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Hendrik Wüst neuer Chef der CDU in NRW: Mittwoch Wahl zum Ministerpräsidenten

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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Hendrik Wüst ist neuer Vorsitzender der CDU in NRW und damit Nachfolger von Armin Laschet. Kommende Woche soll er zum neuen Ministepräsidenten gewählt werden.

Update vom 23. Oktober, 14.00 Uhr: Die nordrhein-westfälische CDU hat den amtierenden Verkehrsminister Hendrik Wüst zu ihrem Landesvorsitzenden gewählt. Auf einem Parteitag in Bielefeld erhielt Wüst am Samstag mehr als 98 Prozent Zustimmung. Damit folgten die Delegierten der Empfehlung des amtierenden Ministerpräsidenten und vorherigen Landeschefs Armin Laschet, der Wüst Anfang Oktober als seinen Nachfolger in beiden Ämtern vorgeschlagen hatte; Gegenkandidaturen gab es keine.

Für Wüst stimmten 645 Delegierte bei 656 abgegebenen gültigen Stimmen. Das bedeutet eine Zustimmung von 98,32 Prozent. Somit steht auch fest, dass die nordrhein-westfälischen Christdemokraten mit Wüst als Spitzenkandidat in den Wahlkampf zur anstehenden Landtagswahl ziehen werden. Im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland wird am 15. Mai ein neues Parlament gewählt. Als Ministerpräsident wird Wüst Laschet voraussichtlich am Mittwoch beerben: Dann wählt der Düsseldorfer Landtag in einer Sondersitzung einen neuen Regierungschef.

LandesverbandCDU Nordrhein-Westfalen
Mitglieder130.500 (2016)
Abgeordnete im Landtag72 (größte Fraktion in Düsseldorf)

Entscheidung über Laschet-Nachfolge: CDU stimmt über Kandidat Hendrik Wüst ab

[Erstmeldung] Hamm - Die CDU in Nordrhein-Westfalen muss sich neu aufstellen. Hendrik Wüst (46) steht als CDU-Landeschef und Ministerpräsident in den Startlöchern. Er soll in beiden Ämtern Armin Laschet nachfolgen. Der 60-Jährige hatte Wüst nach Beratungen des Landesvorstands und der Landtagsfraktion der Partei selber als seinen Nachfolger vorgeschlagen. Für Wüst werden die kommenden Tage entscheidend - die Wahl als Regierungschef des bevölkerungsreichsten Bundeslands dürfte zur Zitterpartie werden.

Die Weichen für die Zukunft stellt die CDU in Ostwestfalen - in Bielefeld. Dort findet am Samstag (23. Oktober) ein Landesparteitag statt. 677 Delegierte geben ihre Stimme ab - und werden Hendrik Wüst höchstwahrscheinlich zum Landeschef der Partei machen. Gegenkandidaten gibt es nicht.

Für NRWs Verkehrsminister Hendrik Wüst wäre die Wahl zum CDU-Chef der nächste Schritt auf der - nicht immer geradlinigen - Karriereleiter. Wüst war einst Hoffnungsträger des konservativen Flügels der Union. Mit Mitte 20 war der Münsterländer Landeschef der Jungen Union, Anfang 30 Generalsekretär unter dem damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers. Wüst, damals schon rhetorisch gut, attackierte politische Gegner und Parteifreunde - nicht immer soll es sauber zugegangen sein. Vor 14 Jahren erarbeitete er mit Markus Söder, heute Ministerpräsidenten von Bayern ein Positionspapier: „Modern bürgerlicher Konservatismus“.

Doch während Söder auf der Karriereleiter weiter nach oben kletterte, stürzte Wüst ab. „Die Rent-a-Rüttgers-Affäre“, so nennt es das ZDF, zwang Hendrik Wüst zum Rücktritt. Es ging um Fototermine und Einzelgespräche mit Ministerpräsident Rüttgers gegen Geld. Für den „Berufspolitiker“ Wüst war Pause. Der gelernte Jurist und Anwalt arbeitete unter anderem als Geschäftsführer beim Verlegerverband. 2013 das Comeback: Wüst übernahm die Führung der einflussreichen CDU-Mittelstandsvereinigung in Nordrhein-Westfalen. Nach der Landtagswahl 2017 machte Laschet Wüst schließlich zum Verkehrsminister.

CDU will Sondersitzung in Düsseldorf beantragen: Wahl des Ministerpräsidenten

Für Montag sieht die NRW-Spitze der CDU bereits einen Bericht des neuen Landesvorsitzenden vor. Fraktionschef Bodo Löttgen kündigte an, einen Antrag auf eine Sondersitzung zur Wahl des Ministerpräsidenten zu stellen. Geht es nach der CDU, soll diese bereits am 27. Oktober stattfinden. Im Landtag wird die Wahl intern bereits vorbereitet.

Armin Laschet und Hendrik Wüst
Verkehrsminister Hendrik Wüst (links) soll Armin Laschet als CDU-Chef in NRW und Ministerpräsident folgen. © Roland Weihrauch/dpa

Für Hendrik Wüst wird es dann ernst. Nur eine Stimme sichert CDU und FDP die Regierungsmehrheit in Düsseldorf - 100 von insgesamt 199 Stimmen vereint Schwarz-Gelb. 100 Stimmen braucht Wüst im ersten Wahlgang - also ein geschlossenes Regierungslager. Bekommt Wüst diese Mehrheit nicht, kommt es zu einem zweiten Wahlgang. Dann bräuchte der 46-Jährige mehr Ja- als Nein-Stimmen (einfache Mehrheit). Auch die Opposition könnte die Gelegenheit nutzen, um einen Bewerber für das Amt als Ministerpräsident ins Rennen zu schicken. In der Gunst der Wähler war laut Umfrage für die 2022 anstehende Landtagswahl in NRW zuletzt die SPD an der CDU vorbeigezogen.

Armin Laschet will seinen Nachwolger mitwählen

Armin Laschet hatte im Zuge seiner Kanzlerkandidatur bei der Bundestagswahl 2021 angekündigt, nicht in NRW verbleiben zu wollen - auch bei einer Niederlage. Seit 2012 führte er den größten CDU-Landesverband. Und während SPD, Grüne und FDP nach der Wahl anfangen eine Koalition auszuloten, geht es bei der CDU bereits um die Nachfolge von Laschet. Laschet möchte bis zur konstituierenden Sitzung des Bundestags am 26. Oktober Ministerpräsident bleiben. Und anschließend als Landtagsabgeordneter auch seine Stimme noch „seinem“ Nachfolger Hendrik Wüst geben.

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