Familienbesuch in Gefahr

Ostern 2021: Beschluss zu Kontakten, Hotels und Urlaub vom Corona-Gipfel

Der Corona-Lockdown in Deutschland ist zunächst bis kurz vor Ostern verlängert worden - aber mit Öffnungsschritten. Wie steht es um den Familienbesuch über die Feiertage?

Update vom 4. März, 10.34 Uhr: Urlaub in den Osterferien wird nach den Beschlüssen des Corona-Gipfels erst einmal nicht möglich sein. Erst am 22. März wollen sich die Ministerpräsidenten und -präsidentinnen und die Bundeskanzlerin und das Kanzleramt noch einmal über die Öffnung von Hotels, Ferienhäusern und Reisen beraten. Davor sind Öffnungsschritte im erarbeiteten Plan ausgeschlossen. Und auch dann wird erst beraten, wenn es die aktuelle Infektionslage zulässt.

Osterfeiertage 20212. (Karfreitag) bis 5. April (Ostermontag)
Osterferien 2021 NRW29. März bis 10. April
Lockdown derzeit verlängert bisvoraussichtlich zunächst 28. März

Für Kontakte gelten zunächst erst einmal folgende Regeln - eine Sonder-Ausnahme für Ostern gibt es derzeit nicht. Demnach dürfen sich ab dem 8. März fünf Personen aus zwei Haushalten treffen, Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt. Paare gelten als ein Haushalt.

Wenn die Inzidenz in Regionen unter 35 sinkt, wäre es möglich, die privaten Treffen auf drei Haushalte und maximal zehn Menschen zu erweitern. So wäre zumindest ein kleines Osterfest möglich, wenn die Corona-Mutationen nicht die Infektionswerte wieder deutlich in die Höhe treiben.

Ostern 2021 im Corona-Lockdown: Kontakte mit der ganzen Familie sind unwahrscheinlich

Update vom 4. März, 8.26 Uhr: Was aus Ostern in diesem Jahr wird, lässt sich auch nach dem Bund-Länder-Gipfel am Mittwoch, 3. März, noch nicht sicher sagen. Es wurde keine besondere Kontaktregel für die Feiertage beschlossen. Klar ist, dass der Lockdown zunächst bis zum 28. März verlängert worden ist. Es kommen aber trotzdem nach und nach Öffnungsschritte hinzu - unter anderem bei den Kontaktbeschränkungen gibt es bereits am 8. März Lockerungen. Dass Ostern am ersten April-Wochenende gerettet ist, davon kann aber keine Rede sein.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte nach den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch: „Wir haben die zweite Welle besiegt, und die dritte Welle rollt.“ Die Gefahr und Dimension der dritten Welle hänge von jedem Einzelnen ab. „Deshalb müssen wir sehr aufpassen, dass wir nicht unbedacht in den nächsten großen Lockdown kommen. Wenn viele über Ostern reden, dann haben wir Ostern entweder eine schöne Zeit oder vielleicht den nächsten Lockdown.“ Deshalb habe man jetzt „einen Dreiklang aus Vorsicht, Vertrauen und Verantwortung“ beschlossen. Eine besondere Kontaktregelung für Ostern wurde nicht beschlossen.

Urlaub und Familien-Besuch zu Ostern 2021: Erster Dämpfer?

[Erstmeldung vom 3. März, 11.40 Uhr] Hamm - Der erste Dämpfer für die Hoffnung, zu Ostern zumindest die Familie besuchen zu können, ist schon bekannt geworden. Während in der ersten Beschlussvorlage, die am Dienstag vor dem Corona-Gipfel durchsickerte, noch Sonder-Regeln für die Osterfeiertage standen, sind sie aus dem aktuellen Papier am Mittwoch verschwunden. Ist Ostern damit gestrichen? (Coronavirus in NRW)

Urlaub und Familien-Besuch zu Ostern 2021: Gibt es Hoffnung auf Lockerungen zum Corona-Gipfel?

Zunächst sah es ganz danach aus, dass es zu Ostern Lockerungen gibt, ähnlich wie an Weihnachten. Jetzt hat Bild.de schlechte Nachrichten veröffentlicht. Denn heute tagen Bund und Länder beim Corona-Gipfel über Lockdown und Lockerungen - und der Punkt Osterfeiern soll aus der Beschlussvorlage vollständig verschwunden sein.

Am Dienstag waren die Osterfeiertage noch als Sonderpunkt aufgeführt worden. Es sollte wieder Ausnahme-Regeln geben, über die sich Bund und Länder heute ab 14 Uhr austauschen sollten. Wenn jetzt gar nicht über Urlaub an Ostern und die Ferien diskutiert werden sollte, ist das ein schlechtes Zeichen. Denn die nächste Ministerpräsidentenkonferenz mit Armin Laschet und den anderen Länder-Chefs ist erst für den 24. März geplant - für Urlaubsbuchungen wäre das deutlich zu knapp. Schließlich sollen die Osterferien in NRW bereits zwei Tage danach starten.

Besuch bei der Familie an Ostern - eigentlich waren Sonder-Regeln für die Feiertage geplant

Auch für einen Besuch bei der Familie sieht es schlecht aus. Zwar sollen die Kontaktbeschränkungen gelockert werden - aber Sonder-Regeln wie an Weihnachten sind wohl mit der Streichung des Punktes Ostern aus der Beschlussvorlage vom Tisch.

Private Treffen mit Verwandten, Bekannten und Freunden sollen laut aktueller Beschlussvorlage vom Mittwoch (Stand: 7.30 Uhr) zwar ab dem 8. März erweitert werden, die Oster-Sonder-Regeln sind aber nicht mehr zu finden.

Ab dem 8. März dürfen sich Menschen zwar noch immer nur maximal zu fünft treffen, aber zumindest darf der eigene Haushalt einen weiteren Haushalt treffen. Zuvor galt ein Haushalt und eine weitere Person - Kinder unter 14 waren ausgenommen. Die Social Bubble soll weiterhin kleingehalten werden.

In dem erstem Beschlusspapier für den Corona-Gipfel gab es für Ostern noch diese Regeln:

  • Die Sonder-Regeln sollten für den Zeitraum 2. bis 5. April gelten (Karfreitag bis Ostermontag).
  • Damit wären für die Feiertage Treffen mit vier über den eigenen Haushalt hinausgehende Personen erlaubt (Kinder unter 14 wieder ausgenommen).
  • Die vier Personen sollten aus dem engsten Kreis kommen (also Familienmitglieder, Partner, Geschwister, Verwandte und andere Haushaltsangehörige).

Den Sonder-Regeln für Ostern sollte möglichst eine Schutzwoche (also fünf bis sieben Tage so wenige Kontakte wie möglich) und Corona-Tests zuvorkommen.

Ob die Lockerungen in den Osterferien mit der Streichung vom Beschlussplan des Corona-Gipfels jetzt vollständig vom Tisch sind - ist noch unklar. Denn es gibt deutlichen Druck aus dem Gastronomie- und Hotelverband, sowie von den deutschen Landkreisen. Der Präsident des Landkreistags, Reinhard Sager, hatte die Vermietung von Unterkünften wie Ferienwohnungen über Ostern bereits gefordert - vielleicht wird Urlaub zu Ostern ja doch noch möglich.

Urlaub an Ostern: Wie sieht es für Reisen in den Ferien aus?

Zumindest für richtige Reisen sieht es schlecht aus: In der aktuellen Beschlussvorlage von Bund und Ländern appellieren Bund und Länder weiterhin auf nicht zwingend notwendige Reisen im Inland und Ausland zu verzichten: „auch hinsichtlich der bevorstehenden Ostertage“. Nicht zwingend notwendig bedeutet auch auf Urlaub. Es gilt für alle Risikogebiete im Ausland eine Quarantänepflicht, die noch verschärft wird, wenn es sich um ein Land mit einer der Virus-Mutation handelt.

Selbst wenn sich Bund und Länder heute auf keine Lockerungen an Ostern einigen, so ist es immer noch möglich, dass die einzelnen Bundesländer eigene Maßnahmen festlegen. NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet setzte bereits Zeichen für Öffnungen - und wird sich zeitnah äußern.

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