Politiker krank - Troika erst später in Athen

+
Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras muss nach einer Augenoperation eine Woche lang zu Hause bleiben.

Brüssel - Wegen Krankheitsfällen in der griechischen Regierung ist der Start der kritischen Troika-Mission um eine Woche auf Anfang Juli verschoben worden.

Zwei Tage nach seiner Augenoperation ist der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras am Montag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Er müsse sich noch einige Tage zu Hause schonen, könne jedoch Besuch empfangen, teilten seine Ärzte mit. Samaras war am Samstag wegen einer beginnenden Netzhautablösung operiert worden.

Der griechische Regierungschef sagte seine Teilnahme am EU-Gipfel Ende der Woche ab, da ihm die Mediziner nach dem Eingriff dringend von einem Flug nach Brüssel abgeraten hatten. Der designierte Finanzminister Vassilis Rapanos war nach einem Kreislaufzusammenbruch Ende vergangener Woche am Montag noch immer im Krankenhaus.

Wegen der Krankheitsfälle in der griechischen Regierung wurde der Start der kritischen Troika-Mission verschoben. Nun würden die Gespräche “vermutlich Anfang Juli beginnen“, hieß es im Umfeld der Troika. Die Eurogruppe hatte noch am Freitag erklärt, dass die Troika-Experten aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) ab (dem heutigen) Montag in Athen mit der Überprüfung der Programmumsetzung beginnen sollten.

Sieger und Verlierer der Griechenland-Wahl

Sieger und Verlierer der Griechenland-Wahl

“Zunächst sind wir um die Gesundheit des Ministerpräsidenten und des Finanzministers besorgt“, sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn. Die Troika besuche Griechenland “so bald wie möglich. Beide Seiten sind daran interessiert, die Überprüfung möglichst bald durchzuführen“, kündigte Amadeu Altafaj Tardio an.

Die Zeit drängt: Von dem Ergebnis der Troika-Analyse hängt ab, wie das bisherige Programm angepasst werden muss. Bundesaußenminister Guido Westerwelle äußerte Verständnis für die Verschiebung. “Krankheit ist aller Lagen Meister“, sagte er bei einem Ressortcheftreffen in Luxemburg. Zugleich bekräftigte er, dass es für Athen “keine Rabatte“ geben werde.

dapd

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare