Ministerium will auch Ausländer in Bundeswehr

München - Das Verteidigungsministerium will nach einem “Focus“-Bericht für eine neu ausgerichtete Bundeswehr auch in Deutschland lebende Ausländer gewinnen.

In einem 73-seitigen “Maßnahmenpaket zur Steigerung der Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr“, das dem Magazin vorliegt, heißt es: “Bestehende Regelungen sind so zu erweitern, dass Inländer bei entsprechender Eignung, Befähigung und Leistung auch ohne deutsche Staatsbürgerschaft regelmäßig in die Streitkräfte eingestellt werden können.“

Ein übergreifendes Ziel sei mehr Familienfreundlichkeit bei der Bundeswehr: “Die Einrichtung von Eltern-Kind-Arbeitszimmern ist finanziell an rund 200 Standorten zu unterstützen“, zitiert “Focus“ aus dem Programm. Kosten für Ferienbetreuung der Kinder sollen für 20 Plätze an 100 Standorten für zwei Wochen übernommen werden. An “ausgewählten Standorten“ soll es auch Betriebskindergärten geben. Eltern und pflegende Angehörige sollen “zumindest Teile einer Ausbildungsmaßnahme“ per Fernausbildung machen können.

Auch persönliche Auszeiten werden den Plänen zufolge möglich. Geplant sind ein Praktikantenprogramm und neue Studienplatzangebote. Wer in die Privatwirtschaft wechselt, soll Pensionsansprüche mitnehmen dürfen. Das Verteidigungsministerium zielt laut Magazin auf ein positiv besetztes Arbeitgeber-Image der Bundeswehr.

Zudem werde vorgeschlagen, Altershöchstgrenzen für die Verpflichtung von Zeitsoldaten abzuschaffen und die Begrenzung der Verpflichtungszeit von 20 auf 25 Jahre anzuheben. Noch ist allerdings offen, ob das nötige Geld für das Programm bereitgestellt wird. Eine umfassende Personalentwicklung erfordere “kurz- und mittelfristig erhebliche Investitionen, um die hohe Wirkung der Personalgewinnung im Kontext des Personalmanagements zu erhalten“, heißt es in dem Papier.

dpa

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