Kurz vor der Wahl

Nach Raketenangriff: Israel übt Vergeltung - Gewalt am Gazastreifen dauert Nacht über an

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Konflikt in Gaza

In einer Gemeinschaftssiedlung nordöstlich von Tel Aviv ist ein Haus von einer Rakete getroffen worden. Sieben Menschen wurden verletzt, darunter Kinder. Nun übt Israel Vergeltung.

Update vom 26. März, 12.57 Uhr: Angesichts neuer Spannungen mit der im Gazastreifen herrschenden Hamas ist Regierungschef Benjamin Netanjahu am Dienstag vorzeitig nach Israel zurückgekehrt. Nach seiner Landung wollte er direkt zu Dringlichkeitsberatungen in das Militärhauptquartier in Tel Aviv fahren. Dabei sollte es um das weitere Vorgehen nach Raketenangriffen aus dem Palästinensergebiet gehen.

Netanjahu hatte seinen Besuch in den USA nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen unterbrochen. Die Rakete hatte ein Haus in einer Gemeinschaftssiedlung nordöstlich von Tel Aviv getroffen. Dabei wurden sieben Menschen verletzt, darunter auch kleine Kinder, und das Gebäude weitgehend zerstört. Israel machte die Hamas verantwortlich für den Angriff.

Vor seiner Abreise aus Washington sagte Netanjahu: „Wir kümmern uns um die sicherheitspolitischen Fragen.“

Nach Raketenangriff: Israel übt Vergeltung - Gewalt am Gazastreifen dauert Nacht über an

Update 26. März, 7.55 Uhr: Die Gewalt am Gazastreifen hat trotz einer von der radikalislamischen Hamas ausgerufenen Waffenruhe auch in der Nacht auf Dienstag angedauert. Die israelische Armee erklärte am Dienstagmorgen, seit dem Vorabend 22.00 Uhr seien aus dem Palästinensergebiet 30 Raketen oder Mörsergranaten abgefeuert worden. Die israelischen Streitkräfte griffen derweil nach eigenen Angaben rund 15 Ziele im Gazastreifen an. Darunter befand sich demnach ein Militärkomplex der mit der Hamas verbündeten Gruppe Islamischer Dschihad.

Die jüngsten Spannungen waren am Montagmorgen von einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen ausgelöst worden. Das Geschoss schlug in einem Wohnhaus nördlich von Tel Aviv ein. Sieben Menschen wurden nach Krankenhausangaben verletzt, darunter drei Kinder. Israel machte die radikalislamische Hamas für den Angriff verantwortlich und bombardierte Ziele im Gazastreifen. Später wurden weitere Raketen aus dem Gazastreifen auf israelisches Gebiet abgefeuert.

Am Montagabend verkündete die Hamas dann eine Waffenruhe. Die Waffenruhe zwischen den bewaffneten Palästinensergruppen und Israel sei unter Vermittlung Ägyptens ausgehandelt worden, sagte ein Hamas-Sprecher. Von israelischer Seite wurde die Einigung aber nicht bestätigt.

Nach Raketenangriff: Israel übt Vergeltung

Update 21.50 Uhr: Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen sind am Montag nach Augenzeugenberichten zwei Gebäude zerstört worden. Israel reagierte mit Luftangriffen im ganzen Gazastreifen auf einen Raketenangriff militanter Palästinenser, bei dem nordöstlich von Tel Aviv ein Haus zerstört und sieben Menschen verletzt worden waren. Im israelischen Grenzgebiet heulten am Montagabend erneut die Alarmsirenen.

Nach palästinensischen Medienberichten wurden in der Stadt Gaza zwei Gebäude von Raketen getroffen und zerstört. Eines gehöre einer Versicherungsfirma der im Gazastreifen herrschenden Hamas. Die israelische Armee teilte dagegen bei Twitter mit, das Gebäude diene den Hamas-Geheimdiensten. Nach Angaben von Sanitätern wurden bei dem Angriff drei Menschen verletzt. Die israelische Armee teilte mit, ein zweites in der Stadt Gaza angegriffenes Gebäude gehöre der Inneren Sicherheit der Hamas. Es habe militärischen Zwecken gedient.

Israel übt mit Luftwaffenangriffen Vergeltung im Gazastreifen

Update, 17.13 Uhr: Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen hat Israels Luftwaffe am Montag zahlreiche Ziele in dem Palästinensergebiet beschossen. Die Armee teilte, es seien „Terrorziele“ der im Gazastreifen herrschenden Hamas angegriffen worden. Einwohner des Küstenstreifens berichteten von lauten Explosionen. Krankenhäuser im Gazastreifen wurden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Nach Angaben der Hamas wurden zunächst zwei militärische Trainingslager im Norden des Gazastreifens getroffen. Die Hamas hatte in Erwartung israelischer Angriffe zahlreiche Posten und Gebäude geräumt.

In einem Haus in Mischmeret nordöstlich von Tel Aviv war am frühen Morgen eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete eingeschlagen. Das Gebäude wurde weitgehend zerstört; sieben Menschen wurden verletzt, darunter Kinder. Israel kündigte daraufhin eine harte Gegenreaktion an.

Erstmeldung, 25. März, 07.03 Uhr: Tel Aviv - Ein Haus nordöstlich der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv ist am Montag nach Polizeiangaben direkt von einer Rakete getroffen worden. Dabei wurden in der Ortschaft Mischmeret nach Angaben von Sanitätern sieben Menschen verletzt, darunter auch Kinder. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv bestätigte, man habe einen Raketenabschuss aus dem Gazastreifen festgestellt. In der israelischen Gemeinschaftssiedlung habe es zuvor Raketenalarm gegeben.

Tel Aviv: Drei Kinder unter den Verletzten

Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom waren unter den Verletzten auch drei Kinder - ein Baby, ein dreijähriges Kleinkind und eine Zwölfjährige. Eine 60-jährige und eine 30-jährige Frau seien unter anderem durch Raketensplitter verletzt worden. Zudem würden einige Menschen wegen Schocks behandelt. Das beschossene Haus ging in Flammen auf. Die Polizei sperrte das Gebiet ab.

Der überraschende Angriff erfolgte mitten im israelischen Wahlkampf, zwei Wochen vor der Parlamentswahl. Militante Palästinenser feuern häufig Raketen auf das Grenzgebiet um den Gazastreifen ab. Es ist jedoch ungewöhnlich, dass ein Geschoss so weit entfernt von dem Küstenstreifen einschlägt.

Konflikt mit Hamas wieder verschärft

Am 14. März hatte es den ersten palästinensischen Raketenangriff auf die Küstenmetropole Tel Aviv seit dem Gaza-Krieg 2014 gegeben. Daraufhin hatte Israels Luftwaffe rund 100 Ziele in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer bombardiert. Damals hieß es, die beiden Geschosse seien versehentlich aus dem Gazastreifen abgefeuert worden.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu soll am Montagabend von US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus empfangen werden (alle News aus den USA im Ticker).

Der Konflikt mit der im Gazastreifen herrschenden Hamas hatte sich zuletzt wieder verschärft. An der Grenze zu Israel kommt es wieder verstärkt zu teilweise gewaltsamen Protesten.

Am Sonntagabend hatten israelische Panzer nach Armeeangaben Hamas-Posten in dem Palästinensergebiet beschossen. Militante Palästinenser hätten zuvor Flugkörper mit Sprengsätzen nach Israel geschickt und Soldaten an der Grenze mit Sprengsätzen beworfen.

Mehr als tausende Verletzte innerhalb eines Jahres

Seit Beginn der Proteste vor einem Jahr sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums an der Gaza-Grenze mehr als 260 Palästinenser getötet und Tausende verletzt worden. Die Demonstranten fordern unter anderem ein Ende der seit mehr als einem Jahrzehnt andauernden Blockade des Palästinensergebiets am Mittelmeer.

Israel und Ägypten begründen die Blockade mit Sicherheitsinteressen. Die Hamas wird von der EU, Israel und den USA als Terrororganisation eingestuft. In dem Küstenstreifen leben rund zwei Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen. Es mangelt unter anderem an Trinkwasser und Strom.

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Israel wählt am 17. September schon wieder ein neues Parlament. Nachdem seit April keine Regierung zustande kam. Diesmal ist einiges anders.

Damit könnten alle Aussichten auf Frieden zwischen Israel und Palästina in weite Ferne rücken: Benjamin Netanjahu strebt weiterhin die Annektion des Jordantals an.

Es ist bereits das zweite Mal dieses Jahr, dass die Wahlberechtigten in Israel zur Urne gehen. Doch diesmal könnte es Netanjahu an den Kragen gehen - nach vier Amtszeiten.

dpa

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