Streit um Fastnachtsauftritt von Thilo Sarrazin

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Thilo Sarrazin

Mainz - Darf er, oder darf er nicht: In Mainz gibt es derzeit heftiges Gezänk um einen Fastnachtsauftritt des Ex-Bundesbankers Thilo Sarrazin bei der heimischen Ranzengarde.

Der wegen seiner Ausländer-Kritik umstrittene ehemalige Berliner Finanzsenator soll am kommenden Sonntag die Laudatio auf den diesjährigen Preisträger der Fasnachtorganisation, den Musikkabarettisten Lars Reichow, halten. Sarrazin hatte bereits 2009 den Ehrentitel eines “Ranzengardisten“ erhalten. Für kommenden Sonntag wollen unter anderem der Kreisverband der Grünen und die rheinland-pfälzische DGB-Jugend in Mainz gegen den Auftritt demonstrieren. “Nichts von dem, was Sarrazin beschreibt, ist eine Bereicherung für die Diskussion, geschweige denn neu, originell oder ein Tabubruch“, heißt es in dem Protestaufruf. Die Polizei rechnet mit rund 200 Teilnehmern.

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Der Generalfeldmarschall der Garde, der frühere rheinland- pfälzische CDU-Vorsitzende, Johannes Gerster, hielt dem am Dienstag in einem dpa-Gespräch entgegen: “Ich bin für die Freiheit von Rede und Meinung und da ist es selbstverständlich, dass er uns sehr willkommen ist.“ Der 69-jährige Gerster, der früher Bundestagsabgeordneter war, sagte weiter: “Wir sind eine Fastnachtsorganisation, die für die Narren- und Redefreiheit eintritt. Wir lassen uns nicht vorschreiben, wer bei uns auftreten darf und wer nicht.“ Die Garde sei im übrigen 1837 im Protest gegen den Obrigkeitsstaat entstanden. “Da fühlen wir uns nun in bester Tradition“, fügte Gerster hinzu. “Wenn ich nur mit Leuten kommuniziere, die meiner Meinung sind, dann wäre die Welt ja sehr langweilig.“ Und die Ranzengarde verteile schließlich nicht den Friedensnobelpreis und “daher bewerten wir auch keine politischen Aussagen“. Sarrazin war zuletzt in die Kritik geraten, weil er muslimischen Zuwanderern vorwarf, sich in Deutschland nicht integrieren zu wollen oder zu können.

dpa

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