"Wie oft hintereinander kommen Sie?"

Berlusconis nächste sexistische Entgleisung

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Ein Screenshot aus dem Video, das Silvio Berlusconi im Gespräch mit der Angestellten von Green Power zeigt.

München - Silvio Berlusconi ist für peinliche Sexskandale bekannt. Nun hat sich der "Cavaliere" einen erneuten Ausrutscher geleistet - mit doppeldeutigen Anspielungen auf einer Wahlkampfbühne.

In weniger als zwei Wochen steht Italien mal wieder vor der Wahl: Der parteilose Übergangspremier Mario Monti hat seinen Rücktritt vorgezogen, am 25. Februar wird ein neues Parlament gesucht. Montis Vorgänger Silvio Berlusconi, der die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt an den Rand des finanziellen Kollaps brachte und sich in zahlreichen Gerichtsverfahren wegen Korruption, Amtsmissbrauch und Umgangs mit minderjährigen Prostituierten verantworten muss, wurde förmlich aus dem Amt gejagt.

Viele glaubten, durch seine peinlichen Sexskandale und politischen Misserfolg habe sich der schönheitsoperierte Cavaliere selbst immer ins politische Abseits gestellt. Doch was kaum einer für möglich hielt: Berlusconi ist erneut zur Wahl angetreten. Und was - zumindest außerhalb Italiens - überhaupt keiner erwartet hat: Der 76-Jährige holt in den Umfragen kontinuierlich auf.

Doppeldeutige Anspielungen: "Wie oft hintereinander kommen Sie?"

Seine zahlreichen verbalen Ausrutscher – wie etwa kürzlich seine Verteidigung des Faschistenführers Benito Mussolini – scheinen Berlusconi dabei kaum zu schaden. Am Sonntag leistete er sich seine bislang neueste Entgleisung, wie ein Video der Internetseite"La Nuova Venezia" zeigt (das Video bei YouTube).Berlusconi ist im Rahmen einer Wahlkampfkundgebung zu Gast in Mirano bei Green Power. Die Firma ist im Bereich regenerativer Energien tätig. Als eine junge und attraktive Angestellte die Funktionen und Vorteile einer neuen Anlage der Firma sowie den Service erklärt, der zu den Kunden extra nach Hause komme, verwickelt Berlusconi sie sogleich in doppeldeutige Anspielungen. Der Dialog:

"SIE kommen?", fragt er die Angestellte scheinheilig. "Ja, ich komme, und es kostet nichts", lautet die Antwort. "Nur ein Mal? Oder wie oft?", hakt Berlusconi nach. Die Frau geht nicht auf die Anspielung auf sexuelle Höhepunkte ein, sondern antwortet: "Drei, vier, fünf Mal – das hängt von den Anforderungen ab." Berlusconi spielt sein frivoles Spielchen weiter: "Und wie oft hintereinander?" Im Publikum sind erste Lacher zu hören, doch die Angestellte bemerkt die Doppeldeutigkeit offenbar nicht beziehungsweise schenkt ihr keine Bedeutung: "Das hängt von unseren Techniken ab."

Silvio Berlusconi: Seine Affären und Skandale

Silvio Berlusconi: Seine Affären und Skandale

Schließlich beendet Berlusconi die Posse mit dem Satz: "Gut, das scheint mir alles in allem wirklich ein lohnenswertes Angebot zu sein. Wollen Sie sich vielleicht noch einmal von hinten zeigen? Ja, drehen Sie sich um." Die Frau dreht sich um die eigene Achse, während Berlusconi ausgiebig ihr Hinterteil begutachtet mit den Worten: "Ja, das ist tatsächlich ein lohnenswertes Angebot." Das Publikum lacht und klatscht, die Angestellte scheint die Anzüglichkeiten des Cavaliere entweder nicht zu durchschauen oder weiß sich nicht anders zu helfen, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen.

Beim Wahlvolk kommen solche Kapriolen offenbar gut an. Als Anführer der Rechtskoalition liegt der umtriebige Unternehmer in Umfragen nur noch fünf Prozentpunkte hinter dem Mitte-Links-Lager.

dh

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