15. Oktober, 12.30 Uhr: Türkei-Präsident Erdogan hat in einer Rede in Aserbaidschan angekündigt, drei Millionen syrischen Flüchtlingen eine freiwillige Umsiedlung in ihre Heimat Syrien anzubieten. Das berichtete zuerst das Online-Portal Focus.de, das sich auf die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu beruft. Erdogan habe weiter gesagt, dass bereits 1000 Quadratkilometer in Syrien seit der Militäroffensive „befreit“ worden seien. 

Syrien-Konflikt: Militäroffensive der Türkei in Syrien gestartet - Begründung für umstrittenen Einsatz 

Urspungsartikel vom 15. Oktober, 12.20 Uhr: Seit vergangenem Mittwoch läuft im syrisch-türkischen Grenzgebiet eine lang geplante Militäroffensive der Türkei. Ankara begründet den international stark umstrittenen Einsatz mit Selbstverteidigung. 

Die Türkei betrachtet die Kurdenmiliz YPG, gegen die die Offensive läuft, als Terrororganisation. Die YPG pflegt enge Kontakte zur in der Türkei verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, die auch in den USA und in Europa auf der Terrorliste steht.

Militäroffensive: Türkei will eine „Sicherheitszone“ mit Millionen Flüchtlingen entlang der Grenze zu Syrien

Die Türkei will entlang der syrischen Grenze eine „Sicherheitszone" unter ihre Kontrolle bringen. Dort will Präsident Recep Tayyip Erdogan auch Millionen syrische Flüchtlinge unterbringen, die derzeit in der Türkei und Europa leben.

Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten leisten erbittert Widerstand: In der Grenzstadt Ras al-Ain habe die kurdische Miliz in der Nacht zum Dienstag einen großen Gegenangriff auf die türkischen Truppen und ihre syrischen Verbündeten gestartet, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag.

Türkischer Einmarsch in Syrien: Die Positionen von USA und Russland

US-Präsident Donald Trump hat dem türkischen Einmarsch in Nordsyrien den Weg bereitet, indem er nach einem Telefonat mit Erdogan US-Truppen aus dem Grenzgebiet zurückzog. Trump steht daher massiv in der Kritik. 

Türkei: USA haben Sanktionen verhängt

Russland verhandelt seit langem mit der Türkei und dem Iran über eine Lösung für den Syrien-Konflikt. Der Kreml hatte zuletzt betont, sich nicht in den Konflikt im Norden Syrien hineinziehen zu lassen. Moskau steht aber nach eigenen Angaben im engen Kontakt zu Ankara.

Nordsyrien: Zivilisten und von den Kurden inhaftierte IS-Kämpfer auf der Flucht

Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bereits mehr als 135 Kämpfer der kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte sowie 70 Zivilisten getötet. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind 160 000 Menschen auf der Flucht.

International besteht auch die Sorge, dass die türkische Offensive tausenden IS-Kämpfern in kurdischer Haft die Möglichkeit zu Flucht gibt. Die Befürchtung schien sich zu bestätigen, als die kurdische Selbstverwaltung am Sonntag die Flucht von hunderten Angehörigen von IS-Kämpfern aus einem Lager meldete. 

Die Türkei sprach von einer "Desinformationskampagne" und warf der YPG vor, IS-Kämpfer freizulassen, um Chaos zu verbreiten. Auch US-Präsident Trump bezichtigte sie, auf diese Weise die USA in den Konflikt hineinziehen zu wollen.

Volkswagen reagiert angesichts der Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien mit einer drastischen Maßnahme. Es geht um ein neues Werk nahe Izmir. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare