Überraschende Wende: Mubarak bleibt im Amt

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Präsident Mubarak bei seiner TV-Ansprache

Kairo - Der ägyptische Staatschef Husni Mubarak bleibt im Amt. Das hat er am Donnerstagabend in einer TV-Ansprache erklärt. Allerdings will er seinem Stellvertreter Omar Suleiman zahlreiche Befugnisse übertragen. 

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Der ägyptische Staatschef Husni Mubarak hat seinem Stellvertreter Omar Suleiman nach eigenen Angaben die Macht übertragen, lehnt den von der Protestbewegung geforderten sofortigen Rücktritt aber weiter ab. Er sei bereit zu weiteren Verfassungsänderungen, um einen sanften Machtübergang und freie und faire Wahlen zu sichern. “Ich bin entschlossen, alle Versprechen zu erfüllen“, sagte Mubarak. Er erkenne die Forderung der ägyptischen Jugend, die von einer besseren Zukunft träume, vollständig an. Er habe Änderungen von sechs Paragrafen der Verfassung angeordnet. Sobald möglich solle der seit Jahrzehnten geltenden Ausnahmezustand in Ägypten aufgehoben werden.

Allerdings werden er sich keinem Druck beugen, sagte Mubarak. “Ich kann keine Befehle aus dem Ausland akzeptieren“, sagte er. “Ein nationaler Dialog hat begonnen, wir sollten diesen Weg weitergehen“, sagte Mubarak. “Wir haben uns auf einen Rahmen geeinigt, bauen wir ihn aus zu einem Fahrplan, zu einem Zeitplan.“ Er sagte: “Das Blut, das vergossen wurde, war nicht vergeblich.“

Wütende Reaktionen auf Mubarak-Rede

Hunderttausende Demonstranten haben am Donnerstag im Zentrum von Kairo wütend auf die Rede des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak reagiert. Die aufgebrachte Menschenmenge auf dem Tahrir-Platz zeigte Mubarak symbolisch Schuhsohlen, wie Augenzeugen berichteten. Die Protestierer schrien zudem “Mubarak weg, Suleiman weg“.

Der Oberster Rat der Streitkräfte hatte zuvor mitgeteilt, der 82-jährige Staatschef werde die Forderungen der Demonstranten erfüllen. Der für den Großraum Kairo zuständige General Hassan al Rueini erklärte am Nachmittag vor tausenden Demonstranten auf dem Tahrir-Platz der Hauptstadt: “Alle eure Forderungen werden heute erfüllt.“ Die Demonstranten fordern seit 17 Tagen Mubaraks sofortigen Rücktritt. Den ganzen Donnerstag über war über einen schnellen Rückzug von Mubarak spekuliert worden.

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dapd/dpa

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