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Krankschreibung per Telefon: Gesundheitsminister beschließen Änderung

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Die Gesundheitsminister der Länder haben mit Blick auf die telefonische Krankschreibung einen Beschluss befasst. Auch in anderen Bereichen gibt es Änderungen.

Hamm - Die Omikron-Variante des Coronavirus sorgt für mehr Ansteckungen und damit für höhere Inzidenzen in Nordrhein-Westfalen sowie in ganz Deutschland. Weil das auch die niedergelassenen Ärzte noch mehr belastet, haben die Gesundheitsminister der Länder ihrer Unterstützung zugesagt.

LandDeutschland
KanzleOlaf Scholz
HauptstadtBerlin

Änderung bei telefonischer Krankschreibung: Die Beschlüsse der Gesundheitsminister

In einer Videoschalte am Montagabend baten die Ressortchefs das Bundesgesundheitsministerium unter der Leitung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), die Regelungen zur telefonischen Krankschreibung bei Atemwegserkrankungen zu verlängern. Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD), aktuell Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz (GMK), argumentierte: Die Ärzte bräuchten diese Unterstützung, „damit sie nicht von Patienten überrollt werden.“

Trotz der Möglichkeit, sich telefonisch krankschreiben lassen zu können, bleibt eine eingehende ärztliche Beratung aus Sicht der Krankenkassen wichtig. „Bis Ende März ist die telefonische Krankschreibung bei leichten Atemwegserkrankungen bereits heute möglich“, sagte der Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung, Florian Lanz, der Deutschen Presse-Agentur

Diese Sonderregelung hatte der Gemeinsame Bundesausschuss, das für die Regelung von Leistungen zuständige Spitzengremium im Gesundheitswesen, Anfang Dezember beschlossen. „Wichtig ist, dass sich die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte persönlich vom Zustand der Patientin oder des Patienten durch eine eingehende telefonische Befragung überzeugen“, sagte Florian Lanz.

Telefonische Krankschreibung aktuell noch bis zum 31. März befristet

Aktuell können - derzeit noch befristet bis 31. März - Patienten, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, telefonisch bis zu sieben Kalendertage krankgeschrieben werden. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung kann telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden. 

Dazu können Krankenhausärzte eine Arbeitsunfähigkeit für bis zu 14 Tage nach Entlassung bescheinigen. Diese Regelung tritt nach jetzigem Stand am 31. Mai außer Kraft.

Nach den Beratungen der GMK soll es darüber hinaus weiterhin möglich sein, dass ärztliche und psychotherapeutische Konsultationen digital erfolgen. Auch einen Rettungsschirm für Praxen soll es geben, wenn diese einen hohen Personalausfall haben oder nicht akute Behandlungen verschoben werden müssten. Das Bundesgesundheitsministerium soll zudem die Kostenübernahme bei der Aufnahme ausländischer Patienten in Deutschland klären. (dpa/WA) *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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