Interne Untersuchung bei der Polizei

Sturm auf US-Kapitol: Polizist stirbt im Krankenhaus - Demonstrant griff ihn wohl mit Feuerlöscher an

In Washington kam es zu heftigen Ausschreitungen. Trump-Anhänger stürmten das Kapitol, trotzdem wurde Biden mittlerweile als Präsident bestätigt.

+++ Dieser Ticker ist beendet. Alle neuen Entwicklungen zum Sturm des Kapitols finden Sie in unserem aktuellen News-Ticker+++

Update vom 8. Januar, 06.19 Uhr: Nach den Ausschreitungen am Kongress ist nun auch ein Polizist im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben. Dies teilte die für den Schutz des Kapitols in Washington zuständige Polizeibehörde am Donnerstag mit. Er ist damit das fünfte Todesopfer der Ausschreitungen. Zuvor hatte die Polizei eine der eingedrungenen Demonstranten erschossen, drei weitere Menschen erlitten schwere Verletzungen und verstarben kurze Zeit später.

Laut The Sun US wurde der Polizist Brian Sicknick von einem Angreifer mit einem Feuerlöscher am Kopf getroffen worden. Als er in sein Büro zurückkehrte, brach er zusammen. Im Krankenhaus starb er dann.

Sturm auf US-Kapitol: Facebook-Paukenschlag gegen Trump - Twitter wieder freigeschaltet

Update vom 7. Januar, 21.50 Uhr: Während Facebook und Instagram weiterhin das Konto von Donald Trump gesperrt halten, hat der US-Präsident nun immerhin wieder Zugriff auf seinen Twitter-Account. Das Unternehmen teilte in Zuge dessen mit, dass man die Aktivitäten und Tweets des scheidenden US-Staatsoberhauptes „in Echtzeit auswerten“ wolle.

Twitter hatte die Sperre des Accounts mit „wiederholten und schwerwiegenden“ Verstößen begründet. Das soziale Netzwerk möchte weiterhin seine Richtlinien einhalten und gegen „Fake News“ vorgehen. Die zwei neuesten Nachrichten auf der Trump-Seite sind nach wie vor nicht sichtbar und werden mit der Meldung „Dieser Tweet ist nicht mehr verfügbar, weil er gegen die Twitter Richtlinien verstoßen hat“ angezeigt.

Sturm auf US-Kapitol: Facebook-Paukenschlag gegen Trump - Augenzeugen schildern dramatische Szenen

Update vom 7. Januar, 17:35 Uhr: Noch für mindestens zwei Wochen sollen die Facebook- und Instagram-Accounts von Donald Trump gesperrt bleiben. Die Maßnahme soll laut Facebook-Boss Mark Zuckerberg bis zur Machtübergabe an Joe Biden geltend sein. Der Unternehmer begründete den Schritt auf seinem eigenen Account unter anderem damit, dass Trump seine restliche Amtszeit dazu missbrauchen wolle, eine friedliche Amtsübergabe zu verhindern.

„Trumps Entscheidung, die Taten seiner Anhänger auf diesen Plattformen zu billigen, statt sie zu verdammen, hat die Menschen in den USA und dem Rest der Welt verstört. Wir mussten diese Statements beseitigen, weil wir ihre Intention so eingeschätzt haben, dass sie weitere Gewalt provozieren sollen.“

Sturm auf Kapitol sorgt für Rekordzahl an Twitter-Botschaften - Trumps Konten blockiert

Update vom 7. Januar, 16.11 Uhr: Twitter-Rekord: Der Sturm auf das US-Kapitol durch Anhänger des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump hat bei den Twitter-Nutzern einen regelrechten Rausch ausgelöst: Rund 23,5 Millionen Kurzbotschaften wurden dazu auf der Online-Plattform verfasst, wie die auf die Beobachtung von Online-Netzwerken spezialisierte Firma Visibrain am Donnerstag mitteilte. Im Durchschnitt wurden demnach 430 Tweets pro Sekunde abgesetzt.

Zur Erstürmung des Kapitols wurden laut Visibrain rund 2,5 mal mehr Tweets erstellt als in den 24 Stunden nach der US-Präsidentschaftswahl im November vergangenen Jahres. Damals zählte Visibrain rund 570 Millionen Kurzbotschaften.

Angesichts der Randale am Sitz des US-Kongresses blockierten die Online-Plattformen Facebook und Twitter vorläufig Trumps Konten. Twitter drohte Trump überdies mit einem dauerhaften Ausschluss von seiner bevorzugten Kommunikationsplattform.

Washington: Dramatische Lage im Kapitol

Update vom 7. Januar, 12.20 Uhr: Am Tag nach den Ausschreitungen in Washington zeigt sich immer mehr wie dramatisch die Lage im Kapitol war. Reporter des US-Portals Bloomberg sowie der Zeitung Washington Post, die sich während der Stürmung durch die Demonstranten im Kapitol befanden, beschreiben ihre Erlebnisse.

Der Reporter der Washington Post befand sich auf der Galerie oberhalb des Senats, als „ein Mob aus Trump-Unterstützern das Gebäude stürmte“. Als Vizepräsident Mike Pence von Geheimdienstagenten aus dem Saal geführt worden sei, habe er ebenfalls die Pressegalerie verlassen: „Ich ging die Treppe hinunter in den zweiten Stock, wo Senatoren die Kammer betreten und verlassen.“ Dort hörte er dann, wie die Polizei nur eine Etage tiefer mit Randalierern aneinander geriet. Dann habe er ein lautes Geräusch gehört und sei wieder zurückgeeilt. „Kurze Zeit später wurde der Senat abgeriegelt und die Sitzung vertagt. Die Polizei des Kapitols rannte um die zweistöckige Senatskammer herum und schloss alle Türen ab.“

Sturm auf US-Kapitol: Journalisten schildern dramatische Lage im Inneren des Gebäudes

Danach wurden dann mehrere Senatoren, Angestellte und Journalisten von der Polizei in Sicherheit gebracht. „Wir durften die Treppen nicht benutzen, weil der Mob auf den Etagen darunter wütete. Also gingen wir in die Aufzüge und in den Keller und rannten zum Capitol Visitor Center“, berichtet der Reporter. Bei dem CVC handelt es sich um einen unterirdischer Bunker, in dem es sichere Räume und explosionsgeschützte Türen gibt

Der Bloomberg-Reporter berichtet von einem harmlosen Beginn, aber dann seien sie plötzlich von Sicherheitskräften vor „zahlreichen Menschen“ gewarnt worden. Diese hätten die Sicherheitsgrenzen überschritten.

Ein Unteroffizier soll in sein Telefon gebrüllt haben: „Bleiben Sie dran und stellen Sie sicher, dass wir das Gebäude schützen.“ Die Journalisten wurden dann gebeten Gasmasken aufzusetzen, die unter den Sitzen lagen: „Es war die Rede von einer Art Gas, das in der Rotunde des Kapitols freigesetzt worden war.“ Steve Cohen, ein demokratischer Abgeordneter aus Tennessee, soll die Republikaner in der Nähe geschrien haben: „Rufen Sie ihren Freund an! Rufen Sie Trump an!“ Dann seien mehrere laute Schläge zu hören gewesen, als Demonstranten versucht hätten, einzudringen. Polizisten hätten die Türen mit Möbelstücken verriegelt und ihre Waffen gezogen.

Senator Tim Scott, schaut sich in den frühen Morgenstunden die Schäden an, nachdem Demonstranten das Kapitol in Washington gestürmt haben.

Vier Tote nach Sturm auf US-Kapitol: Polizei bestätigt Bomben-Fund - schwere neue Anschuldigung gegen Trump

Update vom 7. Januar, 6.34 Uhr: Laut der New York Times hat Muriel E. Bowser, Bürgermeisterin von Washington, den Ausnahmezustand bis zum 21. Januar verlängert. Dadurch können bis zur Amtseinführung von Joe Biden die Betriebszeiten für Unternehmen verkürzt werden und die Polizei kann gegen Menschen, die sich nicht an die Ausgangssperre halten, vorgehen.

Sturm auf US-Kapitol: Vier Menschen sterben bei Ausschreitungen - Polizei bestätigt Rohrbomben-Fund

Update vom 7. Januar, 6.08 Uhr: Die Frau, die im Kapitol angeschossen wurde, ist laut Robert Contee, Polizei-Chef von Washington D.C, gestorben. Eine interne Untersuchung zu dem Vorfall läuft.

Der Polizei-Chef machte keine Angaben dazu, wer die Frau war. „Das ist ein tragischer Vorfall, und ich kondoliere der Familie und den Freunden des Opfers“, sagte er.

„Darüber hinaus wurden heute drei weitere Todesfälle aus der Umgebung des Kapitols gemeldet. Eine erwachsene Frau und zwei erwachsene Männer scheinen an unterschiedlichen medizinischen Notfällen gelitten zu haben, die zu ihrem Tod führten“, erklärte Contee.

Bei den Zusammenstößen seien außerdem mindestens 14 Polizisten verletzt worden, zwei davon schwer. Einer der Schwerverletzten sei von Demonstranten in die Menge gezogen und dort angegriffen worden. Der Andere habe erhebliche Gesichtsverletzungen erlitten, als er von einem Projektil getroffen worden sei.

Auch zwei Rohrbomben seien gefunden worden und in einem Fahrzeug wurden laut Contee außerdem Molotow-Cocktails entdeckt. Bis zum Abend habe die Polizei 52 Personen festgenommen - vier wegen verbotenem Waffenbesitz und 47 wegen Verstoßes gegen die nächtliche Ausgangssperre, die um 18.00 Uhr (Ortszeit) in Kraft trat. Die Hälfte dieser Festnahmen seien auf dem Gelände des Kapitols erfolgt.

Sturm auf US-Kapitol: Facebook sperrt Trumps Konto

Update vom 7. Januar, 5.12 Uhr: Auch Facebook ging angesichts der Randale in Washington gegen Trump vor. Der abgewählte Präsident konnte dort für zunächst 24 Stunden nichts mehr veröffentlichen, wie das Unternehmen mitteilte. Trump verstärke mit seinen jüngsten Botschaften das „Risiko der andauernden Gewalt, anstatt es zu verringern“, erklärte der Konzern.

Zuvor hatte Facebook bereits eine Videobotschaft Trumps an seine demonstrierenden Anhänger gelöscht. „Es handelt sich um einen Notfall, und wir ergreifen angemessene Notfallmaßnahmen“, erklärte Facebook-Vizechef Guy Rosen. Auch Twitter und die Onlineplattform YouTube löschten das Video.

In dem Clip hatte Trump seine demonstrierenden Anhänger nach der Erstürmung des Kapitols in Washington zwar dazu aufgerufen, „nach Hause“ zu gehen. Allerdings wiederholte er zugleich seine Behauptungen zu vermeintlichem Wahlbetrug und versicherte seinen Anhängern: „Wir lieben euch.“

Sturm auf US-Kapitol: Republikanische Senatorin Loeffler gibt Widerstand gegen Zertifizierung der Wahlergebnisse auf

Update vom 7. Januar, 2.59 Uhr: Nach dem Sturm auf das US-Kapitol durch Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump hat die republikanische Senatorin Kelly Loeffler ihren Widerstand gegen die Zertifizierung der Wahlergebnisse aufgegeben. Die Ereignisse vom Mittwoch hätten sie dazu gezwungen, ihre Haltung zu überdenken, sagte Loeffler am Mittwochabend (Ortszeit), nachdem der Senat seine Sitzung zur Zertifizierung der Ergebnisse wieder aufgenommen hatte.

Loeffler hatte sich kurz vor der Wahl einer Gruppe von republikanischen Senatoren angeschlossen, die auf Betreiben Trumps den Sieg des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentenwahl kippen wollten. Sie wollten bei der Kongresssitzung am Mittwoch Einspruch gegen die Wahlergebnisse in mehreren Bundesstaaten einlegen, die Biden gewonnen hatte. Die Erstürmung des Kapitols zwang den Senat und das Abgeordnetenhaus, ihre Sitzungen zu unterbrechen.

„Es gibt keine Entschuldigung für die Ereignisse, die heute in diesen Kammern stattgefunden haben“, sagte Loeffler am Mittwochabend. „Es kann keine Meinungsverschiedenheit darüber geben, dass die Aufrechterhaltung der Demokratie der einzige Weg ist, unsere Republik zu bewahren.“ Loeffler war bei Stichwahlen in Georgia am Dienstag dem Demokraten Raphael Warnock unterlegen.

Donald Trump/Sturm auf US-Kapitol: Vizepräsident Mike Pence gegen Protestler - „ein dunkler Tag“

Update vom 7. Januar, 2.30 Uhr: US-Vizepräsident Mike Pence spricht am Abend der Gewalt-Eskalation in Washington live zu den Randalierern. „Ihr habt nicht gewonnen, Freiheit gewinnt“, betont Mike Pence im US-Kapitol. Dort haben Senat und Repräsentantenhaus ihre Arbeit wieder aufgenommen. Trotz der dramatischen Gewaltausbrüche wollen die Abgeordneten dort die Stimmen für das Präsidentschaftsamt aus dem Electoral College in einer gemeinsamen Sitzung offiziell auszählen. „Heute war ein dunkler Tag im US-Kapitol“, so Pence. Dennoch: „Die Arbeit des Volkes geht weiter.“

Pence geht die Protestler nach dem Sturm auf das Kapitol scharf an: „Der Senat der Vereinigten Staaten wird sich nicht einschüchtern lassen. Wir werden uns aus dieser Kammer nicht von Gaunern, Mobs oder Bedrohungen fernhalten lassen. Wir werden nicht vor Gesetzlosigkeit oder Einschüchterungen in die Knie gehen.“

Update vom 07. Januar, 1.48 Uhr: US-Präsident Donald Trump soll sich in der Sicherung des Kapitols nach dem Sturm seiner Anhänger auf den US-Kongress auffällig zurückgehalten haben. Laut CNN-Informationen soll es der Vizepräsident Mike Pence gewesen sein, der in Kontakt mit den Sicherheitskräften stand. „Wer regiert gerade?“, fragen die CNN-Journalisten im live-TV - „der Präsident oder sein Vize?“

USA/Sturm auf das Kapitol: Trumps Twitter-Account gesperrt - Kurznachrichtendienst droht mit Löschung

Update vom 07. Januar, 1.13 Uhr: Offenbar wurde der Twitter-Account von US-Präsident Donald Trump gesperrt. Als Resultat der Reaktion des Präsidenten auf die Gewalt-Exzesse am US-Kapitol. Demnach soll der Kurznachrichtendienst Twitter Trumps Account für zwölf Stunden sperren. Künftige Verstöße gegen die Twitter-Richtlinien könnten sogar zur Löschung des Accounts führen, meldet der Kurznachrichtendienst. Die letzten Tweets des US-Präsidenten wurden von Twitter gelöscht, mit dem Hinweis: „Dieser Tweet ist nicht mehr verfügbar, weil er gegen die Twitter Richtlinien verstoßen hat.“

Update vom 7. Januar, 1.07 Uhr: Als sich die Lage mit der hereinbrechenden Dunkelheit schließlich leicht beruhigt, trifft die Verstärkung der Sicherheitskräfte ein. Laut CNN soll auch das FBI vor Ort sein. Auch die Nationalgarde sei eingetroffen. Im Vergleich zu den Protesten der Black-Lives-Matter-Bewegung sei das Verhalten der Sicherheitskräfte jedoch sanft gewesen. „Wir sehen nichts von der Gewalt, wie wir sie bei anderen Protesten gesehen haben.“

Nach Sturm auf das Kapitol: US-Kongress nimmt Zertifizierung des Präsidentschaftswahlergebnisses wieder auf

Update vom 07. Januar, 00.48 Uhr: Nach der Erstürmung des Kapitols will der US-Kongress die zuvor begonnene Zertifizierung des Präsidentschaftswahlergebnisses noch im Laufe des Mittwochabends (Ortszeit) fortsetzen. Man habe beschlossen, mit der Sitzung weiterzumachen, sobald der Kongresssitz wieder dafür freigegeben sei, kündigte die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, an. Es gibt Druck auf die Senatoren, die Einspruch erheben wollten, dies nun zu unterlassen.

Unterdessen werden vierzehn Tage vor dem Ende seiner Präsidentschaft Rufe nach einem neuen Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump laut. Die demokratische Kongressabgeordnete Ilhan Omar teilte am Mittwoch auf Twitter mit, sie fertige bereits Artikel zur Anklageerhebung an. „Wir können nicht zulassen, dass er im Amt bleiben, es ist eine Frage der Erhaltung unserer Republik, und wir müssen unseren Eid erfüllen.“ Ihre Kollegin Carolyn Bourdeaux schloss sich der Forderung an und machte Trump persönlich für den Angriff verantwortlich.

Die demokratische Kongressabgeordnete Ayanna Pressley schrieb auf Twitter: „Donald J. Trump sollte sofort vom Repräsentantenhaus angeklagt und vom Senat der Vereinigten Staaten aus dem Amt entfernt werden, sobald der Kongress wieder zusammentritt.“ Der demokratische Kongressabgeordnete Ted Lieu rief Vizepräsident Mike Pence dazu auf, Trump auf Basis des 25. Zusatzartikels der Verfassung für amtsunfähig zu erklären.

Donald Trump feuert Gewaltausbrüche weiter an: „Erinnert euch für immer“

Update vom 7. Januar, 0.11 Uhr: Während die Lage in Washington D.C. weiter unübersichtlich bleibt, meldet sich Donald Trump nach stundenlanger Stille wieder zu Wort*. Er behauptet die Ereignisse der Nacht seien, „was passiert, wenn ein heiliger Erdrutsch-Wahlsieg großen Patrioten, die so lange schlecht und unfair behandelt worden sind, so kurzerhand und bösartig weggenommen wird“. „Erinnert euch für immer an diesen Tag“, heißt es weiter. Seine Nachricht kann als Unterstützung für die gewalttätigen und undemokratischen Ausbrüche in der Hauptstadt verstanden werden. Mittlerweile sind wohl deutlich weniger Trump-Anhänger vor Ort, wie CNN berichtet.

Indessen ist die Frau, die früher am Tag im Kapitol angeschossen wurde, ihren Verletzungen im Krankenhaus erlegen.

Update vom 7. Januar, 00.04 Uhr: Das Kapitol ist nach den Ausschreitungen nun wieder gesichert, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Entwarnung bedeutet das aber noch nicht: Vor wenigen Minuten ist die Ausgangssperre in Washington D.C. in Kraft getreten. Dennoch sind noch sehr viele Randalierer auf den Straßen.

Inmitten der Ausschreitungen in Washington: Bombe bei den Republikanern gefunden

Update vom 6. Januar, 23.51 Uhr: In der nationalen Parteizentrale der Republikaner wurde inmitten der Ausschreitungen ein Sprengsatz gefunden. Auch das nahe gelegene Hauptquartier der Demokraten wurde evakuiert. Auch dort war ein verdächtiges Paket entdeckt worden. Das berichtet die New York Times.

Bei dem Sprengsatz am Hauptquartier der Republikaner handelte es sich um eine Rohrbombe, die von Einsatzkräften erfolgreich unschädlich gemacht werden konnte, so ein Sprecher der Republikaner gegenüber der Zeitung. Das verdächtige Paket in der Zentrale der Demokraten konnte noch nicht identifiziert werden. Ein Sprecher der Demokraten war nicht berechtigt, konkretere Angaben zu machen.

Polizei reagiert bei Ausschreitungen jetzt verstärkt - Randalierer wollen in der Nacht erneut zuschlagen

Update vom 6. Januar, 23.36 Uhr: Langsam scheint die Polizei vor Ort verstärkt gegen die Randalierer vorzugehen und drängt sie vermehrt vom Kapitol zurück. Immer mehr Trump-Anhänger verlassen die Stufen vor dem Gebäude schrittweise. Das berichtet CNN. Die Situation ist allerdings noch lange nicht entschärft. Die Protestierenden waren immer wieder auch auf Journalisten und Fotografen losgegangen. Außerdem hatten einige angekündigt im Schutz der Dunkelheit noch einmal neu zuzuschlagen. Das neue Vorgehen kommt etwa eine halbe Stunde, bevor die Ausgangssperre in Washington D.C. in Kraft tritt. Zuvor war von Beobachtern beklagt worden, dass die Einsatzkräfte überfordert und untätig gewirkt hätten.

Nach Joe Bidens Rede: Auch künftige Vizepräsidentin Kamala Harris unterstützt seine Botschaft

Update vom 6. Januar, 23.26 Uhr: Die künftige US-Vizepräsidentin Kamala Harris schließt sich Joe Bidens Botschaft an. Sie fordert ebenfalls ein sofortiges Ende dieses Angriffs auf das Kapitol und die öffentlichen Bediensteten unserer Nation. Biden hatte sich kurz zuvor in einer Rede an die amerikanische Bevölkerung gewandt und die Geschehnisse in Washington D.C. auf schärfste verurteilt.

Eskalation in Washington: Polizei wartet auf Verstärkung der Nationalgarde

Update vom 6. Januar, 22.57 Uhr: In etwas weniger als einer Stunde tritt die verhängte Ausgangssperre in Washington D.C. in Kraft. Dann darf sich niemand mehr ohne Sondergenehmigung im öffentlichen Raum aufhalten. Momentan sieht es auf Bildern vom Kapitol aber nicht so aus, als hätte das auf die Randalierer Einfluss. In der Zwischenzeit sind die Nationalgarde und auch Einsatzkräfte des FBI auf dem Weg zum Ort des Geschehens. Sie sollen dabei helfen, das Geschehen unter Kontrolle zu bringen. Bei CNN beklagen sich Beobachter wiederholt über das zu lasche Vorgehen der Polizei vor Ort. Die Einsatzkräfte wirkten überfordert, heißt es dort.

Indessen ist noch unklar, wann die Sitzung von Senat und Repräsentantenhauses weitergehen kann. „Das Kapitol wird geräumt. Wenn es sicher ist, werden wir zurückkehren, um unsere verfassungsmäßigen Pflichten zu erfüllen. Dies sind die Vereinigten Staaten. Wir werden nicht zulassen, dass die Herrschaft des Mobs die Rechtsstaatlichkeit untergräbt“, erklärte Abgeordneter Hakeem Jeffries gegenüber US-Medien. Das könnte noch heute Abend so weit sein, wie Focus.de mit Bezugnahme auf US-Medien berichtet. Man wolle die Zertifizierung der Wahlergebnisse schnellstmöglich beenden.

Nach Ausbruch von heftigen Ausschreitungen: Donald Trump fordert Anhänger auf „nach Hause zu gehen“

Update vom 6. Januar, 22.26 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die Demonstranten am Kapitol aufgefordert, friedlich nach Hause zu gehen. „Wir müssen Frieden haben, wir müssen Recht und Ordnung haben“ und die Sicherheitskräfte respektieren, sagte Trump am Mittwoch in einer auf Twitter verbreiteten Videobotschaft*. Trotz der vehementen Ausschreitungen sprach er weiter von Wahlbetrug und Manipulation. Unbelegte Vorwürfe. Zuvor hatte Joe Biden den noch amtierenden Präsidenten auch auf Twitter dazu aufgefordert, öffentlich und deutlich ein Ende der Unruhen zu fordern.

Ausschreitungen in Washington: Joe Biden wendet sich an die Nation und spricht von „dunklem Moment“

Update vom 6. Januar, 22.09 Uhr: Joe Biden wendet sich in einer Ansprache an die Amerikaner. Der gewählte Präsident spricht von einem „dunklen Moment“. „In dieser Stunde steht unsere Demokratie unter noch nie dagewesenen Beschuss. Anders als alles, was wir in der jüngeren Geschichte gesehen haben“, so der künftige Regierungschef. „Die Szenen des Chaos im Kapitol spiegeln nicht das wahre Amerika wider. Sie repräsentieren nicht, wer wir sind. Was wir sehen, ist eine kleine Anzahl von Extremisten, die sich der Gesetzlosigkeit verschrieben haben. Das ist keine Uneinigkeit. Es ist Unordnung. Es ist Chaos. Es grenzt an Aufruhr. Und es muss jetzt aufhören.“

Demokratie sei zerbrechlich, das zeige der heutige Tag eindrucksvoll. Es gelte sie zu verteidigen und zu bewahren. „Amerika ist so viel besser als das, was wir heute sehen“, so Biden in seiner Ansprache. Biden appelliert an amerikanische Werte wie Ehre, Anstand, Respekt und Toleranz. In den nächsten vier Jahren müsse man die Chance ergreifen zu heilen. Er will mit Blick auf die Zukunft optimistisch bleiben, er ruft aber auch dazu auf, aufzustehen und gemeinsam für die Demokratie einzustehen. Im Nachgang zu seiner Rede reagiert er auf einen Zwischenruf und betont: „Ich bin nicht besorgt, um meine Inauguration. Das amerikanische Volk muss jetzt aufstehen. Genug ist genug.“

Eskalation im US-Kongress: Trump ruft die Nationalgarde dazu

Update vom 6. Januar, 21.47 Uhr: Bei den turbulenten Geschehnissen rund um das US-Kapitol in Washington soll nach Angaben des Weißen Hauses die Nationalgarde eingesetzt werden. „Auf Anweisung von Präsident Donald Trump ist die Nationalgarde zusammen mit anderen Bundesschutzdiensten unterwegs“, schrieb Trump-Sprecherin Kayleigh McEnany am Mittwoch bei Twitter. Der Gouverneur des Bundesstaates Virginia Ralph Notham kündigte an, dass sein Bundesstaat ebenfalls die Nationalgarde entsenden werde.

Trump hatte seine Anhänger zuvor noch in einem zweiten Tweet zu friedlichem Verhalten aufgerufen. In seiner rede am Mittag hatte er sie allerdings zum „Kämpfen“ aufgerufen. Einige US-Abgeordnete werfen dem abgewählten Präsidenten einen „Putschversuch“ vor.

Update vom 6. Januar, 21.43 Uhr: Bei der Verletzten handelt es sich offenbar um eine Protestlerin. Laut dem Fernsehsender NBC hatten Sicherheitskräfte auf sie geschossen. Sie soll lebensgefährlich getroffen sein, wie CNN berichtet. Wie sich der Vorfall genau ereignet hatte, ist weiter ungeklärt.

Eskalation in Washington: Es wird von Schüssen auf dem Kapitolsgelände berichtet

Update vom 6. Januar, 21.23 Uhr: Auf dem Gelände des Kapitols sind wohl Schüsse gefallen. Eine Frau wird laut CNN dort gerade wegen einer Schussverletzung behandelt. Sie wurde in die Brust getroffen. Genauere Umstände sind bisher nicht bekannt.

Update vom 6. Januar, 21.15 Uhr: Der erste Eindringling hat nun den Sitzungssaal des Kapitols erreicht. Zuvor konnten jedoch alle Teilnehmer der Sitzung in Sicherheit gebracht werden. Sie befinden sich nun an einem geheimen Ort. Davor waren an alle Senatoren und Abgeordneten noch Gasmasken verteilt worden, um eventuellen Gefahren vorzubeugen. Während des Evakuierungsprozesses bewachte Sicherheitspersonal die verschlossenen Saaltüren. Mit gezogener Waffe versuchten die Personenschützer Eindringlinge abzuwehren.

Im US-Kongress versuchten Sicherheitskräfte die Eindringlinge mit gezogener Waffe abzuwehren.

Ausschreitungen in Washington: Bürgermeisterin verhängt Ausgangssperre

Update vom 6. Januar Update vom 6. Januar, 20.51 Uhr: Die Situation im Kapitol in Washington scheint zunehmend unübersichtlich. In der Stadt wurden an verschiedenen Stellen möglicherweise Rohrbomben platziert. Die Sicherheitsbehörden vor Ort klären momentan, ob es sich dabei um Attrappen handelt. Das berichtet CNN.

Um eine weitere Ausweitung der Ausschreitungen zu verhindern, hat Bürgermeisterin Muriel Bowser ab 18 Uhr (Ortszeit) eine strikte Ausgangssperre in der US-amerikanischen Hauptstadt verhängt. Außer mit einer Sondergenehmigung der Bürgermeisterin darf niemand sich im öffentlichen Raum aufhalten. Die Beschränkung gilt bis in die frühen Morgenstunden des 7. Januars.

Im Kapitol selbst zeigen sich Abgeordnete und Senatoren unterdessen entsetzt von den Vorgängen. Der republikanische Abgeordnete Adam Kinzinger sprach auf Twitter sogar von einem „versuchten Staatsstreich“ und übt damit heftige Kritik am scheidenden Präsidenten Donald Trump und dessen Anhängern. Besonders auffallend ist, dass diese zum eigenen politischen Lager gehören.

Donald Trump selbst reagiert auf Twitter ebenfalls auf die Proteste, die nach seiner Rede am Mittag ausgebrochen sind. Er ruft die Protestierenden nun doch dazu auf, sich friedlich zu verhalten und sendet damit eine widersprüchliche Botschaft. In seiner Ansprache hatte er seine Fans noch zum „Kämpfen“ aufgefordert.

Ausschreitungen in Washington: Nach Trump-Rede Evakuation des Kapitols

Update vom 6. Januar, 20.29 Uhr: Die Sitzung zur Zertifizierung der Wahlergebnisse im Kapitol musste unterbrochen werden. Anhängern des abgewählten Präsidenten Donald Trump ist es wohl gelungen, das Gebäude zu stürmen, wie US-amerikanische Medien berichten. Einige Teilnehmer der Sitzung von Senat und Repräsentantenhaus seien evakuiert worden, heißt es übereinstimmend. Darunter ist auch Vizepräsident Mike Pence.

Verschiedene Beiträge in sozialen Medien zeigen, wie weit die Unterstützer von Trump ins Gebäude vorgedrungen sind. Sie sind nur wenige Meter vom Eingang zum Sitzungssaal entfernt. Andere sollen noch vor dem Gebäude auf Stufen und Terrassen steigen, um sich Zutritt zu verschaffen. Laut CNN haben die Einsatzkräfte Verstärkung angefordert, um der Situation Herr zu werden.

Nach Trump-Rede voller Lügen: Ausschreitungen vor dem Kapitol in Washington

Update vom 6. Januar, 19.58 Uhr: Wie befürchtet ist es nach der Rede von Donald Trump in Washington zu Handgeiflichkeiten gekommen. Vor der Bestätigung der Ergebnisse der US-Präsidentenwahl im Kongress ist es vor dem Kapitol in Washington zu Rangeleien zwischen Trump-Anhängern und Sicherheitsleuten gekommen. Auf Bildern mehrerer TV-Sender war zu sehen, wie Hunderte Unterstützer des scheidenden US-Präsidenten nach seiner auf den Parlamentssitz zumarschierten. Einige lieferten sich Handgreiflichkeiten mit Einsatzkräften. Der „Washington Post“ zufolge wurden mindestens zwei Gebäude des Parlamentskomplexes in der Nähe evakuiert. Das Kapitol selbst ist indessen abgeriegelt, wie Einsatzkräfte gegenüber einem CNN-Mitarbeiter erklärten, der das Gebäude verlassen wollte.

Trump hatte in seiner Rede über angeblichen Betrug bei der US-Präsidentenwahl seine Anhänger dazu aufgerufen, zum Kapitol zu ziehen, das den Senat und das Abgeordnetenhaus beherbergt. Auf Twitter berichten Beobachter, dass die Protestierenden mehrere Sicherheitszäune eingerissen haben und versuchen, das Gebäude zu besetzen. Die Polizei soll Schlagstöcke und Pfefferspray zur Verteidigung einsetzen.

Donald Trump: Erfundene Rekorde, unbelegte Vorwürfe und glatte Lügen

Update vom 6. Januar, 19.32 Uhr: Es war ein Rundumschlag gegen die Medien, eine vermeintlich korrupte Wahl und die „schwachen Republikaner“ - Donald Trump hat bei seiner Rede am Mittwoch viele schwere Vorwürfe erhoben. Belegen lassen sie sich nicht. Wiederholt spricht er davon, dass sowohl die Präsidentschaftswahl im vergangenen November als auch die Wahl im Bundesstaat Georgia um zwei Senatssitze manipuliert worden seien. Amerika werde einen „illegitimen Präsidenten“ haben, das Wahlsystem sei korrupt. Beweise für diese Behauptungen gibt es trotz einer Vielzahl an Gerichtsverfahren keine. Im Gegenteil sprechen unabhängige Wahlbeobachter von einer der sichersten Wahlen in der US-amerikanischen Geschichte. Auch erzählt Trump, man habe in mehreren Bundesstaaten Rekorde bei den Wählerstimmen eingefahren. Offiziell sind diese ebenfalls nicht.

Trump redet, als stünde seine zweite Amtszeit unmittelbar bevor. Er will die Technologiebranche für angebliches Fehlverhalten zur Verantwortung ziehen und die ihm verhasste Briefwahl abschaffen. Dabei naht das Ende seiner Zeit im Weißen Haus in großen Schritten. Daran wird auch die heutige Sitzung von Senat und Repräsentantenhaus nichts mehr ändern. Dort werden die Wahlergebnisse heute final zertifiziert. Mit der Hilfe von Vizepräsident Mike Pence wollte Trump einen letzten Coup landen, um sich doch noch zum Wahlsieger erklären zu lassen. Doch Pence hat bereits offiziell erklärt, dass er bei diesem Plan nicht mitmacht und hat sich somit gegen seinen Verbündeten gestellt. Nach eigener Aussage will der scheidende Regierungschef „niemals aufgeben“, doch von den Fakten hat er sich mit dieser Rede weit entfernt.

Eskaliert Donald Trump die aufgeheizte Stimmung? „Ihr müsst kämpfen“

Update vom 6. Januar, 18.14 Uhr: „Ihr müsst kämpfen“, ruft Trump seinen Anhängern während seines Vortrags zu und heizt die damit ohnehin angespannte Stimmung weiter an. Sie würden es sonst bei den nächsten Vorwahlen „bereuen“. Seine Fans jubeln ihm zu. Befürchtet wurde bereits im Vorfeld, dass es zu Ausschreitungen kommen könnte. Manche seiner Anhänger könnten seine Worte als direkte Aufforderung zu gewalttätigen Handlungen verstehen.

Schon vor einer Stunde, als seine Fans noch auf ihn warteten, twitterte Trump wieder falsche Behauptungen über Wahlbetrug und goss damit in gewisser Weise Öl ins Feuer.

Wut-Rede von Donald Trump: Er schießt gegen seine eigene Partei

Update vom 6. Januar, 18.01 Uhr: Donald Trump spricht jetzt zu seinen Anhängern. In seiner Rede betont er erneut seinen vermeintlichen Wahlsieg und spricht von nicht belegtem Wahlbetrug. Vor seinen Fans gibt er sich kämpferisch. „Wir werden niemals aufgeben“, sagt Trump in Washington trotz seiner eindeutigen Wahlniederlage. Er habe einen „Erdrutschsieg erzielt“. Schwere Vorwürfe erhebt Trump gegen die Medien und die großen Technologie-Konzerne, die sich gegen ihn gestellt und ihn unfair behandelt hätten. Auch an seinem Nachfolger Joe Biden lässt Trump kein gutes Haar. Aber auch gegen die eigenen Reihen teilt Trump kräftig aus. Viele Republikaner hätten „keinen Mut“. Er bezeichnet einige Vertreter seiner eigenen Partei als „schwach und lächerlich“.

Trump setzt seine Hoffnung in Mike Pence. Der soll, wenn es nach dem scheidenden Präsidenten geht, bei der Zertifizierung der Wahlergebnisse intervenieren und ihn so doch noch zum Wahlsieger zu machen. Dazu hat der Vize-Präsident allerdings keine rechtliche Befugnis. Er hat außerdem bereits angedeutet, dass er dem Wunsch seines Chefs nicht nachkommen werde. Trump pocht jetzt auf die angebliche Pflicht Pences, sich für ihn einzusetzen - baut weiter Druck auf seinen Vize auf.

Donald Trump lässt auf sich warten: So heizt er die Stimmung weiter auf

Update vom 6. Januar, 17.50 Uhr: Donald Trump lässt seine Fans weiter auf sich warten. Fast eine Stunde nach dem angekündigten Termin ist von dem scheidenden Präsidenten noch immer nichts zu sehen. Bereits im Wahlkampf zur US-Präsidentenwahl hatte er Termine oft verzögert angetreten. Er soll es mögen, dass die Kameras auf die leere Bühne filmen, während sie auf ihn warten.

Update vom 6. Januar, 17.03 Uhr: Während sich ein demokratischer Wahlsieg bei den Senatswahlen in Georgia immer stärker abzeichnet und im Kapitol die Wahlergebnisse des Electoral College zertifiziert werden, protestieren in Washington D.C. Trumps Anhänger auf den Straßen. Der scheidende Präsident wird in wenigen Momenten zu seinen Fans sprechen.

Proteste vor Zertifizierung der Wahlergebnisse: Bricht durch Trump-Anhänger Gewalt aus?

Erstmeldung vom 6. Januar: Washington D.C. - Eigentlich ist Joe Bidens Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl mittlerweile unumstößlich. Die Zahlen sprechen für sich, die Wahlleute haben abgestimmt und auch Neuauszählungen und die Klagen des Trump-Teams vor Gericht konnten am Wahlausgang nichts ändern. Nun sollen Senat und Repräsentantenhaus die Stimmen aus dem Electoral College am 6. Januar in einer gemeinsamen Sitzung offiziell auszählen. Üblicherweise ist dies eine reine Formalität, nicht so bei dieser Wahl. Denn Wahlverlierer Donald Trump hat zahlreiche seiner Unterstützer mobilisiert, die in Washington D.C. zum Protest auflaufen.

Die Demonstranten hoffen mit ihrem Protest wohl darauf, den Wahlsieg Joe Bidens* noch auf irgendeine Weise verhindern zu können. Unter anderem wollen sie das erreichen, indem sie versuchen, Abgeordneten der Demokraten den Zugang zum Kapitol in Washington D.C. zu verwehren. Sie fühlen sich betrogen. Genauso wie es ihr Präsident ihnen vorgebetet hat. Problematisch könnte werden, dass unter den Menschen auf der Straße nicht nur viele Enttäuschte sind, sondern auch gewaltbereite Rechte und Randalierer.

Trump-Anhänger füllen Washingtons Straßen: Manche erscheinen gewaltbereit

In den vergangenen Tagen kam daher die Befürchtung auf, die Demonstrationen könnten eskalieren. Dass die Emotionen hochkochen, verrät bereits der Ton mancher Trump-Anhänger. So skandiert eine Gruppe Menschen in der US-Hauptstadt nach Aufforderung eines Redners: „Sieg oder Tod“. Trump selbst hat sich bisher nicht gegen die kruden Äußerungen ausgesprochen. Vielmehr hatte er angekündigt, selbst bei den Protesten anwesend zu sein und seine Fans in ihrem Unterfangen noch befeuert.

Auch Mitglieder der rechten Gruppierung „Proud Boys“ hatten auf einem rechtsextremen britischen Youtube-Kanal beunruhigende Aussagen gemacht. „Was ich hoffe, ist: Trump gewinnt, die Linken verlieren ihren Verstand, und es gäbe mir einen Grund, endlich nach da draußen zu gehen und die neue Feuerkraft zu testen, die ich in den letzten paar Jahren erworben habe“, sagte Proud-Boy-Mitglied Ralph Pina in einer Video-Schalte. Es ist zu befürchten, dass sich der ein oder andere bei der Verkündung von Joe Bidens endgültigem Sieg in der Hitze der Emotionen hinreißen lässt

Zertifizierung von Joe Bidens Sieg - auch im Kapitol dürfte es zu Turbulenzen kommen

Nicht nur auf den Straßen könnte es aber turbulent werden. Donald Trump nutzt den 6. Januar als letzten großen Showdown im Gezerre um den Wahlsieg. Bereits im Vorfeld kündigten Senatoren und Abgeordnete der Republikaner an, gegen das Ergebnis vorgehen zu wollen. Außerdem plant Trump einen besonderen Coup: Sein Vize Mike Pence soll im Zweifelsfall vermeintlich gefälschte Wahlstimmen für ungültig erklären. Pence hat als Präsident des Senats* allerdings eine rein zeremonielle Rolle und rechtlich keine Befugnis so etwas zu versuchen. (mam) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

Rubriklistenbild: © Andrew Harnik/Pool The New York Times/dpa

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