Tönnies-Skandal

Nach rassistischen Äußerungen: Beliebter Ex-Fernsehkommissar verlässt die CDU

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Politiker Charles M. Huber tritt aus der CDU aus. 

Der beliebte Ex-Fernsehkommissar tritt nach der Diskussion über die Aussagen des Aufsichtsratschefs von Schalke 04, Clemens Tönnies, aus der CDU aus. 

Darmstadt - Die Aussagen des Schalker Aufsichtsratschefs Clemens Tönnies entsetzten nicht nur viele Fans. Aus fast allen gesellschaftlichen Richtungen wurde der Schalke-Boss kritisiert. Vonseiten der Bundesregierung wurden die Aussagen jedoch relativiert. Das kostet die CDU jetzt ein bekanntes Mitglied, das sogar für die Partei früher im Bundestag saß.

Der frühere Fernsehkommissar und Ex-Bundestagsabgeordnete Charles M. Huber verlässt die CDU - und verkündet seinen Austritt öffentlich auf Facebook: Der Afrikabeauftragte der Kanzlerin, Günter Nooke (CDU), habe die „rassistisch motivierte Kommunikation eines Fußballaufsichtsratsvorsitzenden Tönnies von Schalke04 relativiert und dadurch gezielt unterstützt“, schreibt er in seiner Erklärung. 

Nach Tönnies-Skandal: CDU verliert berühmtes Mitglied

Tönnies hatte beim Tag des Handwerks in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren“, sagte Tönnies. Nach dieser Aussage hagelte es Kritik. Tönnies musste sein Amt vorerst ruhen lassen. 

Nooke hatte den Schalke-Chef daraufhin verteidigt. „Die von Tönnies angesprochenen Probleme wie das Verschwinden des Regenwalds und das Bevölkerungswachstum auf dem afrikanischen Kontinent sind real und darüber muss gesprochen und gegebenenfalls kontrovers diskutiert werden“, sagte Nooke in einem Interview. 

Nach Tönnies-Skandal: Fernsehkommissar tritt aus der Partei aus

Für seine CDU-Austrittserklärung via Facebook erhält Huber viel Lob. „Geradlinig. Respekt und Hochachtung“, schickt ihm ein Facebook-Fan. „Lieber Charles, großes Verständnis und Respekt. Ich kann mich mit der CDU auch überhaupt nicht mehr identifizieren. Aber wir können uns anders und wirkungsvoller für eine gute Beziehung zwischen uns, den Menschen in Afrika und in Deutschland einsetzen“, lädt ihn eine Nutzerin zum Handeln ein.

nai/dpa

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