Ausländische Schüler holen auf

Berlin - Jugendliche aus Zuwandererfamilien haben nach Angaben der Integrationsbeauftragten Böhmer im Bildungsbereich deutliche Fortschritte erzielt. Die Zahl der Migranten nach Deutschland ist gestiegen.

Der Anteil der ausländischen Schulabgänger mit Hochschulreife stieg zwischen 2005 und 2010 um insgesamt 36 Prozent, wie Maria Böhmer( CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung des aktuellen Integrationsberichts in Berlin sagte. Bei deutschen Absolventen habe der Anstieg 26 Prozent betragen.

Allerdings sei der Abstand weiterhin beachtlich: Von den deutschen Schülern erreicht laut Böhmer etwa jeder dritte (36 Prozent) die Hochschulreife, von ausländischen Schülern nicht einmal jeder sechste (15 Prozent).

Auch bei der Ausbildung hinken junge Migranten weiterhin deutlich hinterher. 2010 betrug der Anteil der Ausländer im Alter von 25 bis 35 Jahren ohne Berufs- oder Hochschulabschluss 31,6 Prozent. Er lag damit mehr als dreimal so hoch wie der Anteil bei gleichaltrigen Deutschen (9,2 Prozent). Allerdings hat sich auch hier der Abstand leicht verringert: Zwischen 2009 und 2010 stieg die sogenannte Ausbildungsbeteiligungsquote bei Ausländer von 31,4 auf 33,5 Prozent.

Migranten schicken ihre Kinder öfter in den Kindergarten

Aus dem Bericht geht zudem hervor, dass immer mehr Migranten ihre Kinder in staatlichen Einrichtungen betreuen lassen. Demnach stieg die Betreuungsquote bei ausländischen Kindern unter drei Jahren zwischen 2008 und 2010 von 9,1 auf 14,0 Prozent. Bei den Drei- bis Sechsjährigen stieg die Quote von 81,8 auf 85,7 Prozent.

Dass die geplante Einführung des Betreuungsgeldes für Eltern, die ihre Kinder zu Hause erziehen, diesen Aufwärtstrend abbremsen könnte, wollte Böhmer nicht bestätigen. Sie vertraue darauf, dass die Eltern verstünden, wie wichtig es sei, dass sie ihre Kinder in den Kindergarten schickten. Denn sie wüssten, wie wichtig dies für die Sprachförderung sei, sagte die CDU-Politikerin.

Anstieg der Migranten in Deutschland

Der Zustrom von Migranten nach Deutschland ist in den vergangenen Jahren gegen den internationalen Trend deutlich angestiegen. Die Bundesrepublik habe innerhalb der OECD 2010 und 2011 den größten Anstieg zu verzeichnen, geht aus einem am Mittwoch vorgelegten Migrationsbericht der 34 Staaten umfassenden Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Infolge der Wirtschaftskrise sei die Migration 2010 in den OECD-Ländern insgesamt um 2,5 Prozent gesunken. In Deutschland stieg die dauerhafte Migration hingegen um zehn Prozent an. Nach vorläufigen Zahlen habe der Trend auch 2011 angehalten.

Insgesamt kamen laut OECD in der vergangenen Dekade rund 500.000 hochqualifizierte Migranten nach Deutschland. Seit 2008 stieg die Beschäftigungsquote der Migranten um vier Prozentpunkte auf 66,5 Prozent. Das ist die höchste Zunahme innerhalb der OECD.

dapd

Rubriklistenbild: © dapd (Symbolbild)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion