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Im Osten hofiert, im Westen bespitzelt: Das steht in der Stasi-Akte von Kanzler Scholz

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Von: Patrick Kuolt

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Der heutige Bundeskanzler Olaf Scholz ist in den 80er-Jahren als Juso-Funktionär von der Stasi bespitzelt worden.
Die DDR-Staatssicherheit hatte den heutigen Bundeskanzler Olaf Scholz bereits kurz nach Beginn seiner politischen Karriere bei der SPD im Visier. © John Macdougall/dpa

Kanzler Scholz ist in den 80er-Jahren während seiner Zeit als Juso-Funktionär von der DDR-Staatssicherheit bespitzelt worden. Das Bundesarchiv gewährte nun Einblick in die Akten.

Berlin - Seit 1975 ist der heutige Bundeskanzler Olaf Scholz* als Mitglied der SPD politisch aktiv - und zog offensichtlich bereits früh die Aufmerksamkeit des DDR-Geheimdienstes auf sich. Als einstiger Juso-Funktionär wurde Scholz in den 80er-Jahren von der Staatssicherheit bespitzelt. Das geht laut einem Bericht von bild.de aus Stasi-Unterlagen des Bundesarchivs hervor. Die Überwachung erstreckte sich demnach sowohl auf DDR-Reisen von Scholz als auch auf dessen damalige politische Tätigkeit in Hamburg.

Olaf Scholz: Das steht in der Stasi-Akte des Bundeskanzlers

Scholz sei in seiner Funktion als stellvertretender Juso-Vorsitzender mehrmals in die DDR gereist, unter anderem im Mai 1988, hieß es. Dafür habe die Stasi die Grenzbehörden angewiesen, die Delegation bevorzugt zu behandeln - ungewöhnlich, denn Einreisende aus der Bundesrepublik mussten üblicherweise mit langwierigen, oft schikanösen Kontrollen rechnen.

„Erteilung Visa für Berlin, gebührenfrei, Befreiung vom Mindestumtausch, höfliche Abfertigung, ohne Zollkontrolle“, hieß es dem Bericht zufolge in einem Schreiben an die Grenzer am Berliner Bahnhof Friedrichstraße.

Wenn Scholz in den Osten reiste, rollte ihm das SED-Regime den roten Teppich aus

Bei einer weiteren Reise 1984 wurden Scholz und weitere Vertreterinnen und -Vertreter der SPD* -Jugendorganisation demnach von SED-Politbüromitglied Egon Krenz empfangen. Auf Interesse der Stasi seien unter anderem damalige Äußerungen des heutigen Kanzlers zur Friedenspolitik und insbesondere zur Stationierung von Atomraketen in der Bundesrepublik und der DDR gestoßen. 1986 habe die Stasi in einer Notiz über Scholz festgehalten: „Gehört zum Stamokap - alter Politprofi, der in der Organisation großen Einfluss hat.“

Die marxistisch orientierte Stamokap-Gruppe war damals die Bezeichnung für den linken Flügel der SPD-Jugendorganisation. Die Abkürzung Stamokap steht für Staatsmonopolistischer Kapitalismus - nach der entsprechenden marxistisch-leninistischen Denkschule beschreibt das die Endphase des Kapitalismus.

Alter Politprofi, der in der Organisation großen Einfluss hat.

Notiz der DDR-Staatssicherheit über den damaligen Juso-Funktionär Olaf Scholz im Jahr 1986

Ehemaliger SPD-Kommunalpolitiker als Spitzel in Hamburg

In Hamburg wurde Scholz von der DDR-Auslandsspionage beobachtet, wie bild.de weiter unter Berufung auf die Stasi-Akten berichtete. Mehrere Stasi-Agenten seien auf ihn und die dortigen Jusos angesetzt gewesen, darunter ein ehemaliger SPD-Kommunalpolitiker. Nach Angaben von spiegel.de handelte es sich dabei um den Spion „Kugel“, den ehemaligen SPD-Funktionär Kurt Wand. Wand wurde in den 90er-Jahren als Stasi-Spion enttarnt und verurteilt. 

Stasi leitete Informationen an russischen Geheimdienst weiter

In mindestens zwölf Berichten, in denen Scholz erwähnt werde, sei es um Informationen zum Landesverband Hamburg der Jusos sowie den dort geführten politischen Diskussionen gegangen. Einige Informationen seien auch an den sowjetischen Geheimdienst KGB weitergeleitet worden.*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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