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Anspruch auf einen PCR-Test: Warnung in App reicht nicht mehr - das gilt jetzt

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Von: Hannah Decke

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Es gibt neue Regeln, wer Anspruch auf einen PCR-Test hat. Eine Warnung in der Corona-App reicht nun nicht mehr aus. Was in der neuen Testverordnung steht.

Hamm - In Familien- und Freundeskreisen drehen sich die Gespräche derzeit oft um ein Thema: Corona-Tests. Die Zahlen schießen in die Höhe, die Infektionen kommen näher und betreffen im weitesten Sinne jeden Einzelnen. Und wird man mittels Selbst- oder Schnelltest positiv getestet, beginnt das Rätselraten: Was muss ich jetzt tun? Habe ich noch Anspruch auf einen PCR-Test? Antworten gibt die neue Testverordnung.

NameKarl Lauterbach
Geboren21. Februar 1963 (Alter 58 Jahre), Düren
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

Neue Testverordnung: Wann haben Sie Anspruch auf einen PCR-Test?

Zur Verwirrung beigetragen hat vor allem die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, der den Anspruch auf einen PCR-Test nach positivem Selbst- oder Schnelltest an einer Teststation zunächst aussetzen wollte. Die PCR-Testkapazitäten seien knapp, eine Priorisierung müsse her. Jetzt kommt aber die Kehrtwende. Es gibt einen Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums zur neuen Testverordnung, der dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Daraus geht hervor, dass es zwei wesentliche Änderungen gibt: Entgegen bisheriger Planungen soll es nun doch dabei bleiben, dass Bürger nach einem offiziellen positiven Corona-Schnelltest auch einen Anspruch auf einen PCR-Test haben. Das hatte Karl Lauterbach bereits am Dienstag in Berlin angekündigt.

Anspruch auf PCR-Test: Warnmeldung in der Corona-Warn-App reicht nicht mehr

Er begründete dies mit einer „Veränderung der Position“. Seinen Angaben zufolge würde die vorhandene Kapazität bei PCR-Tests auch ausreichen, wenn eine tägliche Zahl von bis zu 450.000 Corona-Neuinfektionen erreicht würde. „Und ich glaube, dass wir das nicht erreichen werden.“ Das lässt zumindest in der Theorie das Problem verschwinden, dass Menschen ohne positiven PCR-Test keinen Genesenennachweis erhalten.

Die zweite wesentliche Änderung ist, dass nur der Verdacht auf eine Corona-Infektion - also zum Beispiel eine rote Warnmeldung in der Corona-Warn-App - nicht mehr reicht, um Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test zu haben. Der Verdacht muss in jedem Fall mit einem überwachten Antigen-Schnelltest bestätigt werden. „Auf dem Höhepunkt der Pandemie setzen wir PCR-Tests gezielter ein“, sagte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dem RND.

Anspruch auf PCR-Test nach positivem Schnelltest bleibt - aber auch die Priorisierung

Es bleibt allerdings nach Lauterbachs Angaben von Dienstag dabei, dass Labore künftig vorrangig Proben von Risikogruppen, Beschäftigten in Kliniken, Praxen, in der Pflege und in Einrichtungen und Diensten der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung untersuchen sollen. Andere Proben rücken damit nach hinten, so dass es mit den Ergebnissen möglicherweise länger dauern könnte.

Der PCR-Test ist die exakteste Möglichkeit, eine Infektion mit Corona nachzuweisen. Häufig fällt dabei der Begriff „CT-Wert“ - doch was bedeutet er konkret? (mit dpa-Material) *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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