Warten auf Öffnungen

Schulen viel länger im Corona-Lockdown? Minister schockt mit düsterer Prognose

Die Schulen sind im Corona-Lockdown. Distanzlernen und Homeschooling strapazieren die Nerven von Schülern und Eltern. Wie lange noch? Ein Minister schockt mit düsterer Prognose.

Hamm - Millionen Kinder und Jugendliche waren 2021 noch nicht in der Schule. Der Corona-Lockdown zwingt sie zum Distanzlernen. Videokonferenzen und Arbeitsblätter-Wahnsinn statt Präsenzunterricht – wie lange soll der Homeschooling-Stress für Schüler und Eltern noch weitergehen? Ein Minister trifft eine düstere Prognose. (News zum Coronavirus)

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Bevölkerung83,02 Millionen (2019)

Schulen im Corona-Lockdown: Warten auf Öffnungen - Wann gibt es wieder Präsenzunterricht für Schüler?

Im Zuge der Verschärfung des Corona-Lockdowns wurde der Präsenzunterricht in Deutschland und NRW ab 14. Dezember ausgesetzt. Seither haben Millionen Schüler ihre Schule nicht mehr von innen gesehen. Sie sitzen zu Hause und lernen für sich - unterstützt von Eltern und - hin und wieder - begleitet von Lehrern per Videokonferenz.

Dieser Zustand sollte nach den Weihnachtsferien enden, doch wegen der hohen Corona-Infektionszahlen und der Sorge vor aggressiven Coronavirus-Mutationen wurde der Lockdown in Bund-Länder-Konferenzen erst bis zum 31. Januar, dann bis zum 14. Februar verlängert. Es deutet wenig darauf hin, dass die Schulen bald wieder öffnen. Zumindest nicht für alle Jahrgänge.

Schulen im Corona-Lockdown: Thüringens Bildungsminister rechnet mit Öffnung erst nach Ostern

Besonders schlimm ist die Lage in Thüringen. Dort gibt es vermutlich deutlich länger als bisher geplant keinen Präsenzunterricht in den Schulen. „Ich gehe davon aus, dass wir zumindest noch bis Ostern in dieser Situation verharren, dass wir mindestens bis Ostern mit diesem System der geschlossenen Schulen arbeiten müssen“, sagte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) laut MDR. Häusliches Lernen und Distanzlernen werde anhalten.

Gleichzeitig sagte Helmut Holter: „Es werden bestimmte Schülerinnen und Schüler in der Schule sein. Das sind insbesondere die Abschlussklassen und die, die besonderen Förderbedarf haben.“ Eltern, Schüler und Lehrer müssten sich darauf einstellen, länger durchhalten zu müssen, auch wenn das eine riesige Herausforderung und Belastung für alle sei.

Auch CDU/CSU-Bundestagsfraktionschef Ralph Brinkhaus warnte vor einer zu schnellen Öffnung der Schulen. „Wir tun uns alle keinen Gefallen damit, den Präsenzunterricht wieder zu früh zuzulassen. Gesundheit geht vor“, sagte er der Passauer Neuen Presse.

Schulen bis Ostern im Lockdown? Vorsitzende der Kultusministerkonferenz macht Hoffnung

Schon jetzt liegen die Nerven bei vielen Schülern und Eltern blank. Viele Kinder und Jugendliche drohen sogar den Anschluss zu verlieren, weil zu Hause niemand ist, der ihnen bei den im Fernunterricht gestellten Aufgaben helfen kann. Das sieht auch die Politik. „Distanzunterricht über einen langen Zeitraum tut insbesondere den Grundschulkindern nicht gut“, sagt Britta Ernst, die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz.

Während der Corona-Pandemie bleiben die Schulen dicht – für lernschwache Schüler ein großes Problem.

Britta Ernst hält im Gegensatz zu Thüringens Bildungsminister Helmut Holter Öffnungen erster Schulen Anfang Februar jedoch für möglich. „Sicher nicht vollständig“, schränkte die brandenburgische Bildungsministerin ein. „Aber ich halte das bei entsprechender Infektionslage beispielsweise mit Wechselunterricht für möglich. Allerdings kann das anfangs auch nur für Abschlussklassen und die ersten Klassenstufen gelten.“

Schulen im Corona-Lockdown: Erste Bundesländer planen Öffnungen und Lockerungen

Was in Thüringen, neben Sachsen das Bundesland mit der höchsten Inzidenz in Deutschland, gilt, muss aber nicht für andere gelten. „Kein Land sollte auf ein anderes warten müssen, um seine Schulen zu öffnen“, sagte Britta Ernst mit Verweis auf das regional unterschiedliche Infektionsgeschehen. Einige Länder planen, die Schulen je nach Infektionslage bald wieder zu öffnen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer will erste Lockerungen und Öffnungen nach dem 14. Februar durchsetzen, wenn es verantwortbar ist. In Baden-Württemberg sollen Schulen bereits ab dem 1. Februar schrittweise geöffnet werden. Ähnliches fordert die SPD-Opposition für Nordrhein-Westfalen, wo die landesweite Inzidenz in naher Zukunft unter die 100 sinken wird. In Münster liegt die Inzidenz sogar bereits unter 50.

Sobald die Pandemie es zulasse, müsse bei möglichen Öffnungsschritten an Schulen und Kinder gedacht werden, heißt es aus dem NRW-Schulministerium, und weiter: „Jetzt brauchen wir jedoch – auch mit Blick auf das mutierte Virus – eine weitere Zeit der Vorsicht.“ Derzeit laufen demnach Gespräche mit Schul- und Bildungsverbänden sowie Schulträgern, wie es im Februar mit den Schulen in NRW weitergeht.

Ende Januar gibt es an Schulen in NRW Zeugnisse. Aber wie, wenn die Schulen wegen des Corona-Lockdowns geschlossen sind? Die Zeugnis-Vergabe könnte anders ablaufen. Wie auch schon 2019/20 erleben Schüler, Eltern und Lehrer ein ganz besonderes Schuljahr. Finden Abschlussprüfungen trotz Corona statt? Eine Entscheidung ist gefallen.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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