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Mariupol-Stahlwerk: Verschanzte Kämpfer hoffen auf ein Wunder – Kiew wirft Moskau Menschen-Verschleppung vor

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Von: Patrick Mayer, Bedrettin Bölükbasi, Christina Denk

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Aus dem Stahlwerk in Mariupol sollen alle Frauen, Kinder und ältere Menschen evakuiert worden sein. Die Kämpfer senden einen Hilferuf aus der Hafenstadt. News-Ticker.

Update vom 8. Mai, 8.15 Uhr:  In Mariupol werden laut Kiew die ukrainischen Einheiten weiterhin im Stahlwerk blockiert. Mit Luft- und Artillerieunterstützung setzen die russischen Truppen dort ihre Sturmversuche fort. Unser weiterführender News-Ticker zum militärischen Geschehen im Ukraine-Krieg.

Ukraine-Krieg-News: Kiew wirft Moskau Menschen-Verschleppung vor

Update vom 8. Mai, 6.36 Uhr: Klage über Zerstörung von Kulturdenkmälern: Dieser Tage gedenke die Welt des Sieges über den Nationalsozialismus im Zweiten Weltkrieg, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nun in einer Videoansprache. Doch für ihn zeige das russische Vorgehen, „dass es unmöglich ist, das Böse ein für alle Mal zu besiegen“.

Selenskyj beklagte, dass in dem seit zweieinhalb Monaten dauernden Angriffskrieg 200 ukrainische Kulturerbestätten getroffen worden seien. „Leider kehrt das Böse zurück, wenn Menschen die Rechte anderer Menschen missachten, das Gesetz missachten und die Kultur zerstören“, sagte der Politiker.

Aus den umkämpften Gebieten in der Ukraine sind nach Angaben des russischen Militärs seit Ende Februar 1,16 Millionen Menschen nach Russland gebracht worden. Dazu zählten 205.000 Kinder, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Russland betrachtet dies als Rettung bedrohter Zivilisten. Kiew wirft Moskau vor, die Menschen gegen deren Willen zu verschleppen und einen Wechsel auf ukrainisch kontrolliertes Gebiet zu verhindern.

Ukraine-Krieg-News: Kiew bittet Ärzte ohne Grenzen um Evakuierung von Soldaten

Update vom 7. Mai, 22.50 Uhr: Die Ukraine hat die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) gebeten, die im Asow-Stahlwerk in Mariupol verschanzten Soldaten zu evakuieren und medizinisch zu versorgen. Wie Kiew am Samstagabend mitteilte, schrieb die stellvertretende Regierungschefin Iryna Wereschtschuk einen entsprechenden Brief an die MSF-Führung.

Die Verteidiger des riesigen Industriekomplexes befänden sich seit 72 Tagen „unter den ständigen Bombardierungen und Angriffen der russischen Armee“ und aus „Mangel an Medikamenten, Wasser und Nahrung sterben die verwundeten Soldaten an Wundbrand und Blutvergiftung“, hieß es in der vom Ministerium für die Wiedereingliederung der zeitweilig besetzten Gebiete der Ukraine veröffentlichten Erklärung. Die Organisation solle den Soldaten helfen, deren „Menschenrechte von der Russischen Föderation verletzt werden“.

Ukraine-Krieg: Ukrainische Soldaten in Mariupol – Kämpfer senden nach Evakuierung Hilferuf

Update vom 7. Mai, 22.27 Uhr: Nach der Evakuierung der letzten Zivilisten aus dem von russischen Truppen belagerten Stahlwerk Azovstal in der Hafenstadt Mariupol haben die dort verschanzten ukrainischen Kämpfer einen eindringlichen Hilferuf gesendet. Er könne nur noch auf ein Wunder hoffen, schrieb der Kommandeur der 36. Marineinfanteriebrigade, Serhij Wolynskyj, am Samstag bei Facebook. „Darauf, dass höhere Kräfte eine Lösung für unsere Rettung finden!“

Mariupol ist seit Wochen praktisch vollständig unter russischer Kontrolle. Ukrainische Truppen sind rund 100 Kilometer entfernt und nicht in der Lage, den verbliebenen Soldaten in der zu großen Teilen zerstörten Stadt zu helfen.

Ukraine-Krieg - Mariupol: Rauch steigt während des Beschusses aus dem Stahlwerk Azovstal in Mariupol auf.
Aufnahme vom 7. Mai: Das unter Beschuss stehende Stahlwerk in Mariupol © Alexei Alexandrov/AP/dpa

Übereinstimmenden Angaben aus Kiew und Moskau zufolge wurden am Samstag die letzten Frauen und Kinder sowie ältere Zivilisten vom Werksgelände in Sicherheit gebracht (siehe Update vom 7. Mai, 18.47 Uhr). Im Zuge der Evakuierung seien drei ukrainische Soldaten getötet und sechs verwundet worden, schrieb Wolynskyj nun.

Beobachter gehen davon aus, dass russische Truppen Azovstal nun so schnell wie möglich einnehmen wollen, um die vollständige Eroberung Mariupols verkünden zu können. „Es scheint so, als ob ich in irgendeiner höllischen Reality-Show gelandet bin, in der wir Militärs um unser Leben kämpfen, und die ganze Welt schaut dem interessanten Stück zu!“, beklagte der 30-Jährige.

Ukraine-Krieg: Rolle der Geheimdienste – CIA-Agenten warnen vor öffentlichen Aussagen

Update vom 7. Mai, 21.20 Uhr: Sowohl britischer als auch amerikanischer Geheimdienst gehen im Ukraine-Krieg offen mit Informationen um. Der britische Geheimdienst gibt zudem immer wieder Einschätzungen zur Lage der russischen Armee ab. Ehemalige US-Geheimdienstoffiziere haben gegenüber dem Guardian ihren Kollegen im Dienst nun geraten, weniger mit ihrem Beitrag zu militärischen Erfolgen der Ukraine zu prahlen.

„Meine persönliche Ansicht ist, dass es unklug ist. Ich bin überrascht über das Ausmaß der offiziellen Bestätigung der Rolle des US-Geheimdienstes beim Untergang der Moskau und noch mehr bei der Ermordung der Generäle“, so Paul Pillar, ein ehemaliger hochrangiger CIA-Beamter. Dem Bericht zufolge hatte die amerikanische Presse mit Berufung auf unbekannte Beamte zuletzt über die maßgebliche Beteiligung des US-Geheimdiensts bei der Versenkung des russischen Schiffes berichtet.

Die große Sorge ist, dass diese Art der öffentlichen Bestätigung dieser umfassenden US-Rolle bei den Rückschlägen, die mit den Russen verhandelt wurden, Putin in einer Weise zur Eskalation provozieren könnte, die er sonst möglicherweise nicht für notwendig hält.

Paul Pillar, ehemaliger CIA-Beamter, über die Rolle des US-Geheimdiensts im Ukraine-Krieg

„Die große Sorge ist, dass diese Art der öffentlichen Bestätigung dieser umfassenden US-Rolle bei den Rückschlägen, die mit den Russen verhandelt wurden, Putin in einer Weise zur Eskalation provozieren könnte, die er sonst möglicherweise nicht für notwendig hält“, so Pillar. John Sipher, ebenfalls ehemaliger CIA-Agent, sieht das Risiko einer Eskalation nicht wesentlich erhöht, bezeichnete das Vorgehen jedoch als respektlos gegenüber den vor Ort kämpfenden Ukrainern.

Ukraine-Kriegsnews: Belagertes Stahlwerk in Mariupol – Alle Frauen, Kinder und ältere Menschen evakuiert

Update vom 7. Mai, 18.47 Uhr: Aus dem von russischen Truppen belagerten Stahlwerk des Konzerns Asow-Stahl in Mariupol sind nach Angaben der ukrainischen Regierung alle Frauen, Kinder und ältere Menschen herausgeholt worden. Dies teilte die stellvertretende Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Samstag mit. In dem Industriekomplex, in dem sich auch ukrainische Soldaten verschanzen, hatten zahlreiche Zivilisten Schutz gesucht. In den vergangenen Tagen konnten bei Evakuierung bereits etwa 500 Menschen aus dem Stahlwerk in Sicherheit gebracht werden (siehe Update vom 6. Mai, 16.05 Uhr).

Aus dem russischen Verteidigungsministerium hieß es am Abend, seit vergangenem Donnerstag seien insgesamt 51 Menschen aus Azovstal gerettet worden - damit sei die Evakuierung aller Zivilisten abgeschlossen. Am Samstag sei nur noch ein einziger Mensch übrig gewesen, der nun auch in Sicherheit sei. Die Ukraine hatte zuletzt immer wieder angegeben, es hätten sich noch rund 200 Zivilisten im Werk aufgehalten. Zudem sollen auch jetzt noch in anderen Teilen Mariupols, wo vor dem Krieg mehr als 400 000 Menschen lebten, weitere Menschen ausharren.

Ukraine-Kriegsnews: Ukrainischer Weltkriegsveteran zeigt Zerstörung in der Ostukraine

Update vom 7. Mai, 18.11 Uhr: Kurz vor dem 77. Jahrestag des Sieges der Sojwetunion über Hitler-Deutschland ist im ostukrainischen Gebiet Charkiw das Haus eines 97 Jahre alten Weltkriegsveteranen durch mutmaßlich russischen Beschuss zerstört worden.

„Wenn ich noch die Kraft hätte, würde ich als Erstes zur Verteidigung gehen und unserer Armee helfen“, sagte Iwan Lyssun, der im Zweiten Weltkrieg in der Roten Armee kämpfte, am Samstag im ukrainischen Fernsehen. Er zeigte den Reportern sein völlig zerstörtes Haus sowie die Stelle im Garten, in dem die Granate eingeschlagen sein soll. Seine alte Uniformjacke habe er aus den Trümmern retten können, erzählte der Veteran, der im Zweiten Weltkrieg mehrfach verletzt wurde.

Es sei „ekelhaft“, auf den von Russland vor knapp zweieinhalb Monaten begonnenen Krieg gegen sein Land zu schauen, sagte Lyssun weiter. Sein Haus in der Ortschaft Solotschiw - knapp 15 Kilometer von der russischen Grenze entfernt - soll bereits vor einigen Tagen zerstört worden sein.

Ukraine-Kriegsnews: Verstärkte Angriffe auf Odessa – Zweitägige Ausgangssperre verordnet

Update vom 7. Mai, 16.41 Uhr: Auf die südukrainische Hafenstadt Odessa sind ukrainischen Angaben zufolge mindestens vier russische Raketen abgefeuert worden. Örtliche Medien zeigten am Samstag dicke schwarze Rauchwolken über dem Stadtgebiet. Berichten zufolge soll ein Militärflugplatz getroffen worden sein. Die Behörden machten zunächst keine Angaben zu möglichen Opfern. Von russischer Seite gab es am Nachmittag keine Bestätigung. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

In der frontnahen Stadt Odessa gilt zudem ab Sonntagabend eine Ausgangssperre. Die Ukraine befürchtet aufgrund der nahenden Feierlichkeiten in Russland zum 9. Mai verstärkte Angriffe (siehe Update vom 7. Mai, 6.47 Uhr).

Explosionen - teils von der Luftabwehr - wurden auch aus dem benachbarten Gebiet Mykolajiw, dem zentralukrainischen Poltawa und dem westukrainischen Chmelnyzkyj gemeldet. Bei einem Angriff auf das grenznahe nordostukrainische Gebiet Sumy sei bei einem Luftangriff mindestens ein Mensch verletzt worden.

Ukraine-Krieg: Auch vom Schwarzen Meer aus wird angegriffen.
Ukraine-Krieg: Auch vom Schwarzen Meer aus wird angegriffen. (Archivbild) © Ukrainisches Militär/DPA

Ukraine-Kriegsnews: Ukrainisches Militär meldet Versenkung eines russischen Landungsbootes

Update vom 7. Mai, 15.05 Uhr: Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben ein Landungsboot der russischen Schwarzmeerflotte versenkt. „In den Gewässern des Schwarzen Meeres wurde ein feindliches Landungsboot vom Typ ‚Serna‘ vernichtet“, teilte der Pressechef der Militärverwaltung von Odessa, Serhij Bratschuk, am Samstag auf seinem Telegram-Kanal mit. Dazu veröffentlichte er ein Video, das den Beschuss des Schiffs mit einer Drohne zeigen soll. Die Echtheit der Bilder konnte unabhängig nicht überprüft werden. Von russischer Seite gab es zunächst keine Reaktion auf den angeblichen Vorfall.

Ukraine-Kriegsnews: Aus Stahlwerk in Mariupol laut pro-russischen Separatisten weitere Zivilisten fortgebracht

Update vom 7. Mai, 13.40 Uhr: Aus dem seit Wochen belagerten Stahlwerk in Mariupol sind nach Angaben der prorussischen Separatisten in der Ukraine am Samstag weitere 50 Zivilisten fortgebracht worden. „Heute, am 7. Mai, sind vom Territorium des Metallurgiekombinats Azovstal in Mariupol 50 Menschen evakuiert worden“, teilte der Stab der selbst ernannten Donezker Volksrepublik am Samstag auf seinem Telegram-Kanal mit. Von ukrainischer Seite oder unabhängiger Seite gibt es bislang keine Bestätigung dafür. Darüber, wohin die Zivilisten verbracht wurden, machten die Separatisten ebenfalls keine Angaben.

Ukraine-Kriegsnews: Sanktionen erschweren Moskau angeblich Ersatz von Militärausrüstung

Update vom 7. Mai, 12.34 Uhr: Nach Einschätzung britischer Geheimdienste erschweren es die westlichen Sanktionen Moskau, beschädigte militärische Ausrüstung zu ersetzen. Russlands fähigste und modernste Einheiten und Waffen erlitten in der Ukraine beträchtliche Schäden, hieß es am Samstag in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums. So sei etwa mindestens ein T-90M-Panzer, einer von Russlands modernsten Panzern, im Gefecht zerstört worden. Es werde beträchtlicher Summen und viel Zeit bedürfen, um die Stärke der russischen Truppen nach dem Krieg wieder herzustellen, hieß es aus London. Außerdem würden die geltenden Sanktionen die Beschaffung von Ersatz erschweren, weil dadurch Russlands Zugang zu wichtiger Mikroelektronik beschränkt sei.

Reaktionen aus Deutschland auf den Ukraine-Krieg lesen Sie in diesem News-Ticker.

Ukraine-Krieg: Militärische Aufklärung und Artilleriebeschuss

Update vom 7. Mai, 8.20 Uhr: In der vergangenen Nacht ist es nach ukrainischen Angaben an der Front vergleichsweise ruhig geblieben. „In den Gebieten Donezk und Luhansk wurden am 6. Mai acht Attacken des Feindes abgewehrt, dabei wurden drei gegnerische Panzer, acht Artilleriesysteme, sieben gepanzerte Militärfahrzeuge, ein Auto und drei Einheiten von Pioniertechnik vernichtet“, teilte der ukrainische Generalstab am Samstag in seinem Lagebericht mit. Sturmversuche habe es vor allem um das Stahlwerk Azovstal gegeben.

An anderen Frontabschnitten, die in den vergangenen Wochen schwer umkämpft waren, beschränkte sich die russische Aktivität hingegen dem Bericht zufolge vor allem auf militärische Aufklärung und Artilleriebeschuss. So waren in der Region Isjum, von wo aus Russland einen größeren Vorstoß Richtung Kramatorsk plant, um die ukrainischen Einheiten im Donbass einzukesseln, Drohnen zur Erkennung der Verteidigungspositionen im Einsatz. Die Millionenstadt Charkiw und die vor Donezk gelegenen Ortschaften waren Ziel von Artillerieangriffen. Auch die russische Luftwaffe war im Einsatz. Bodenangriffe wurden hingegen nicht gemeldet. Unabhängig konnten diese Angaben nicht überprüft werden.

Ukraine-Krieg: Jugendliche überquerten am 5. Mai mit ihren Fahrrädern eine durch Beschuss zerstörte Brücke in der Nähe von Orichiw.
Jugendliche überquerten am 5. Mai mit ihren Fahrrädern eine durch Beschuss zerstörte Brücke in der Nähe von Orichiw. © Evgeniy Maloletka/dpa

Weitere aktuelle Nachrichten zu den Verhandlungen im Ukraine-Krieg lesen Sie in diesem News-Ticker.

Ukraine-Krieg: Moskauer Tag des Sieges steht bevor - Selenskyj mahnt zur Vorsicht

Update vom 7. Mai, 6.47 Uhr: In der Ukraine wächst die Angst vor verstärkten russischen Luftangriffen im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Moskauer Tag des Sieges. Präsident Wolodymyr Selenskyj rief zu Vorsicht und Disziplin auf. „Ich bitte alle unsere Bürger - und gerade in diesen Tagen -, den Luftalarm nicht zu ignorieren“, so Selenskyj am Freitag in seiner Videoansprache. „Bitte, das ist Ihr Leben, das Leben Ihrer Kinder.“ In frontnahen Städten wie Odessa soll zwei Tage eine Ausgangssperre gelten.

Russland feiert am Montag, dem 9. Mai, den sowjetischen Sieg über Hitler-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Bei der traditionellen Militärparade in Moskau wird Präsident Putin sprechen. Erwartet wird, dass er dabei die weitere Richtung für den Angriffskrieg gegen die Ukraine vorgibt.

Bereits am Wochenende sollten die Ukrainer strikt den Anordnungen der Behörden folgen - und sich an örtliche Ausgangssperren halten, mahnte Selenskyj. In Odessa müssen die Menschen von Sonntagabend um 22.00 Uhr Ortszeit bis Dienstagmorgen um 5.00 Uhr Ortszeit zuhause bleiben. In der Hauptstadt Kiew werde es keine Ausgangssperre geben, verkündete Bürgermeister Vitali Klitschko. Aber auch er riet den Menschen, zuhause zu bleiben. „In den kommenden Tagen besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit von Raketenbeschuss in allen Regionen der Ukraine“, warnte er.

Update vom 6. Mai, 22.45 Uhr: Nach ukrainischen Angaben versuchen russische Truppen verzweifelt, die ukrainische Stadt Sjewjerodonezk im Oblast Luhansk einzunehmen, um einen „großen Sieg“ verkünden zu können. „Natürlich wollen sie Sjewjerodonezk, da es sich um ein regionales Zentrum handelt und dies als ein großer Sieg verkauft werden kann“, wurde der Vorsitzende der Luhansk-Militäradministration, Serhij Hadai, vom US-Sender CNN zitiert. Dabei wolle das russische Militär ukrainische Truppen umzingeln und den Weg zu Bachmut und Popasna abschneiden, so Hadai. Der ukrainische Beamte dementierte auch russische Berichte, dass die Stadt Rubischen eingenommen worden sei.

Ukraine-Krieg: USA kann Berichte zu russischer Fregatte nicht bestätigen

Update vom 6. Mai, 21 Uhr: Nachdem ukrainische Medien berichtet haben, die russische Admiral Makarow-Fregatte sei von Neptun-Anti-Schiffsraketen beschossen worden, gaben die USA an, die Berichte nicht bestätigen zu können. „Wir haben den ganzen Tag darauf geschaut, aber wir haben keine Informationen, die diese Berichte bestätigen“, sagte der Pressesprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby.

Darüber hinaus informierte Kirby, mehr als 200 ukrainische Soldaten hätten ihr Training an von den USA gelieferten M777-Haubitzen abgeschlossen. Weitere 150 Soldaten würden sich derzeit in Ausbildung befinden. Das Training finde außerhalb der Ukraine statt, so der Pentagon-Pressesprecher.

Ukraine-Krieg: Offenbar weitere Zivilisten aus Azovstal befreit - verschiedene Zahlenangaben

Update vom 6. Mai, 20.15 Uhr: Aus dem belagerten Stahlwerk Azovstal in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol sind russischen Nachrichtenagenturen zufolge am Freitag mehrere Dutzend Zivilisten gerettet worden. Bis zum Abend seien zwei Gruppen von Menschen mit Bussen evakuiert worden, meldeten die staatlichen Agenturen Tass und Ria Nowosti übereinstimmend unter Berufung auf ihre Korrespondenten. Bei der Tass war von insgesamt 35 Menschen die Rede, bei Ria Nowosti von 25. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden. Von ukrainischer und internationaler Seite gab es zunächst keine Bestätigung.

Ukraine-Krieg: Neuer Gefangenenaustausch - 41 Menschen von Russland freigelassen

Update vom 6. Mai, 18 Uhr: Russland hat nach ukrainischen Angaben im Rahmen eines weiteren Gefangenenaustauschs 41 Menschen freigelassen, darunter elf Frauen. 28 Soldaten und 13 Zivilisten seien freigekommen, teilte die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk im Messengerdienst Telegram mit. Unter den Freigelassenen sei auch ein ukrainisch-orthodoxer Geistlicher. Zur Zahl der an Russland übergebenen Gefangenen machte Wereschtschuk keine Angaben. Seit Beginn der russischen Invasion der Ukraine am 24. Februar haben Kiew und Moskau mehrere Gefangenenaustausche vorgenommen. Vor einer Woche waren bei einem Gefangenenaustausch 14 Ukrainer freigelassen worden, darunter eine Schwangere.

Ukraine-Krieg: Ukrainischer Politiker kündigt an - „Admiral Makarow von Gott des Meeres bestraft“

Update vom 6. Mai, 17.40 Uhr: Der ukrainische Abgeordnete Aleksej Gonscharenko teilte auf Telegram mit, dass die russische Fregatte „Admiral Makarow“ vom „Gott des Meeres bestraft“ wurde. Damit bezieht er sich auf Berichte ukrainischer Medien, dass die russische Fregatte in der Nähe der Schlangeninsel im Schwarzen Meer von ukrainischen „Neptun“-Anti-Schiffsraketen beschossen wurde und Feuer gefangen hat. Bislang konnten die Informationen nicht unabhängig verifiziert werden. Schon seit längerer Zeit kreist eine amerikanische Northrop Grumman RQ-4B Global Hawk-Drohne mit dem Rufzeichen „FORTE11“ über das Gebiet, wie FlightRadar24 zeigt.

Ukraine-Krieg: Russische Truppen greifen Sjewjerodonezk an - ukrainisches Militär wehrt ab

Update vom 6. Mai, 17.25 Uhr: Nach ukrainischen Angaben wollen russische Truppen die östliche ukrainische Stadt Sjewjerodonezk umzingeln und stürmen. „Die Stadt ist fast vollständig von den Truppen der separatistischen Volksrepublik Luhansk umzingelt“ gab der Leiter der Sjewjerodonezk-Militäradministration, Alexander Striuk, im ukrainischen Fernsehen an. Die pro-russischen Separatisten würden versuchen, die Stadt durch nahegelegene Dörfer zu stürmen. Laut Striuk dauern die Kämpfe aktuell in den nördlichen Dörfern der Stadt an. Die ukrainische Armee habe es aber bislang geschafft, die Angriffe abzuwehren, zitierte The Guardian den ukrainischen Beamten.

Ukraine-Krieg: Russische Landungsoperation in Odessa? - Neue Warnung des ukrainischen Militärs

Update vom 6. Mai, 16.25 Uhr: Das ukrainische Militär warnt vor möglichen Landungsoperationen an der Schwarzmeerküste bei Odessa. So seien in den vergangenen Tagen vermehrt russische Aufklärungsdrohnen in der Region registriert worden, hieß es aus Kiew. Russland hatte zuletzt angekündigt, den Süden der Ukraine bis nach Transnistrien erobern zu wollen.

Transnistrien ist eine abtrünnige Republik im angrenzenden Moldau. Während Moldawien (rund 2,6 Millionen Einwohner) dem Westen zugewandt ist, ist in der international nicht anerkannten Region um Tiraspol ein prorussisches Regime an der Macht. Zudem ist im Norden von Transnistrien die 14. russische Garde-Armee stationiert.

„Die Kontrolle über den Süden der Ukraine ist ein weiterer Weg nach Transnistrien, wo es ebenfalls Beweise für die Unterdrückung der russischsprachigen Bevölkerung gibt“, hatte kürzlich der stellvertretende Kommandeur der Truppen des Zentralen Militärbezirks, Rustam Minnekajew, im Gespräch mit russischen Nachrichtenagenturen behauptet. Russland hatte kürzlich keinen Hehl daraus gemacht, einen Landkorridor von Transnistrien über Odessa bis auf die Krim besetzen zu wollen. 

Russland-Ukraine-Krieg: Rund 500 Zivilisten aus Stahlwerk in Mariupol evakuiert

Update vom 6. Mai, 16.05 Uhr:  Aus der seit zwei Monaten von russischen Truppen belagerten ukrainischen Stadt Mariupol und dem dortigen Stahlwerk sind nach ukrainischen Angaben in den vergangenen Tagen insgesamt 500 Zivilisten in Sicherheit gebracht worden. Für Freitag wurde ein weiterer UN-Konvoi für Evakuierungen erwartet. Die russischen Angriffe in Mariupol dauerten nach ukrainischen Angaben aber an.

In den vergangenen Tagen sei es im Zuge von UN-geführten Einsätzen jedoch „gelungen, fast 500 Zivilisten zu evakuieren“, teilte der Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Andrij Jermak, am Freitag mit. Die Einsätze sollten demnach weiter fortgesetzt werden. „Heute konzentrieren wir uns auf das Asow-Stahlwerk“, erklärte Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk.

Russland-Ukraine-Krieg: Kiew erwartet Verschärfung der russischen Offensive

Update vom 6. Mai, 15.50 Uhr: Kiew erwartet laut The Kyiv Independent eine Verschärfung der russischen Offensive in der östlichen Region Luhansk.

Der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Haidai, erklärte demnach, die russischen Streitkräfte würden in den nächsten drei bis vier Tagen alle Anstrengungen unternehmen, um entweder nach Sievierodonezk oder nach Popasna durchzubrechen. Es sind zwei Städte, die von den ukrainischen Streitkräften kontrolliert werden.

Russland-Ukraine-Krieg: Angeblich Auto bei Evakuierung aus Mariupol beschossen

Update vom 6. Mai, 15.40 Uhr: Neue Vorwürfe gegen Russland im Ukraine-Krieg: Die Behörden in Mariupol werfen den russischen Streitkräften vor, eine Waffenruhe für Evakuierungen aus dem belagerten Stahlwerk Asowstal verletzt zu haben.

Demnach sei ein Auto beschossen worden, was demnach an den Evakuierungsmaßnahmen beteiligt war. Dabei soll ein ukrainischer Kämpfer getötet und sechs weitere verletzt worden sein. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben nicht.

Erstmeldung vom 6. Mai: München/Odessa - Weiterhin wird über den Untergang der „Moskwa“ gestritten. Doch unterdessen ist nach ukrainischen Angaben bereits das nächste russische Kriegsschiff stark beschädigt worden. Eine offizielle Bestätigung aus Moskau gibt es dafür allerdings nicht.

Russland-Ukraine-Krieg: Angeblich russische Fregatte im Schwarzen Meer in Brand geschossen - alle News aktuell

Illia Ponomarenko, Reporter des ukrainischen Medienprojekt The Kyiv Independent, schreibt bei Twitter: „Unbestätigten Berichten aus Odessa zufolge brennt eine russische Fregatte der Krivak-Klasse im Schwarzen Meer in der Nähe der Schlangeninsel, nachdem sie von einer ukrainischen Neptun-Rakete getroffen wurde. Unterdessen überwacht ein RQ-4B Global Hawk der US-Luftwaffe die Region.“ Bei den von der Nato als Kriwak-Klasse bezeichneten Schiffstypen handelt es sich um etwa mittelgroße Kriegsschiffe, bewaffnet unter anderem mit vier Marinegeschützen, Flugabwehrraketen und vier Torpedorohren. 

Ukraine-Krieg: Kiew befürchtet Landungsoperation bei Odessa an der Schwarzmeerküste

Das ukrainische Militär hält eine russische Landungsoperation an der Schwarzmeerküste in der Umgebung der Hafenstadt Odessa indes für möglich. Nach einer Mitteilung der regionalen Militärführung werde das Gebiet verstärkt von russischen Aufklärungsdrohnen überflogen, berichtete die Zeitung Ukrajinska Prawda. Schlugen die ukrainischen Streitkräfte nun ein weiteres Mal zurück?

Doch auch das Sinken der „Moskwa“ wirft weiter Fragen auf. Moskau hatte im Konflikt Russlands mit der Ukraine behauptet, das Flaggschiff seiner Schwarzmeerflotte sei durch eine Munitionsexplosion in Brand geraten und dann gesunken. Kiew erklärte dagegen, die ukrainischen Streitkräfte hätten den Raketenkreuzer mit Antischiffs-Raketen vom Typ „Neptun“ in Brand geschossen und dadurch versenkt. Was die US-Amerikaner als Beobachter bestätigten.

Am Freitag (6. Mai) postete der Vater eines russischen Marinesoldaten nun im sozialen Netzwerk Vkontakte die angebliche Antwort der Militärstaatsanwaltschaft an ihn als Hinterbliebenen. Dieser zufolge hatte die „Moskwa“ gar nicht an den Kämpfen rund um die Schlangeninsel vor der ukrainischen Küste teilgenommen habe. Er erhob schwere Vorwürfe.

Gefürchtete Waffe der Ukraine: das Neptun-Raketensystem zur Verteidigung gegen Seeziele.
Gefürchtete Waffe der Ukraine: das Neptun-Raketensystem zur Verteidigung gegen Seeziele. © IMAGO / NurPhoto

Verfolgen Sie die wichtigsten Entwicklungen der militärischen Kämpfe im Russland-Ukraine-Krieg hier im News-Ticker. (pm)

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