ZDF-Sommerinterview

Söder erwartet von Laschet mehr Position – und blickt zurück: „Hätte wahrscheinlich knapp gewonnen...“

ZDF-Journalist Theo Koll mit CSU-Chef Markus Söder im Max-Morlock-Stadion in Nürnberg für das Sommerinterview 2021.
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Hatte einen Fußballvergleich parat: CSU-Chef Markus Söder mit ZDF-Journalist Theo Koll im Nürnberger Stadion.

CSU-Chef Markus Söder spricht im ZDF-Sommerinterview über einen „seltsamen“ Wahlkampf – und kritisiert Impfäußerungen seines Vize Hubert Aiwanger.

  • CSU*-Chef Markus Söder* hat einen zu passiven Wahlkampf der Union mit ihrem Kanzlerkandidaten Armin Laschet* moniert (siehe Ursprungsmeldung).
  • Außerdem kritisierte Bayerns Ministerpräsident seinen Vize Hubert Aiwanger beim Thema Corona-Impfung (siehe Update vom 1. August, 19.25 Uhr).
  • Söder spricht auch noch mal die K-Frage an (siehe Update vom 1. August, 19.31 Uhr) und was Laschet jetzt liefert (siehe Update vom 1. August, 19.23 Uhr).

Update vom 1. August, 19.55 Uhr: In ihrem Streit über Corona-Impfungen hat Bayerns Vize-Regierungschef Aiwanger neue Kritik von Söder* (siehe Update vom 1. August, 19.25 Uhr) scharf zurückgewiesen. Das berichtet die dpa. Söder erneuerte am Sonntag im ZDF-Sommerinterview seine Kritik an Aiwangers Impf-Argumentation - der daraufhin scharf konterte, dem CSU-Vorsitzenden eine bewusste Falschbehauptung vorwarf und von einer „Unverschämtheit“ sprach.

Söder zum Zeitpunkt der neuen Corona-Einreiseverordnung: „Mich ärgert das“

Update vom 1. August, 19.35 Uhr: Abgesehen von seinem Wunsch, einen angriffslustigeren Unions-Wahlkampf zu sehen (siehe Ursprungsmeldung) gab es im ZDF-Sommerinterview auch Raum für das Thema Corona-Politik. Mit Blick auf eines der entscheidenden Wahlkampfthemen monierte Söder, dass es wieder viel zu lange gedauert habe, bis die neue Einreiseverordnung kam: „Mich ärgert das.“

Zugleich sei wichtig, dass sich die Gesundheitsminister bei ihrer Konferenz am Montag für mehr Impfangebote für 12- bis 17-Jährige in den Impfzentren aussprächen*. Eine Impfpflicht lehnte Söder erneut ab, dies würde die Gesellschaft spalten. Stattdessen setze er darauf, die Menschen durch Anreize zu überzeugen. Dazu zähle etwa die auch verfassungsrechtlich gebotene Rückgabe aller Freiheitsrechte für Doppeltgeimpfte.

Söder im ZDF zur Unions-Kanzlerkandidatur: „Hätte wahrscheinlich knapp gewonnen“

Update vom 1. August, 19.31 Uhr: Die Ausstrahlung des ZDF-Sommerinterviews mit Söder ist beendet. Mit Blick auf das Ringen zwischen ihm und Laschet um die Unions-Kanzlerkandidatur sagt Söder: „Ich hätte wahrscheinlich knapp gewonnen, wenn ich eine harte Auseinandersetzung gemacht hätte“. Dies jedoch wäre nicht gut für den Wahlkampf der Union gewesen, daher habe er das nicht gemacht.

Nun gelte für ihn: „Es ist abgeschlossen“ und „ich will, dass wir gemeinschaftlich gewinnen“. Dafür müsse die Union aber „noch eine Menge tun“, sagte Söder weiter, ohne Laschet direkt zu nennen. Seine Sorge sei, dass es am Ende eine Mehrheit für ein Ampel-Bündnis von Grünen, SPD und FDP ohne die Union geben könnte. Das wolle er verhindern.

Update vom 1. August, 19.29 Uhr: „Wind ist in Bayern einfach nicht so erfolgreich“, glaubt Söder. Ansonsten läge Bayern im Bundesländervergleich aber auf vielen Feldern der Klimapolitik (CO2-Ausstoss zum Beispiel) vorne, entgegnet er auf die skeptische Einleitungsfrage Kolls zum Ausbau der Windkraft in Bayern.

Hier liegt Bayern wegen seiner sehr strengen Abstandsregeln im Ländervergleich zurück. Zwar solle es auch hier begrenzte Erleichterungen geben, räumt der CSU-Chef ein, verweist aber auf Widerstände in der Bevölkerung.

Söder im ZDF-Sommerinterview: Impfskeptiker Aiwanger manövriert sich ins politische Abseits

Update vom 1. August, 19.25 Uhr: Stichwort Hubert Aiwanger: der Wirtschaftsminister Bayerns, der sich öffentlich als Impfskeptiker äußerte. Wäre es nicht angemessen, ihn zu entlassen?, fragt der ZDF-Journalist. Die Freien Wähler seien ein verlässlicher Koalitionspartner, antwortet Söder. Er verwies darauf, dass Aiwanger im bayerischen Kabinett bisher jeden Beschluss der Anti-Corona-Maßnahmen mitgetragen habe. Er sehe daher keinen Grund, ihn zu entlassen.

Und die persönliche Antwort auf die Frage nach der Impfbereitschaft stehe jedem frei. Aber ihm gefalle der „Sound“, die Wortwahl Aiwangers nicht. „Meine Sorge ist, dass er sich in eine Ecke manövriert, aus der er nicht mehr hinauskommt.“ Wenn Aiwanger etwa von Nebenwirkungen spreche, bei dem ihm „die Spucke wegbleibt“ oder er beispielsweise sage, es sei nicht bewiesen, ob die Impfstoffe wirkten. „Da muss man aufpassen“, sagte Söder.

Update vom 1. August, 19.23 Uhr: In der Corona-Politik stünden jetzt „Weichenstellungen“ an, deutet Söder an. Unterschätzt Söder Laschets „Strategie der Uneindeutigkeit“, mit der Kanzlerin Angela Merkel ja immer gut gefahren sei, will Koll von ihm wissen. Söder betont Laschets Regierungserfahrung als Ministerpräsident von NRW. „Laschet hat Position“, gibt sich Söder überzeugt. „Das wird in den nächsten Wochen noch stärker werden.“

Update vom 1. August, 19.18 Uhr: Die Frage nach Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet. „Sie vermitteln das Gefühl, sie sind der Meinung, der bessere Schütze zu sein“, spielt Koll auf Söders Kanzler-Ambitionen an. Der wehrt ab: „Nein, nein.“ Aber er habe das Gefühl, die Union müsse im Wahlkampf noch mehr tun, sagt Söder, ohne Laschet direkt zu nennen. „Wenn man selbst entscheiden will, mit wem man reagieren will, muss man stark und souverän sein“, so Söder.

Söder im ZDF: Passiver Unionswahlkampf ist Ursache für schlechte Umfragen

Update vom 1. August, 19.14 Uhr: Im Max-Morlock-Stadion in Nürnberg gibt der CSU-Chef dem ZDF sein Sommerinterview („Habe hier schon viele, viele Stunden verbracht - auch leidvolle“, so Fußballfan Söder). Für Interviewer Theo Koll der Übergang zum Thema Umfragewerte, die für die Union alles andere als glänzend sind. Für Söder sind die zum Teil auch das Ergebnis eines „seltsamen“ Wahlkampfs (siehe vorheriges Update).

Update vom 1. August, 18.46 Uhr: Den bisherigen Wahlkampf sieht CSU-Chef Markus Söder sehr kritisch (siehe Ursprungsmeldung). Es gehe bisher „fast nur um Nebensächlichkeiten“, sagte er im ZDF-Sommerinterview laut einer Vorabmeldung – „um irgendwelche Bücher, um Lebensläufe, um Lacher, und fast nie um die entscheidenden Fragen“. Hier wünsche er sich eine Änderung.

Das Gespräch wird an diesem Sonntag um 19.10 Uhr vom ZDF in voller Länge ausgestrahlt. Wir berichten dann an dieser Stelle fortlaufend.

Bundestagswahl 2021: Söder fordert „mehr Power“ im Wahlkampf von CDU/CSU

Unsere Ursprungsmeldung vom 1. August: Nürnberg - „Einfach mal ein bisschen offensiv werden“: Die Union ist nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder* wegen ihres passiven Wahlkampfs selbst für ihre sich zunehmend verschlechternden Umfrageergebnisse* verantwortlich. Wie im Fußball empfehle es sich, „einfach auch noch mal selbst zu stürmen und ein bisschen offensiv zu werden“, sagte Bayerns Ministerpräsident am Sonntag im ZDF-Sommerinterview in Nürnberg laut dpa. Das ganze Gespräch wird ab 19.10 Uhr im Fernsehen übertragen.

In den jüngsten Umfragen* kommen CDU*/CSU* nur noch auf Werte zwischen 27 und 28 Prozent, zwischenzeitlich hatte sie bei mehr als 30 Prozent gelegen.

Söder zu Laschet im ZDF-Sommerinterview: Bin „Antreiber“ im Wahlkampf

Söder betonte, er erwarte für den Wahlkampf in den kommenden Wochen eine angriffslustigere Strategie: „Das muss jetzt kommen.“ Bei der Einschätzung gebe es auch keine Differenzen mit Unionskanzlerkandidat und CDU-Chef Armin Laschet*: „Wir sind uns einig, wir brauchen einfach mehr Tempo und Power“, sagte Söder.

Seine eigene Rolle im Wahlkampf neben Laschet verstehe er als „Antreiber“, sagte Söder. Nachdem sich CDU und CSU in den vergangenen Wochen durch die Fehler der anderen in den Umfragen verbessern konnten, sei die Union nun wieder auf dem früheren niedrigen Niveau. Seine Sorge sei, dass der „seltsame Wahlkampf“ weiter dahinplätschert und die Union am Ende wegen fehlenden Engagements nicht stark und souverän genug werde, um eine Regierung zu bilden.

Corona: Söder wettert gegen Zeitpunkt für neue Einreiseverordnung - „Mich ärgert das“

Mit Blick auf die Corona-Krise* - auch als eines der entscheidenden Wahlkampfthemen - monierte Söder, dass es wieder viel zu lange gedauert habe, bis die neue Einreiseverordnung kam: „Mich ärgert das.“ Zugleich sei wichtig, dass sich die Gesundheitsminister bei ihrer Konferenz am Montag für mehr Impfangebote für 12- bis 17-Jährige in den Impfzentren aussprächen.

Eine Impfpflicht lehnte Söder erneut ab, dies würde die Gesellschaft spalten. Stattdessen setze er darauf, die Menschen durch Anreize zu überzeugen. Dazu zähle etwa die auch verfassungsrechtlich gebotene Rückgabe aller Freiheitsrechte für Doppeltgeimpfte. (dpa/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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