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Corona-Gipfel: Karl Lauterbach rät Bund und Ländern zu verschärften Regeln

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Von: Marcel Guboff

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Bund und Länder tagen am Freitag (7. Januar) beim Corona-Gipfel. Wird es verschärfte Regeln geben? Diesen Vorschlag will Gesundheitsminister Karl Lauterbach machen.

Hamm - Spätestens seit dem Ende der Weihnachtstage gelten in allen Bundesländern in Deutschland neue Regeln zur Bekämpfung des Coronavirus. Sie beinhalten unter anderem strengere Kontaktbeschränkungen und - wie im Falle von Nordrhein-Westfalen - noch mehr 2G-plus.

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Neue Corona-Regeln: Lauterbach kündigt Beschlüsse für den Gipfel an

Aber reicht das, um zu verhindern, dass die um die Omikron-Welle in Deutschland zu groß wird? Vermutlich nicht. Deshalb hatten sich Bund und Länder schon bei der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) vor Weihnachten für einen Termin des nächsten Corona-Gipfels entschieden: Freitag, 7. Januar.

Die Ministerpräsidenten der Länder um NRW-Landeschef Hendrik Wüst (CDU) und Vertreter des Bundes um Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) werden dann wieder neue Corona-Regeln beschließen. So viel deutete Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bereits an.

Es werde „auf jeden Fall neue Beschlüsse geben“, kündigte Karl Lauterbach am Sonntagabend im Interview mit RTL/ntv an. Dabei erklärte er auch, um welche Maßnahmen es ihm konkret geht. Es gehe um eine Änderung der Quarantäneverordnung, so Lauterbach.

Aber etwa auch um die Frage, welche Kontaktbeschränkungen angemessen seien. Aktuell gilt für Geimpfte und Genesene, dass sie sich mit zehn Personen treffen dürfen. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte er zwei Tage vor dem Bund-Länder-Treffen: „Verschärfungen werden leider notwendig sein, um der schweren Welle, die auf uns zukommt, zu begegnen.“ Genaue Details zu den Verschärfungen nannte er noch nicht.

Neue Corona-Regeln: Bund und Länder beraten über Verkürzung der Quarantäne

Bund und Länder müssten vor allem die Frage beantworten, wie man mit der Quarantäne-Regelung für Menschen umgehe, die in der kritischen Infrastruktur - also beispielsweise in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern - arbeiteten. „Wir denken in der Tat über verkürzte Quarantäne- und Isolationszeiten nach“, sagte der SPD-Politiker dem ZDF.

Bei den hohen Fallzahlen an Neuinfektionen, die die Modellrechnungen für die Verbreitung von Omikron zeigten, brauche man andere Dauern für die Quarantäne. Zuletzt hatte bereits ein Experte aus NRW wegen Omikron lockerere Quarantäne-Regeln angeregt. Künftig könnte sich die Zeit von 14 auf sieben Tage reduzieren. Für die Gruppe der kritischen Infrastruktur könnte eine Freitestung nach bereits fünf Tagen möglich sein, schreibt Bild. Wobei Hendrik Wüst unterschiedliche Regelungen für Berufsgruppen nahezu ausschloss. In der ARD sagte der Landeschef von NRW und aktuelle Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz: „Es könnte eine unterschiedliche Quarantäne-Regel geben mit Blick darauf, ob ich dreimal geimpft bin oder nicht.“

Bundeskanzler Olaf Scholz (l) und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (beide SPD) unterhalten sich bei ihrer Ankunft zur wöchentlichen Kabinettssitzung im Kanzleramt.
Neue Corona-Regeln: Lauterbach kündigt Beschlüsse für Gipfel an © Michael Sohn/dpa

Darüber hinaus müsste unter anderem geklärt werden, inwieweit die Fristen für Menschen mit Auffrischungsimpfung geändert werden könnten, sagte Karl Lauterbach. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte kürzlich eine Befreiung von der Quarantäne für geboosterte Kontaktpersonen ins Gespräch gebracht.

Strengere Kontaktbeschränkungen seien ebenfalls denkbar. Denn nach Einschätzung des Bundesgesundheitsministers könne man sich eine Durchseuchung in Deutschland aufgrund der hohen Zahl an Ungeimpften „nicht leisten“.

Neue Corona-Regeln erwartet: Andere Länder haben Quarantäne bereits verkürzt

Bund und Länder wollen sich am Freitag, 7. Januar, zum nächsten Corona-Gipfel zusammenschalten, um mit neuen Beschlüssen die weitere Strategie im Kampf gegen Corona festzuhalten. Karl Lauterbach machte im Vorfeld deutlich, dass angesichts der Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante in Deutschland Eile geboten sei: „Die Fallzahlen werden sehr stark steigen, und das wird dann auch viele Ungeimpfte treffen, und die sind nicht geschützt. Daher mache ich mir da große Sorgen“, erklärte der SPD-Politiker,

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung hatte vor Weihnachten vor einer extremen Belastung des Gesundheitssystems und der gesamten kritischen Infrastruktur wie Kliniken, Feuerwehr oder Stromversorgung gewarnt, sollten viele Menschen zeitgleich krank werden oder in Quarantäne müssen. Andere Staaten mit hohem Omikron-Anteil wie die USA oder Großbritannien haben ihre Regeln bereits gelockert und die Dauer der Quarantäne für Kontaktpersonen verkürzt.

Denn mit Ausbreitung der Omikron-Variante wächst die Gefahr, dass auch die Zahl von Quarantäne-Anordnungen bei Kontaktpersonen von Infizierten stark steigt. Anders als bei anderen Corona-Varianten ist aus Sicht des Robert Koch-Instituts (RKI) eine Quarantäne bei Vorliegen von Omikron immer empfohlen - und zwar „auch für vollständig geimpfte und genesene Kontaktpersonen“. (mit dpa-Material) *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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