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Maskenpflicht ab Oktober: Mundschutz kehrt zurück - es gibt aber Ausnahmen

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Von: Hannah Decke

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In Deutschland sollen ab Oktober wieder strengere Corona-Regeln gelten. Besonders im Fokus: die Maskenpflicht. Es sollen aber Ausnahmen gelten.

Hamm - Viele Menschen werden es sich schon abgewöhnt haben, ständig die Maske aufzusetzen, wenn sie einen Raum betreten. Schon seit einigen Monaten gilt die Maskenpflicht nur noch in Bus und Bahn sowie in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Im Herbst 2022 soll sie zurückkommen. Allerdings sieht ein erster Entwurf des Infektionsschutzgesetzes bei den neuen Corona-Regeln ab 1. Oktober viele Ausnahmen vor. Das sorgt für Streit zwischen Bund und Ländern.

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, einige Bundesländer stellen sich bei den Corona-Plänen von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) quer. Bei der Kritik geht um „fragwürdigen Ausnahmen“ und das Problem, wie diese kontrolliert werden sollen.

Maskenpflicht ab Herbst: Der Mundschutz kommt zurück - aber nicht für jeden

Aber um welche Corona-Regeln und Ausnahmen für den Herbst 2022 geht es konkret? Im neuen Infektionsschutzgesetz sollen nach Ansicht der Bundesregierung lediglich die Schutzmaßnahmen im öffentlichen Fern- und Flugverkehr sowie für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen bundesweit einheitlich geregelt. Und die sehen wie folgt aus:

Der Rest ist dann Ländersache. Das neue Infektionsschutzgesetz sieht „optionale, weitergehende Schutzmaßnahmen“ vor, über die die Bundesländer entscheiden sollen:

Ausnahmen bei der Maskenpflicht ab Oktober - Kritik von Ländern

Aber: Es gibt Ausnahmen. Vorgeschrieben werden für die Maskenpflicht bei Freizeit-, Kultur- und Sportveranstaltungen oder in entsprechenden Einrichtungen sowie für die Gastronomie Ausnahmen für höchstens vor drei Monaten Geimpfte oder Genesene sowie bei aktuellem Testnachweis. Sprich: 3G, allerdings nicht als Zutrittsregelung, sondern als Ausnahmeregel bei der Maskenpflicht.

Und genau dieser Punkt sorgt für Kritik. Denn: Zum einen wird befürchtet, dass die Menschen die Ausnahmeregelung als Aufforderung auffassen, sich alle drei Monate impfen zu lassen. (Karl Lauterbach rät davon „absolut“ ab). Zum anderen wird kritisiert, dass die Masken-Ausnahmen nur schwer kontrollier- und umsetzbar seien. Die Länder werden nun konkrete Verbesserungsvorschläge machen. Entschieden wird allerdings letztlich im Bundestag.

Karl Lauterbach: „Die Maske wird die Regel sein“

Karl Lauterbach sagte den Tagesthemen am Dienstagabend: „Die Maske wird die Regel sein.“ Am Anfang werde kaum jemand frisch geimpft sein. Zum Thema Kontrollen erklärte er: „Hier ist zum Beispiel vorgesehen, dass man sofort auf der Corona-Warnapp an der Farbe des Impfzertifikats erkennen kann, ob das eine frische Impfung ist oder nicht.“

Mit Blick auf den Herbst rückt auch die vierte Corona-Impfung in den Fokus. Aktuell gehen die Meinung von Experten noch auseinander, wann und für wen ein zweiter Booster sinnvoll ist. Derweil hat Biontech angekündigt, zwei angepasste Impfstoffe gegen Omikron auszuliefern.

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