Strenge Testpflicht

Modellprojekt: Diese Stadt öffnet Restaurants, Kinos und mehr - Hoffen auf Erkenntnisse

„Öffnen mit Sicherheit“ in Tübingen: Dieses Modellprojekt soll Menschen mithilfe von Corona-Tests mehr Normalität ermöglichen. Das Land hofft auf Erkenntnisse.

Hamm - Die Sehnsucht nach einem Stück mehr Normalität im Leben mit dem Coronavirus wächst und wächst - gleichzeitig aber auch der Frust über den gefühlt ewig dauernden Lockdown. Wie schafft es das Land raus aus der Krise - vor allem angesichts des jüngsten Dämpfers bei den Impfungen mit Astrazeneca? Das Modellprojekt „Öffnen mit Sicherheit“ soll nun genau darüber Erkenntnisse liefern - um es dann in ganz Deutschland anzuwenden. (News zum Coronavirus)

StadtTübingen
Gegründet1191
Bevölkerung89.011 (31. Dez. 2011)

Modellprojekt in Tübingen: Stadt öffnet Restaurants, Kinos und mehr - Hoffen auf Erkenntnisse

In Tübingen dürfen die Menschen nicht nur in Geschäfte oder zum Friseur. Nein, sie dürfen sogar Angebote in der Außengastronomie oder in Theatern und Kinos nutzen. Das Land Baden-Württemberg hat das Modellprojekt zusammen mit der Stadt Tübingen ins Leben gerufen. Es dauert vom 16. März bis zum 4, April. „Wir erhoffen uns von dem Projekt, dass wir damit einen Weg finden, den Menschen etwas mehr Normalität zu ermöglichen“, erklärte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).

Für die Nutzung der entsprechenden Einrichtungen sind aber bestimmte Voraussetzungen nötig. Über allem steht die Verpflichtung eines Corona-Schnelltests. Der Einlass ist nur mit einem Zertifikat über einen negativen Corona-Test erlaubt - so besagt es die Regel.

Die Menschen in Tübingen können an mehreren Teststellen in der Stadt kostenlose Corona-Tests machen, das Ergebnis wird entsprechend bescheinigt. Ziel des Ganzen ist es, zu schauen, welche Möglichkeiten der Öffnungen es durch intensiven Einsatz von Schnelltests gibt, ohne dass die Zahl der Corona-Infektionen deutlich ansteigt. „Jetzt kommt es darauf an, ob wir zeigen können, dass mehr Öffnungen und mehr Sicherheit zusammengeht“, sagte Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) der dpa.

Modellprojekt in Tübingen für sicheres Öffnen soll Perspektiven eröffnen

Darüber hinaus verspricht sich das Land Baden-Württemberg durch das engmaschige Testen auch in Bereichen, in denen eigentlich gar kein Schnelltest notwendig wäre, mehr Sicherheit im Leben mit Corona. „Den Branchen, die besonders vom Lockdown betroffen sind, eröffnen wir damit hoffentlich neue Perspektiven – all das ohne Abstriche bei der Sicherheit eingehen zu müssen“, sagt Landeschef Winfried Kretschmann.

Mit negativem Corona-Test erlaubt Tübingen für das Modellprojekt „Öffnen mit Sicherheit“ wieder Kinos, Außengastronomie und mehr.

Den Beteiligten sei bewusst, dass angesichts der dritten Corona-Welle - und nun auch die Verzögerungen bei den Impfungen durch die Zwangspause für Astrazeneca - nach wie vor Vorsicht das oberste Gebot sei. „Diese Pandemie hat den Bürgerinnen und Bürgern schon unendlich viel abverlangt“, wird Innenminister Thomas Strobl zitiert: „Sie brauchen Hoffnung, sie brauchen Perspektive. Dieses Modellprojekt gibt Hoffnung und kann Perspektiven eröffnen.“

Modellprojekt in Tübingen zum sicheren Öffnen: Das sind die Komponenten

Das Modellprojekt „Öffnen mit Sicherheit“ in Tübingen besteht nach Angaben des Landes Baden-Württemberg aus folgenden Komponenten:

  • „Für die Nutzung der Einzelhandelsangebote, die bis zum 8. März geschlossen waren, sowie für Friseursalons und bei körpernahen Dienstleistungen wird ein tagesaktueller Schnelltest zur Bedingung.
  • Außengastronomie und Kulturbetriebe sowie Kinos werden zusätzlich geöffnet, jedoch ebenfalls nur für Personen, die ein tagesaktuelles negatives Schnelltestergebnis vorweisen können, sowie unter Einhaltung weiterer Hygieneauflagen.
  • Für die Ausstellung von Testzertifikaten sollen in der Innenstadt Schnellteststationen eingerichtet werden. Angelerntes Personal weist dort die zu testenden Personen an, kostenlose moderne Eigentests anzuwenden, dokumentiert das Ergebnis und gibt ein personalisiertes Zertifikat aus.“

Die Universität Tübingen begleitet den auf drei Wochen angelegten Versuch wissenschaftlich. Das baden-württembergische Staatsministerium unterstützt den Modellversuch, der womöglich auf andere Regionen bzw. auf das Land übertragen werden kann.

Während Tübingen für das Modellprojekt öffnet, droht Deutschland eine erneute Verlängerung des Lockdowns: Bund und Länder wollen beim Corona-Gipfel am Montag (22. März) offenbar den vierten Öffnungsschritt kippen. Diese waren laut Öffnungsplan der Bundesregierung frühestens ab 22. März vorgesehen.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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