Brisantes Protokoll enthüllt

Trump lästert am Telefon über Angela Merkel - SPD-Mann kontert mit heftiger Attacke

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Keine Harmonie: Zwischen Donald Trump und Angela Merkel passte es auch auf G7-Gipfel in Frankreich scheinbar nicht wirklich.

Pikante Veröffentlichung: US-Präsident Donald Trump und sein ukrainischer Kollege Wolodymyr Selenskyj haben über Angela Merkel gelästert.

Update vom 29. September 2019, 13.34 Uhr: Der Europa-Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), hat US-Präsident Donald Trump als „Rassisten“ bezeichnet. Bei der SPD-Regionalkonferenz im nordrhein-westfälischen Troisdorf, antwortete Roth am Sonntag auf die Frage des Moderators, „Was machen wir mit Donald Trump?“: Teamgeist sei am Ende besser als Abschottung, neue Mauern zu bauen und über die anderen nur schlecht und abfällig zu reden. Das sei weder in der SPD gut, noch auf der internationalen Ebene. „Wir haben nur eine Chance gegen den Donald Trump, wenn alle Europäerinnen und Europäer ihre Egoismen überwinden und sagen, wir halten gegen diesen Rassisten zusammen und wir bieten ihm die Stirn.“

Einmal mehr leistete sich Donald Trump eine peinliche Twitter-Panne. Doch diesmal ging er noch einen Schritt weiter als sonst.

Trump lästert am Telefon über Merkel - und kassiert jetzt klare Ansagen aus Deutschland

Update vom 27. September 2019: Die Abschrift des Telefonats ist am Donnerstag veröffentlicht worden. Sie hat den verbalen Angriff des US-Präsidenten auf Bundeskanzlerin Angela Merkel offen gelegt. Donald Trump griff die Bundesregierung wegen ihrer Haltung zur Ukraine an (siehe unten). Unter anderem sagte er: „Angela Merkel spricht Ukrainisch, aber sie macht nichts.“ Die Bundeskanzlerin oder Mitglieder der Bundesregierung haben sich zu den Anschuldigungen bislang noch nicht geäußert.

Das Auswärtige Amt hat sich nun allerdings zu Wort gemeldet. „Deutschland ist nach EU und USA drittgrößter bilateraler Geber in der Ukraine. Außerdem ist Deutschland neben der EU größter Geber von humanitärer Hilfe“, wird ein Sprecher von bild.de zitiert.

Roderich Kiesewetter, außenpolitischer Experte der Union, hat sein Unverständnis über die Aussagen geäußert. Der Heilbronner Stimme sagte er: „Es war die Bundeskanzlerin, die eine geeinte nicht-militärische europäische Antwort auf die erstmalige gewaltsame Verschiebung von Grenzen in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg sichergestellt hat.“

Donald Trump wurde wegen seines Truppenabzugs aus Syrien in der Talkrunde von Sandra Maischberger stark beschimpft. Ein Kabarettist flippte in der Sendung aus. Zuschauer reagieren zum Teil empört.

Brisantes Protokoll enthüllt: Trump lästerte am Telefon über Merkel

Update vom 26. September 2019: Die Europäische Union hat von US-Präsident Donald Trump geäußerte Kritik an ihrer Unterstützung für die Ukraine zurückgewiesen. Gemeinsam mit den europäischen Finanzinstitutionen habe die EU seit 2014 bereits mehr als 15 Milliarden Euro zur Unterstützung des Reformprozesses in der Ukraine bereitgestellt, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel. Das Hilfspaket für die Ukraine sei das größte in der Geschichte der EU.

Trump hatte die EU am Mittwoch am Rande der UN-Vollversammlung in New York aufgefordert, ihre Unterstützung für die Ukraine zu verstärken. „Die Vereinigten Staaten helfen der Ukraine“, sagte Trump bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. „Aber ich denke, dass andere Länder der Ukraine viel stärker helfen sollten, als sie es tun.“ Konkret nannte Trump in dem Zusammenhang Deutschland, Frankreich und die EU. „Sie müssen sich dafür ein bisschen schuldig fühlen, weil sie nicht tun, was sie tun sollten“, sagte er.

In einem am Mittwoch vom Weißen Haus veröffentlichten Gesprächsprotokoll eines Telefonats von Trump und Selenskyj Ende Juli hatte der US-Präsident ebenfalls Kritik an der Ukraine-Politik der EU geübt. Auch Selenskyj beschwerte sich demnach darüber, dass die EU nicht genügend für die Ukraine tue.

Zu dem Gesprächsprotokoll wollte sich der Sprecher der EU-Kommission am Donnerstag nicht äußern. Er betonte lediglich, dass die EU-Unterstützung für die Ukraine stark an Reformfortschritte in dem durch russische Interventionen destabilisierten Land geknüpft sei.

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Brisantes Protokoll enthüllt: Trump lästerte am Telefon über Merkel

Update vom 25. September 2019, 19.30 Uhr: Die Bundesregierung will der Kritik von US-Präsident Donald Trump an der deutschen Ukraine-Politik nicht öffentlich widersprechen. "Wir kommentieren das nicht", sagte eine Regierungssprecherin am Mittwoch in Berlin der Nachrichtenagentur AFP. Der US-Präsident hatte über die Bundeskanzlerin in einem Telefonat mit dem Präsidenten der Ukraine gesagt, sie würde nur reden und nichts tun. Präsident Selenskyj stimmte mit Trumps Meinung überein und kritisierte Merkel ebenfalls. 

Das Gesprächsprotokoll war am Mittwochnachmittag auf Druck der Demokraten veröffentlicht worden. Die Opposition strebt wegen Trumps Äußerungen in Verbindung mit dessen Konkurrenten Joe Biden ein Amtsenthebungsverfahren an. 

Protokoll bestätigt: Trump und Selenskyj lästerten über Angela Merkel

Washington - Das Politbeben in den Vereinigten Staaten dauert weiterhin an. Am Mittwochnachmittag veröffentlichte das Weiße Haus das vollständige Protokoll des Telefonats von US-Präsident Trump und seinem ukrainischen Gegenüber. Damit steht nun endgültig fest, dass Trump den ukrainischen Präsidenten um Hilfe gebeten hat, um Ermittlungen gegen seinen Konkurrenten Joe Biden einzuleiten. 

Das Protokoll zeigt jedoch auch andere Themen auf, über die Trump und Selenskyj gesprochen hatten. Ein Thema davon war Angela Merkel. Der US-Präsident sprach davon, wie sehr der USA das Wohl der Ukraine am Herzen läge. Für die Ukraine opfere man viel Zeit und Aufwand, meint Trump in dem Gespräch. Aus der Sicht des US-Präsidenten kann man das jedoch nicht über die europäischen Länder, allen voran Deutschland, sagen. Diese würden der Ukraine überhaupt nicht helfen. „Deutschland macht fast gar nichts für Sie. Alles was sie machen ist reden und ich denke, das ist etwas, nach dem Sie fragen sollten. Angela Merkel spricht Ukrainisch, aber sie macht nichts“, so Trump.

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Selenskyj bekräftigt Trumps Vorwürfe an Merkel: „Sie haben zu 1000 Prozent recht“

Harte Worte des US-Präsidenten, der gegenüber Selenskyj nicht davor scheut schlecht über die Bundeskanzlerin zu reden. Der ukrainische Präsident teilt dabei jedoch offenbar die Ansichten von Trump. „Ja Sie haben absolut recht. Nicht nur zu 100 Prozent, sondern zu 1000 Prozent und ich kann Ihnen folgendes sagen; ich habe mit Angela Merkel gesprochen und sie getroffen.(...) Sie tun nicht so viel für die Ukraine, wie Sie sollten. Die Europäische Union sollte unser größter Partner sein, aber technisch gesehen sind die USA ein viel größerer Partner.“

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Das Protokoll zeigt also, dass die Kanzlerin bei ihren Kollegen wohl nicht das höchste Standing genießt. Trump und Selenskyj hatten wohl nicht mit der Veröffentlichung ihres Gespräches gerechnet, als sie die besagten Formulierungen wählten. Wie die Kanzlerin jetzt mit der Situation umgeht, bleibt abzuwarten.

Video: Trump und Selenskyj - Das umstrittene Telefonat

Das Impeachment-Verfahren nimmt Fahrt auf. Steht Donald Trump wegen der Ukraine-Affäre vor der Amtsenthebung? Alle Entwicklungen im News-Ticker.

Ein weiteres Telefonat könnte Trump in die Bredouille bringen. Nach der Ukraine-Affäre sickern Details zu einem anderen geheimen Anrufs Trumps ans Tageslicht - diesmal soll der US-Präsident Australien um Hilfe gebeten haben. Mittlerweile bekommt es Donald Trump aber im Hinblick auf das mögliche Impeachment-Verfahren mit der Angst zu tun. Die ehemalige US-Botschafterin in Kiew, Marie Yovanovitch, fühlte sich von US-Präsident Donald Trump bedroht. Das sagte sie bei ihrer Aussage zur Ukraine-Affäre.

In einem Radio-Interview mit dem britischen Radiosender LBC sprechen Politiker Nigel Farage und US-Präsident Trump unter anderem über den Brexit - und über Meghan Markle

Emmanuel Macron bezeichnete die Nato als „hirntot“ - woraufhin Angela Merkel den französischen Präsidenten kritisiert. Bei Markus Lanz schoss Oskar Lafontaine gegen Angela Merkel. Der ZDF-Moderator wurde daraufhin parteiisch - und verteidigte die Bundeskanzlerin.

fd/dpa

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