Truppen erobern Hochburg

Neuer Schlag gegen Boko Haram in Nigeria

+
Fischer am Lake Chad warten darauf, wieder auf den See fahren zu dürfen. Die Behörden hatten dies nach blutigen Angriffe der Boko Haram zunächst untersagt.

Abuja - Die Terrorgruppe Boko Haram hat im Nordosten Nigerias erneut eine schwere Niederlage einstecken müssen: Truppen aus dem Tschad und aus Niger sei es gelungen, die Fundamentalisten aus dem Ort Malam Fatori zu vertreiben.

Malam Fatori galt als eine der letzten Hochburgen der Gruppe in der Region, sagte der tschadische Militärsprecher Azème Bermandoua am Mittwoch. „Der Feind ist besiegt worden und die Stadt ist unter der Kontrolle unserer Streitkräfte“, erklärte er.

Beobachtern zufolge ist Malam Fatori völlig zerstört. Mitglieder der Boko Haram hätten vor ihrer Flucht zahlreiche Häuser niedergebrannt. Die Islamisten hatten den Ort im November unter ihre Kontrolle gebracht.

Das nigerianische Militär wird seit Wochen von regionalen Truppen aus dem Tschad, Kamerun, Niger und Benin im Kampf gegen den Terror unterstützt.

Boko Haram: Blutiger Islamistenterror für einen Gottesstaat

Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram führt im Nordosten Nigerias einen blutigen Feldzug zur Errichtung eines sogenannten islamischen Gottesstaats. In diesem Kalifat soll dann einzig und allein eine radikale Auslegung der Scharia (islamische Rechtsprechung) gelten.

Die sunnitischen Fundamentalisten werden für viele Attentate und Angriffe in dem westafrikanischen Staat verantwortlich gemacht. Schätzungen zufolge wurden dabei seit 2009 bereits mehr als 14 000 Menschen getötet. Die Gewalttaten haben mehr als 1,5 Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Die selbst ernannten Gotteskrieger kontrollieren bereits Teile des Nordostens und versuchen auch, Gebiete in den Nachbarländern Kamerun und Niger zu erobern.

Über Organisationsstrukturen und Mitgliederzahlen der Boko Haram liegen keine gesicherten Informationen vor. Die Gruppe hat vor kurzem der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Gefolgschaft geschworen, die im Irak und in Syrien große Gebiete beherrscht und Ableger in anderen muslimischen Staaten hat.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare