Der Countdown läuft

Hochspannung vor der Bundestagswahl

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Noch einmal geben die Wahlkämpfer alles, um Unentschlossene auf ihre Seite zu ziehen. Für Spannung vor der Bundestagswahl am Sonntag sorgen die Umfragen: Sie sagen ein äußerst knappes Rennen voraus.

Berlin - Noch einmal geben die Wahlkämpfer alles, um Unentschlossene auf ihre Seite zu ziehen. Für Spannung vor der Bundestagswahl am Sonntag sorgen die Umfragen: Sie sagen ein äußerst knappes Rennen voraus.

Am Tag vor der Bundestagswahl kämpfen die Spitzenpolitiker von CDU, SPD und FDP heute (Samstag) noch einmal um Wählerstimmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihren letzten Wahlkampfauftritt in ihrem Wahlkreis in Stralsund (14.00). SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück spricht in Frankfurt am Main. Die FDP beendet ihren Wahlkampf in Düsseldorf mit einem Auftritt von Außenminister Guido Westerwelle und Parteichef Philipp Rösler.

Nach den jüngsten Umfragen kann sich Bundeskanzlerin Merkel Hoffnung auf weitere vier Jahre Regierungszeit machen - mit welchem Koalitionspartner ist aber völlig offen. Den Demoskopen zufolge gibt es zwischen dem aktuellen schwarz-gelben Regierungslager und der jetzigen Opposition im Bundestag praktisch ein Patt.

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Gebuhlt wird vor allem um die sogenannte Zweitstimme, die die Wahl letztlich entscheidet. Insbesondere die FDP setzt darauf, dass Merkel-Anhänger für sie stimmen, damit sie im Bundestag bleibt und Schwarz-Gelb weitermachen kann. Die Union will das Bündnis mit der FDP ebenfalls fortsetzen, wehrt sich aber gegen die Zweitstimmenkampagne des bisherigen Partners.

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SPD und Grüne streben offiziell weiterhin ein rot-grünes Bündnis an, obwohl dies die Umfragezahlen nicht hergeben. Eine Koalition mit der Linkspartei oder eine Duldung durch diese lehnt die SPD ab. In dieser Frage sei sich die gesamte SPD-Führung einig, bekräftigte Steinbrück im „Tagesspiegel“ (Samstag).

Für die Grünen ist trotz schlechter Umfragewerte „noch überhaupt nichts entschieden“, wie Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt beim offiziellen Wahlkampfhöhepunkt am Freitagabend in Berlin bekräftigte. Der Grünen-Spitzenmann Jürgen Trittin nannte bei „Zeit Online“ ein besseres Ergebnis als bei der Bundestagswahl 2009 als Wahlziel. Damals holten die Grünen 10,7 Prozent.

In der letzten „Kanzlerfrage“ des Umfrageinstituts Emnid für die „Bild am Sonntag“ liegt Kanzlerin Merkel weiterhin souverän vor ihrem SPD-Herausforderer Steinbrück. Zwar büßt die Kanzlerin im Vergleich zur Vorwoche zwei Punkte ein, dennoch würden sich 50 Prozent der Befragten für die Amtsinhaberin entscheiden - könnten sie den Bundeskanzler direkt wählen. Steinbrück käme demnach auf 27 Prozent, ein Minus von vier Punkten im Vergleich zur Vorwoche.

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Nach den letzten Umfragen vor der Wahl gibt es zwischen Regierungslager und der Opposition im Bundestag ein Kopf-an-Kopf-Rennen oder ein minimales Plus für Schwarz-Gelb. Jeweils 45 Prozent für die beiden politischen Lager ermittelte das Allensbach-Institut im Auftrag der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag). Bei Emnid für die „Bild am Sonntag“ ergab sich ein Punkt Vorsprung für Schwarz-Gelb vor den Oppositionsparteien (45 zu 44 Prozent).

Das letzte ZDF-„Politbarometer“ vor der Wahl sowie eine RTL-Umfrage kommen auf sehr ähnliche Zahlen. Beide sehen die Union bei 40 Prozent, die FDP bei 5,5 beziehungsweise genau 5 Prozent. Die SPD kann laut „Politbarometer“ auf 27 (RTL: 26) Prozent hoffen, die Grünen auf 9 (9) und die Linke auf 8,5 (9) Prozent. Die Alternative für Deutschland (AfD) würde mit 4 oder 4,5 Prozent knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

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Insgesamt gehen für den 18. Deutschen Bundestag 34 Parteien mit annähernd 4500 Kandidaten ins Rennen. Sicher ist, dass Union (2009: 33,8 Prozent), SPD (23), Linkspartei (11,9) und Grüne (10,7) wieder ins Parlament kommen. Die FDP, die vor vier Jahren ein Rekordergebnis von 14,6 Prozent holte, muss zittern. Entscheidend könnte sein, ob es die AfD auf Anhieb ins Parlament schafft. Die Piraten haben trotz Erfolgen bei Landtagswahlen kaum Chancen.

dpa

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