Analyse der neuerlichen Eskalation

Ukraine-Krise: Tagesthemen-Kommentator spricht drei traurige Wahrheiten aus

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Stephan Stuchlik hat in den Tagesthemen Klartext gesprochen.

WDR-Journalist Stephan Stuchlik kommentiert die aktuelle Eskalation des Russland-Ukraine-Konflikts - und spricht drei unangenehme Wahrheiten aus, derer sich jeder bewusst sein sollte.

Kiew/Moskau - Nach dem Angriff russischer Grenzboote auf Schiffe der ukrainischen Marine am Sonntagabend ist der Russland-Ukraine-Konflikt eskaliert - und erhält volle mediale sowie politische Aufmerksamkeit. Der WDR-Journalist Stephan Stuchlik hat die aktuelle Eskalation auf der Krim nun für die Tagesthemen kommentiert und findet klare Worte.

Die Bevölkerung in der Bundesrepublik hätte sich allmählich an die Situation in der Ukraine gewöhnt, erklärt Stuchlik. Nicht nur Politiker und Wirtschaftsvertreter, auch so manche Redaktion müsse sich hier angesprochen fühlen. „Da war ein Konflikt, ist im Moment ruhig. Wird schon gut gehen“, bringt Stuchlik die allgemeine Stimmungslage vor der Eskalation auf den Punkt. Dann präsentiert der Journalist drei Wahrheiten über den verschärften Russland-Ukraine-Konflikt. Es sind teilweise Wahrheiten, „die wenige aussprechen wollen“ - und die gerne verdrängt werden.

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Tagesthemen: Die erste Wahrheit des ARD-Kommentators

Wer garantiert uns, dass die russischen Kapitäne ihre Nerven im Zaum halten? Wer garantiert, dass in der Ukraine, einem Land in aufgeheiztem Wahlkampfmodus, die Lage nicht außer Kontrolle gerät?“, fragt Stuchlik und gibt die Antwort gleich selbst: „Niemand kann das.“

Tagesthemen: Die zweite Wahrheit des ARD-Kommentators

Es sei allgemein bekannt, wer die Schuld für die neuerliche Eskalation trage, sagt der WDR-Journalist. Und zwar nicht für den Vorfall am Sonntag, sondern für die Gesamtsituation. „Russland hat völkerrechtswidrig die Krim besetzt, beherrscht den Eingang zum Asowschen Meer und kann der Ukraine die Zufahrt zu wichtigen Häfen sperren. Russland hat - bitte alle mal hinsehen - aus Unrecht Fakten gemacht.“ Am Wochenende hat Russland den einzigen Zugang vom Schwarzen Meer zum Asowschen Meer für ukrainische Zivilschiffe abgeriegelt.

Tagesthemen: Die dritte Wahrheit des Journalisten

Bundesaußenminister Heiko Maas hat am Dienstag angeboten, zusammen mit Frankreich zu versuchen, in dem Konflikt zwischen der Ukraine und Russland zu vermitteln. Stuchlik benennt das Problem an diesem Vorschlag unverblümt:  „Vielleicht sollte jemand der Bundesregierung sagen, dass es schwer ist, in Kiew als neutraler Vermittler aufzutreten, wenn man gleichzeitig zusammen mit Russland die nächste milliardenschwere Gaspipeline baut - die übrigens zum Ziel hat, die Ukraine zu umgehen.“

WDR-Journalist in den Tagesthemen: „Es wäre dringend Zeit, aufzuwachen“

Viel Diplomatie sei in den Graben zwischen Außen- und Wirtschaftspolitik gefallen, spricht Stuchlik den Konflikt zwischen wirtschaftlichen und politischen Interessen offen an. Das könne aber schwerwiegende Folgen haben. „Wer nicht eines Tages wirklich von einem kriegerischen Konflikt in Europa überrascht werden will, sollte sich dringend Gedanken über eine andere und schlüssige Politik machen.“ Doch eine Überraschung sei das nicht wirklich, erinnert der WDR-Journalist, was viele ganz gut verdrängt hätten: „Habe ich gesagt überrascht? Nein. Es gibt ihn schon, diesen Krieg. In der Ostukraine sterben täglich Menschen - auf beiden Seiten.“ 

Stuchlik schließt mit einem Appell an alle: „Es wäre dringend Zeit, aufzuwachen.“

lr

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