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Wieder Maskenpflicht in Österreich - droht Kehrtwende auch in Deutschland?

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Von: Daniel Schinzig

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Nach nur zwei Wochen kehrt Österreich zur Maskenpflicht zurück. In Deutschland wurden die Corona-Regeln gerade erst gelockert - droht eine ähnliche Kehrtwende?

Hamm - Sie sind eines der wirksamsten Instrumente im Kampf gegen das Coronavirus. Aber bei vielen Menschen sind sie nicht gerade beliebt. Die Rede ist natürlich von medizinischen Masken. Auch nach den aktuellen Corona-Regeln müssen sie in vielen Bereichen in Deutschland noch getragen werden. Doch wie es aussieht, wird sich das Anfang April ändern. In Österreich kam es bereits Anfang März zu diesem Schritt: Die Maskenpflicht wurde weitestgehend aufgehoben. Doch nach nur zwei Wochen kehrt das Nachbarland zu den strengeren Regeln zurück. Was könnte das für Deutschland bedeuten?

Österreich verlängert Maskenpflicht: Lockerungen kamen zu früh

Noch in dieser Woche soll die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken in Innenräumen in Österreich zurückkehren. Das kündigte Gesundheitsminister Johannes Rauch an. Laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA erklärte der Minister, dass die Lockerungen zu früh gekommen seien.

In den kommenden Wochen würden Infektions-Zahlen von über 50.000 pro Tag erwartet. Und das bei einer Einwohnerzahl von rund neun Millionen. Derzeit liegt die Inzidenz in Österreich bei etwa 3500 - mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland. Experten rechnen damit, dass das Infektionsgeschehen mit der Wiederaufnahme der Maskenpflicht erheblich gebremst wird.

Tatsächlich galt das Ende der Maskenpflicht ohnehin nie für Krankenhäuser, öffentliche Verkehrsmittel und den Kundenbereich von Geschäften, die lebensnotwendige Waren anbieten. Dennoch reichte die Lockerung offensichtlich aus, um die Corona-Zahlen drastisch steigen zu lassen.

Österreich verlängert Maskenpflicht: Was heißt das für Deutschland?

Kann der Blick nach Österreich etwas darüber aussagen, wie sich die Corona-Zahlen in Deutschland entwickeln könnten, wenn die Maskenpflicht erst einmal geendet hat? Derzeit muss trotz jüngst in Kraft getretener Lockerungen der Mund-Nasen-Schutz in Innenräumen noch getragen werden. Lediglich im Freien wurde die Maskenpflicht bereits aufgehoben.

Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) und Verfassungsministerin Karoline Edtstadler geben im Rahmen des Ministerrates eine Pressekonferenz.
Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) hat angekündigt, dass in Österreich die Maskenpflicht wieder in Kraft tritt. © Robert Jaeger/dpa

Ab dem 2. April könnte es aber dazu kommen, dass die Masken fallen gelassen werden. Nach derzeitigem Stand haben die Bundesländer ab diesem Termin nur noch die Möglichkeit, die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Einrichtungen, in denen besonders gefährdete Menschen anzutreffen sind, beizubehalten. Heißt: Selbst der alltägliche Einkauf im Supermarkt darf vermutlich wieder oben ohne erledigt werden. Und auch Schüler dürfen dann wieder ohne Mund-Nasen-Schutz in den Klassenräumen lernen.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht nur denk-, sondern auch erwartbar, dass es in Deutschland erneut zu einem Anstieg der Infektionszahlen kommen könnte. Seit zwei Jahren trafen nicht mehr so viele Menschen regelmäßig ungeschützt in Innenräumen aufeinander. Aber: Ein Blick auf die neuen Schutzverordnungen macht klar, dass es gar nicht mehr das Ziel ist, Infektionen zu vermeiden. Es soll zukünftig ausschließlich darum gehen, die Krankenhäuser vor einer Überlastung zu schützen und eine funktionierende Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Die Verantwortlichen werden dementsprechend diese Parameter im Auge behalten.

Natürlich ist es nicht auszuschließen, dass es eine Rückkehr zur allgemeinen Maskenpflicht in Innenräumen geben wird. Aber zuvor wird es wohl andere Nachbesserungen geben. So wurde in Österreich zum Beispiel zusätzlich auch noch die Quarantäne für Krankenhauspersonal verkürzt, damit das Gesundheitssystem weiterhin funktioniert. Es ist gut möglich, dass es auch in Deutschland zuerst in eine solche Richtung gehen wird - sollte es überhaupt zu einer kritischen Lage kommen. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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