Delta-Variante

RKI-Chef plädiert für strenge Corona-Regeln an Schulen bis ins neue Jahr hinein

Wie es an den Schulen mit den Corona-Regeln weiter geht, ist offen. RKI-Chef Lothar Wieler spricht sich für strenge Maßnahmen bis 2022 aus.

Hamm - Einen langfristigen Plan für die Schulen in Nordrhein-Westfalen und Deutschland gibt es noch nicht. Zwar hat NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer den Plan für die Zeit nach den Sommerferien verkündet. Aber eine langfristige Prognose lässt sich angesichts der Entwicklung rund um das Coronavirus aber kaum seriös treffen. Klar ist: Die Kinder und Jugendlichen müssen noch einige Corona-Regeln beachten. Aber wie lange noch? Doch geht es nach Lothar Wieler, müssen sich die Schüler noch einige Monate auf diverse Maßnahmen gegen Covid-19 einstellen. (News zum Coronavirus)

NameLothar Wieler
Geboren8. Februar 1961 (Alter 60 Jahre), Königswinter
AusbildungGymnasium am Ölberg

Corona-Regeln an Schulen: RKI-Chef plädiert zu Masken- und Testpflicht bis mindestens Frühjahr 2022

 „Wir empfehlen, dass in Schulen weiter getestet und Mund-Nasen-Schutz getragen wird. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, das sollte bis zum nächsten Frühjahr so sein“, sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) der Rheinischen Post.

Seine Argumentation für die Forderung nach der Beibehaltung der Corona-Regeln um Masken- und Testpflicht an den Schulen: „Zum einen wollen wir ja das Infektionsgeschehen niedrig halten, weil auch Kinder schwer erkranken können. Und zum anderen haben wir natürlich das Ziel, dass die Schulen offen bleiben.“

Lothar Wieler rechnet nach eigener Aussage mit einem steigenden Corona-Infektionsgeschehen an den deutschen Schulen. „Es werden vermehrt Fälle bei Kindern auftreten. Schon jetzt sehen wir größere Ausbrüche der Delta-Variante in Schulen.“ Ein Ende für den Präsenzunterricht nach den Sommerferien wollen Experten wie auch Politiker jedoch möglichst vermeiden. Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte sich klar zum Thema Schulen geäußert.

Corona-Impfung nur für Kinder mit Vorerkrankung - Wieler: „Das erhöht die Impfbereitschaft nicht“

Ein wichtiges Mittel gegen die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus ist das Impfen. Einen ausreichenden Schutz gegen die indische Mutation bietet jedoch erst die vollständige Zweifach-Dosis. Doch mit Blick auf Schulen könnte das in der Tat zu einem Problem werden.

Denn die Ständige Impfkommission (Stiko) habe die Corona-Impfungen zwar grundsätzlich für alle Kinder freigestellt, aber explizit empfohlen worden sei sie nur für Kinder mit Vorerkrankung. „Das erhöht natürlich die Impfbereitschaft nicht“, sagte Lothar Wieler. Die Impfungen bei Kindern seien „sehr emotional“, so der RKI-Chef. Doch gerade hier müssten Sicherheitsaspekte „gesondert“ betrachtet werden.

In NRW sind ab Samstag, 26. Juni, Termine in Impfzentren für alle möglich - außer für Kinder und Jugendliche.

Delta-Variante in Deutschland: Maskenpflicht in Innenräumen wichtig

Inwieweit sich die Corona-Pandemie weiter entwickelt und wie rasch sich die Delta-Variante ausbreitet, hänge von unser aller Verhalten ab - auch jenseits der Schulen. „Vor allem in Innenräumen sollten wir weiterhin Mund-Nasen-Schutz tragen, die Kontakte reduzieren und Testangebote nutzen“, sagte Lothar Wieder: „Auch vom Impffortschritt hängt es ab, wann es wieder zu einem Anstieg der Zahlen kommt. Deshalb ist der Zeitpunkt schwer vorherzusagen. Sicher ist allerdings, dass es im Herbst und Winter wieder zu steigenden Zahlen kommt.“

Dass es erneut zu schärferen Corona-Regeln komme, könne niemand seriös ausschließen. „Aber was ich sicher weiß: Wenn wir jetzt vorsichtig bleiben, wenn wir jetzt in geschlossenen Räumen weiter Masken tragen, wenn wir weiter Abstand halten und die Impfungraten weiter nach oben gehen, dann können wir das vermeiden“, erklärte der RKI-Präsident: „Davon bin ich überzeugt. Ich kann nur meine Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass das gemeinsam gelingt.“ (mg mit dpa und afp)

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

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