Regierung: rituelle Beschneidung erlauben

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Die rituelle Beschneidung von Jungen soll in Deutschland auch künftig möglich sein.

Berlin - Die rituelle Beschneidung von Jungen soll in Deutschland auch künftig möglich sein. Regierungssprecher Seibert kündigte an, die Rechtsunsicherheit solle rasch beendet werden.

Das Landgericht Köln hatte im Juni die Beschneidung als strafbare Körperverletzung gewertet. Seibert entgegnete, hier gehe es um die Ausübung von Religionsfreiheit. Die Bundesregierung trete weiter dafür ein, dass gerade jüdisches Leben in Deutschland wieder möglich sei.

Über den konkreten Weg herrscht indes noch Unklarheit. Nach Angaben des Justizministeriums kommt sowohl das Familien- als auch das Patientenrecht in Frage, um eine Klarstellung zu erreichen. Die Kölner Richter hatten argumentiert, dass das Grundrecht eines Kindes auf körperliche Unversehrtheit in Abwägung mit der Religionsfreiheit und dem Erziehungsrecht der Eltern überwiege. Das hatte national und international für Empörung gesorgt.

Auch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) macht sich für die Legalisierung von religiösen Beschneidungen stark. “Jüdisches und muslimisches Leben in Deutschland darf nicht unmöglich gemacht werden“, erklärte ein Ministeriumssprecher am Montag in Berlin. Eine verantwortungsvoll durchgeführte Beschneidung von Jungen müsse deshalb weiterhin möglich sein. Bei einer Gesetzesänderung werde sich Schröder im Sinne des Kindeswohls jedoch intensiv mit Fragen wie einer Betäubung der Betroffenen befassen.

dapd

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