Röttgen deutet Aus für mehrere Atomkraftwerke an

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Umweltminister Norbert Röttgen.

Berlin - Umweltminister Norbert Röttgen hat das Aus für mindestens 4 AKW in Deutschland angedeutet, die nicht einmal den Sicherheitsanforderungen für den Absturz eines kleineren Flugzeugs genügen.

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Röttgen sagte bei der Vorstellung des Berichts der Reaktorsicherheitskommission am Dienstag in Berlin, Biblis A und B sowie Brunsbüttel und Philippsburg I hätten “keine nachgewiesene Sicherheitsauslegung“. Dies werde bei der politischen Bewertung eine wesentliche Rolle spielen.

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

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Die vier Meiler erfüllen nicht die niedrigste der drei geprüften Sicherheitsstufen. Die Kraftwerke Unterweser, Isar 1 und Neckarwestheim seien nur etwas besser geschützt und erfüllten zumindest die Schutzanforderungen der Stufe eins.

Röttgen sagte, insgesamt verfügten die sieben ältesten AKW über keinen oder nur einen geringen Schutz. Davor könne die Politik nicht die Augen verschließen. Röttgen betonte, auch die Sicherheit der Zwischenlager werde geprüft.

Die sieben ältesten Kraftwerke sind auf Grundlage des von der Regierung verkündeten Atom-Moratoriums derzeit abgeschaltet. Bis Anfang Juni will die Regierung entscheiden, ob einige von ihnen oder alle wieder ans Netz dürfen. In dieser Gruppe ist auch der Pannenmeiler Krümmel, der schon vor dem Moratorium still stand.

Kretschmann: Abgeschaltete Südwest-Meiler nicht wieder ans Netz

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) rechnet mit dem endgültigen Aus für die Atomkraftwerke Neckarwestheim I und Philippsburg I. Er gehe nicht davon aus, dass die beiden nach der Atomkatastrophe von Japan abgeschalteten Meiler je wieder ans Netz gehen, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. Er erwarte auch nicht, dass der AKW-Betreiber EnBW dagegen klage.

Die beiden verbleibenden Reaktoren Neckarwestheim II und Philippsburg II sollten “nach und nach“ abgeschaltet werden. Oberstes Ziel müsse es sein, dass der Ausstieg unumkehrbar sei, sagte Kretschmann. “Alle müssen sicher sein können, dass es dann auch endgültig aus ist mit der Atomkraft in Deutschland.“

dpa/dapd

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