News-Ticker zum Syrien-Krieg

Russisches Militärflugzeug über Mittelmeer abgeschossen - Rebellen fordern Assad-Sturz

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Ein russisches Aufklärungsflugzeug vom Typ Il-20. Ein russisches Militärflugzeug vom gleichen Typ mit Angehörigen der russischen Streitkräfte an Bord ist über dem Mittelmeer vom Radar verschwunden.

Im Syrien-Krieg mischen viele ausländische Kräfte mit. Nun geht ein russisches Spionageflugzeug über dem nächtlichen Mittelmeer verloren. Heftige Vorwürfe gegen Israel werden laut.

Syrer in Rebellenprovinz Idlib fordern Sturz des Machthabers Assad

21.9.2018, 17.12 Uhr: Nach dem türkisch-russischen Abkommen über das syrische Rebellengebiet Idlib haben dort Tausende den Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad gefordert. In mehreren Orten zogen die Menschen am Freitag zu Demonstrationen auf die Straße, wie oppositionelle Medien und Aktivisten meldeten. Das Motto lautete: „Keine neue Verfassung, kein Wiederaufbau bis Baschar gestürzt ist“.

Die Demonstranten wollten „der Welt zeigen, dass sie sich noch immer den Grundlagen der 2011 begonnenen syrischen Revolution verpflichtet fühlen“, erklärte der Aktivist Ibrahim al-Idlibi aus der Stadt Idlib. „Sie wollen ein freies Syrien ohne die Assad-Familie.“

Israel sendet nach Abschuss von Maschine Delegation nach Russland

20.9.2018: 8.36 Uhr: Nach dem Abschuss einer russischen Militärmaschine vor Syriens Küste will Israel am Donnerstag eine Armeedelegation nach Moskau schicken. Der Kommandeur der Luftwaffe werde einen Bericht über den Vorfall einschließlich der vorliegenden Informationen im Vorfeld der Mission präsentieren, teilte die israelische Armee in der Nacht zum Donnerstag mit.

„Außerdem werden sie die fortwährenden iranischen Versuche darlegen, strategisch wichtige Waffen zur Hisbollah-Terrororganisation zu transportieren und eine iranische Militärpräsenz in Syrien zu etablieren“, hieß es in der Mitteilung.

Assad bekundet Putin nach Abschuss russischer Maschine sein Beileid

20.9.2018: 7.54 Uhr: Nach dem Abschuss einer russischen Militärmaschine vor Syriens Küste hat der syrische Präsident Baschar al-Assad Kreml-Chef Wladimir Putin sein „tiefes Beileid“ bekundet. Der Unfall sei das Ergebnis der „üblichen israelischen Arroganz“, die immer die „schmutzigsten Mittel“ für ihre „niederen Ziele“ anwende, heißt es in einem Kondolenzschreiben, wie Syriens Staatsagentur Sana am Mittwoch meldete. Assad drückte seine Zuversicht aus, dass der Vorall den Kampf gegen den Terrorimus in Syrien nicht beeinflusse.

Russland wird nach Flugzeug-Abschuss israelische Infos prüfen

19.9.2018: 13.41 Uhr: Russland wird nach dem verhängnisvollen Abschuss einer Militärmaschine vor der syrischen Küste auch israelische Daten prüfen. Das kündigte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch an. In seiner Analyse des Unglücks lasse sich Präsident Wladimir Putin aber von den „minuten- und sekundengenauen Informationen über alle Flüge“ des russischen Militärs leiten.

USA spricht Bedauern aus

18.9.2018, 19.16 Uhr: US-Außenminister Mike Pompeo hat sein Bedauern für die betroffenen Crewmitglieder nach dem Abschuss eines russischen Aufklärungsflugzeuges durch die syrische Luftabwehr zum Ausdruck gebracht. „Der unglückliche Zwischenfall erinnert uns an die Notwendigkeit, dauerhafte, friedliche und politische Lösungen für die vielen überlappenden Konflikte in der Region zu finden und an die Gefahr gefährlicher Fehleinschätzungen im überfüllten syrischen Kampfgebiet“, heißt es in einer Stellungnahme Pompeos, die sein Ministerium am Dienstag in Washington verbreitete.

Beschwichtigende Töne von Putin

Update 17.00 Uhr: Nach dem Abschuss eines russischen Militärflugzeugs vor der Küste Syriens will Kreml-Chef Wladimir Putin offenbar eine schwere Krise im Verhältnis zu Israel vermeiden: Putin sprach am Dienstag von einer "Verkettung unglücklicher Umstände", nachdem das russische Verteidigungsministerium zunächst Israel für den Abschuss mit 15 Todesopfern verantwortlich gemacht hatte. Die syrische Armee hatte die russische Maschine am Montag nach einem israelischen Luftangriff versehentlich abgeschossen.

"Israel hat unser Flugzeug nicht abgeschossen", hob Putin in Moskau hervor. "Das sieht eher wie eine Verkettung unglücklicher Umstände aus." Der Vorfall müsse nun "ernsthaft" geprüft und die Sicherheitsvorkehrungen für russische Soldaten in Syrien müssten verstärkt werden. "Dies werden Schritte sein, die alle bemerken werden", fügte der russische Präsident hinzu, ohne Details zu nennen.

Der Abschuss der russischen Iljuschin-Maschine am Montagabend war der schwerste Fall von "friendly fire", also eines versehentlichen Angriffs auf einen Verbündeten, seit Beginn der russischen Militärintervention in Syrien vor drei Jahren. Alle 15 russischen Soldaten an Bord des Flugzeugs wurden getötet.

In seiner Stellungnahme gab Putin allerdings auch an, er habe die Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums zu dem Vorfall abgesegnet. Darin wurde Israel ein "feindseliger Akt" vorgehalten.

Update, 18. September, 16.02 Uhr: Als Reaktion auf den Abschuss eines russischen Militärflugzeugs will Russlands Präsident Wladimir Putin die Sicherheit seiner Truppen in Syrien spürbar erhöhen. „Das werden Schritte sein, die alle bemerken“, sagte er am Dienstag in Moskau nach einem Treffen mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Putin nannte aber keine Einzelheiten.

Die syrische Flugabwehr habe durch „tragische Umstände“ die russische Maschine mit 15 Soldaten an Bord getroffen, sagte er. Eigentlich hatten die Syrer auf angreifende israelische Kampfjets in der Nähe gezielt. Deshalb sei der Fall auch nicht vergleichbar mit dem Abschuss eines russischen Jets durch die Türkei 2015, sagte Putin. Der Kreml bestätigte, dass Putin und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu noch am Dienstag telefonieren wollen.

Update, 18. September, 13.13 Uhr: Russische Suchschiffe haben im Mittelmeer Wrackteile der versehentlich von syrischen Truppen abgeschossenen Militärmaschine Il-20 gefunden. Auch Leichenteile der 15 getöteten Soldaten an Bord seien geborgen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Dienstag mit. Die Absturzstelle liege im Meer etwa 27 Kilometer westlich des syrischen Küstenortes Banias, meldete die Agentur Interfax nach diesen Angaben. In Syrien bleibt die Lage derweil kritisch.

Die israelische Armee sieht die Verantwortung für den Abschuss eines russischen Militärflugzeuges über dem Mittelmeer bei der syrischen Regierung. Die Armee wies damit russische Vorwürfe zurück, der Abschuss sei Israels Schuld. „Israel hält zudem Iran und die Hisbollah-Terrororganisation für diesen unglücklichen Vorfall für verantwortlich“, hieß es in einer Stellungnahme am Dienstag. Israel drückte zugleich Trauer über den Tod der Mannschaft des russischen Flugzeugs aus.

Diplomatische Krise bahnt sich an

Update, 18. September, 11.33 Uhr: Die russische Regierung hat Israel für den versehentlichen Abschuss eines Militärflugzeugs über Syrien mit 15 Toten verantwortlich gemacht. Das Verteidigungsministerium in Moskau sprach am Dienstag von einem "feindseligen Akt" und einer "Provokation", auf die sich Russland eine "angemessene Reaktion" vorbehalte.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu protestierte in einem Telefonat mit seinem israelischen Kollegen Avigdor Lieberman gegen den Vorfall. "Die volle Verantwortung für den Abschuss des russischen Flugzeugs und den Tod der Besatzung liegt auf der israelischen Seite", sagte Schoigu nach Angaben seines Ministeriums in dem Gespräch.

Russland macht Israel verantwortlich

Update, 18. September, 10.16 Uhr: Ein russisches Aufklärungsflugzeug Il-20 ist nach Angaben des russischen Militärs versehentlich von der syrischen Luftabwehr über dem Mittelmeer abgeschossen worden. Das sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums am Dienstag in Moskau. General Igor Konaschenkow machte aber Israel für den Fehltreffer verantwortlich: Dessen Kampfjets F-16 hätten sich bei ihrem Angriff auf Ziele in Syrien hinter dem russischen Flugzeug versteckt. Russland behalte sich Schritte gegen Israel vor, sagte er der Agentur Tass zufolge. Konaschenkow sprach von 15 getöteten Soldaten.

Das israelische Außenministerium äußerte sich nicht zu dem Vorwurf. Russland und Israel sind in Syrien nicht direkt Verbündete, stimmen sich aber eng ab. Moskau bemüht sich, den israelischen Sicherheitsinteressen im Nachbarland Rechnung zu tragen.

Die israelische Luftwaffe habe den Angriff nicht angekündigt, sagte Konaschenkow. „Die Warnung über den „heißen Draht“ kam weniger als eine Minute vor dem Angriff, was zu kurz war, um das russische Flugzeug in Sicherheit zu bringen.“ Der israelische Angriff galt Zielen nahe der syrischen Provinzhauptstaft Latakia. Dort wurden angeblich zwei syrische Soldaten getötet und zehn verletzt.

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Russisches Militärflugzeug über Mittelmeer abgeschossen?

Moskau - Inmitten nächtlicher Luftangriffe auf Syrien ist ein russisches Militärflugzeug mit 14 Soldaten über dem Mittelmeer verschwunden. Ein Abschuss durch einen Fehltreffer ist nicht ausgeschlossen. Die Propellermaschine sei vom Radar verschwunden, teilte das russische Verteidigungsministeriums in Moskau am Dienstag der Agentur Tass zufolge mit. Unklar blieb, welche der am Syrienkonflikt beteiligten Parteien die russische Maschine getroffen haben könnte. Vorwürfe richteten sich unter anderem gegen Israel und die syrische Luftabwehr.

Bei einem Raketenangriff auf ein Waffenlager in der syrischen Küstenprovinz Latakia kamen Aktivsten zufolge mindestens zwei Soldaten ums Leben, zehn weitere wurden verletzt, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Sie ging davon aus, dass Israel für den Angriff verantwortlich ist. Aktivisten in der Gegend berichteten, die Raketen seien aus Richtung des Mittelmeers gekommen. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht dazu. „Wir kommentieren keine Berichte in ausländischen Medien“, sagte eine Sprecherin.

Versehentlicher Abschuss?

Das russische Aufklärungsflugzeug vom Typ Il-20 sei bereits am späten Montagabend nicht mehr zu orten gewesen, teilte das Militär in Moskau mit. Zu der Zeit hätten israelische Kampfjets des Typs F-16 Ziele in der syrischen Küstenprovinz Latakia angegriffen, sagte ein Vertreter des Verteidigungsministeriums. Eine französische Fregatte habe zur gleichen Zeit Raketen abgefeuert.

Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf Regierungsquellen, die syrische Luftabwehr habe beim Abfangen israelischer Raketen versehentlich die russische Maschine abgeschossen. Die USA äußerten sich nicht, wer in der Region Luftangriffe geflogen habe, es seien aber nicht die USA gewesen.

Der letzte Kontakt zu der russischen Maschine habe gegen 23.00 Uhr Moskauer Zeit (22.00 Uhr MEZ) stattgefunden, hieß es in Moskau. Das Flugzeug habe sich auf dem Rückflug zur russischen Militärbasis Hamaimim an der Küste bei der Provinzhauptstadt Latakia befunden. Die russischen Streitkräfte unterstützen Regierungstruppen in Syrien.

Der Raketenangriff habe ein Waffendepot nahe einer Industriezone östlich der Stadt Latakia getroffen, berichtete die Beobachtungsstelle. Israel hat in den vergangenen Monaten mehrfach Ziele in Syrien angegriffen, wenn es dort Raketen- oder Waffenlager seines Erzfeindes Iran vermutete. Wie Russland und die libanesische Hisbollah-Miliz unterstützt auch der Iran in Syrien die Führung von Präsident Baschar al-Assad.

dpa

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