„Die Würfel sind gefallen“

Armin Laschet wird Kanzlerkandidat der Union - und sieht „zentrale Rolle“ für Markus Söder

Armin Laschet wird Kanzlerkandidat der Union. CSU-Chef Markus Söder knickt nach dem Votum des CDU-Vorstands zugunsten des NRW-Landeschefs ein.

  • Markus Söder und Armin Laschet haben lange darum gestritten, wer Kanzlerkandidat der Union wird.
  • Der CDU-Vorstand hat in einer Sondersitzung für Laschet als Kanzlerkandidat gestimmt - wenn auch nicht einstimmig (Update vom 20. April, 0.36 Uhr).
  • CSU-Chef Markus Söder verkündet die Entscheidung: Er lässt Armin Laschet den Vortritt, der NRW-Ministerpräsident wird Kanzlerkandidat der Union (Update vom 20. April, 12.04 Uhr).

Update vom 20. April, 14.28 Uhr: Armin Laschet hat der CSU seinen Dank für die Unterstützung für seine Kanzlerkandidatur ausgesprochen. Er danke CSU-Chef Markus Söder und der gesamten CSU „für den guten, fairen Umgang in einer sehr weitreichenden Entscheidung“, sagte der CDU-Vorsitzende.

Markus Söder werde eine „zentrale Rolle für die Zukunft der Bundesrepublik Deutschland spielen“, versicherte der Parteichef. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak betonte: „Die Bundestagswahl wird nicht nur eine Vertrauenswahl, sondern eine Richtungswahl.“ Armin Laschet sei „der Kanzlerkandidat der gesellschaftlichen Mitte in Deutschland“. Laschet sei ein leidenschaftlicher Europäer. „Armin Laschet steht für Zusammenhalt, er kann führen und er kann zusammenführen“, sagte Paul Ziemiak. „Armin Laschet ist der richtige Kanzler für Deutschland.“

Update vom 20. April, 13.56 Uhr: Er hat sich im Machtkampf gegen CSU-Chef Markus Söder durchgesetzt: Armin Laschet wird Kanzlerkandidat der Union. Um 14 Uhr will sich der CDU-Vorsitzende zu seiner Kandidatur live äußern.

Armin Laschet wird Kanzlerkandidat der Union: So reagiert Kanzlerin Angela Merkel

Update vom 20. April, 13.41 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dem CDU-Vorsitzenden Armin Laschet zur Übernahme der Kanzlerkandidatur von CDU und CSU gratuliert. „Herzlichen Glückwunsch, lieber Armin Laschet, zur neuen Aufgabe als Kanzlerkandidat der Union“, hieß es in einer Erklärung der Regierungschefin, die ihr Sprecher Steffen Seibert am Dienstag auf Twitter veröffentlichte. „Ich freue mich auf die kommenden Monate unserer Zusammenarbeit.“

Update vom 20. April, 12.04 Uhr: Markus Söder kommt bei seinem Statement sofort zur Sache: „Die Würfel sind gefallen: Armin Laschet wird Kanzlerkandidat der Union“, sagte der CSU-Chef in seinem Statement.

Damit akzeptiert und respektiert er das Votum des CDU-Bundesvorstands pro Armin Laschet. „Mein Wort, das ich gegeben habe, gilt“, sagte Bayerns Ministerpräsident. „Wir werden ihn ohne Groll und mit voller Kraft unterstützen“, ergänzte Markus Söder.

Es gehe nun darum, zusammenzustehen. Markus Söder zieht damit rund zwölf Stunden nach dem Beschluss des CDU-Führungsgremiums seinerseits einen Schlussstrich unter den seit mehr als einer Woche bestehenden Machtkampf mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet um die Kandidatur.

Markus Blume verteilte kurz darauf noch einen Seitenhieb. Der CSU-Generalsekretär bekräftigte die Einschätzung der Christsozialen, dass Markus Söder wegen der Umfragewerte der bessere Kandidat gewesen wäre. „Markus Söder war erkennbar der Kandidat der Herzen“, sagte Blume. Aber in der Demokratie, gerade in der innerparteilichen Demokratie entschieden Mehrheiten.

Update vom 20. April, 10.02 Uhr: Das Ringen um die Kanzlerkandidatur bei der Union neigt sich offenbar dem Ende entgegen. CSU-Chef Markus Söder will das Votum des CDU-Vorstands pro Armin Laschet wohl akzeptieren. Das berichtet die Bild, die sich auf Parteikreis erfuhr.

Zu dem Thema will sich CSU-Chef Markus Söder am Mittag in München äußern. Um 12 Uhr will er nach Angaben seiner Partei ein Statement in der CSU-Parteizentrale abgeben.

Update vom 20. April, 9.03 Uhr: Nach dem Votum des CDU-Vorstands für Parteichef Armin Laschet als Kanzlerkandidaten will sich CSU-Chef Markus Söder am Mittag in München dazu äußern.

In einer digitalen Sondersitzung des CDU-Vorstands hatten in der Nacht zum Dienstag 31 von 46 stimmberechtigten Vorstandsmitgliedern in geheimer Wahl für den eigenen Parteivorsitzenden Armin Laschet als Kanzlerkandidaten plädiert. 9 stimmten für Markus Söder, 6 enthielten sich.

K-Frage: Armin Laschet oder Markus Söder? CDU-Vorstand hat abgestimmt

Update vom 20. April, 0.36 Uhr: In geheimer Abstimmung haben die stimmberechtigten Mitglieder des CDU-Bundesvorstands ihre Unterstützung für die Kanzlerkandidatur von Armin Laschet erklärt. Von 46 Stimmen erhielt Laschet 31, für Söder votierten neun Stimmberechtigte. Sechs Teilnehmer enthielten sich. Laschet kommt auf 77,5 Prozent.

Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, verließ nachts nach der Vorstandssitzung die Bundeszentrale der CDU.

Update vom 20. April, 0.27 Uhr: Nach sechseinhalb Stunden gibt es eine Entscheidung über das weitere Vorgehen. In einer Abstimmung hat der CDU-Vorstand entschieden, keine Konferenz der Kreisvorsitzenden einzuberufen, um sie in der K-Frage entscheiden zu lassen. Zuvor hatte Armin Laschet CDU-Chef Armin Laschet angesichts der Vorbehalte in Teilen der Partei gegen ihn als Kanzlerkandidaten erklärt, er wolle auf die Basis zugehen. Eine Entscheidung über die Kanzlerkandidatur wolle er aber weiterhin noch am Abend im Vorstand fällen lassen und nicht etwa von einer Kreisvorsitzendenkonferenz, hieß es aus Laschets Umfeld.

Update vom 19. April, 23.45 Uhr: Bei den Beratungen läuft es offenbar auf eine Abstimmung noch in der Nacht hinaus. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus haben sich zuvor für eine rasche Entscheidung ausgesprochen. Schäuble machte erneut seine Unterstützung für Laschet deutlich. An seinem Standpunkt habe sich nichts geändert, soll Schäuble gesagt haben. Die vergangene Woche habe nicht genützt, sondern geschadet. Dies habe daran gelegen, dass die CDU in der vergangenen Woche angenommen habe, die CSU werde sich an ihre Zusage halten. Brinkhaus betonte laut Teilnehmerkreisen, die die dpa zitiert, gebraucht werde keine Hängepartie, sondern eine schnelle Entscheidung.
Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier unterstützte Laschet ebenfalls. Man habe noch nie eine derart intensive Debatte über die Haltung der Basis gehabt. Die Arbeit gehe weiter. Es müssten alle mitgenommen werden, sagte er demnach.

Update vom 19. April, 23 Uhr: Seit fünf Stunden tagt der CDU-Bundesvorstand - und hat noch keine Antwort auf die K-Frage gefunden. Das Stimmungsbild ist längst nicht mehr so eindeutig, wie es das Votum, das das Gremium noch vor einer Woche für Armin Laschet aussprach, hätte vermuten lassen. Viele Redner berichteten über klare Präferenzen der CDU-Mitglieder in den Landes- und Kreisverbänden. Noch ist nicht entschieden, ob es heute noch zu einer Abstimmung über die Kandidatur kommen wird. Es gab viele Wortmeldungen auch prominenter CDU-Politiker. Gegen Ende der Aussprache werden Beiträge von Volker Bouffier und Wolfgang Schäuble erwartet.

Update vom 19. April, 21.55 Uhr: Wird die Kanzlerfrage in den Kreisverbänden beantwortet? Nach Informationen der Bild scheint Laschet doch bereit, die Kreisvorsitzenden darüber zu befragen, ob er oder Markus Söder Kandidat der Union werden soll. In welcher Form so eine Befragung stattfinden kann, ist aber unklar. Laschet soll aber früher am Abend solchen Vorschlägen noch eine Absage erteilt und eine Abstimmung noch in der laufenden Sondersitzung des Bundesvorstands gefordert haben. Auf diesem Votum könnte er weiterhin bestehen.

K-Frage: Mehr als 40 Wortmeldungen in der CDU-Vorstandssitzung

Update vom 19. April, 20.37 Uhr: Im Vorstand soll es mehr als 40 Wortmeldungen geben. Laschet liege dabei bei der Zahl der Wortmeldungen zu seinen Gunsten vor jenen zugunsten Söders. Viele Redner hätten hervorgehoben, dass Söder in der Präferenz der Parteibasis zwar vorne liege - dass sie selbst aber von Laschet überzeugt seien, hieß es von Teilnehmern.

Unterstützung bekam Laschet unter anderem von CDU-Vizechefin Julia Klöckner. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff sprach sich laut AFP dagegen für CSU-Chef Söder aus. Berlins Landeschef Kai Wegner forderte demnach eine Entscheidung in der Bundestagsfraktion und von Kreisvorsitzenden, was aber auf Laschets Widerspruch stieß. Wirtschaftsminister Peter Altmaier hatte sich nach Informationen aus Teilnehmerkreisen in der Runde dafür ausgesprochen, in der K-Frage die Basis anzuhören.

Update vom 19. April, 20 Uhr: Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther fordert eine Entscheidung in der laufenden CDU-Vorstandssitzung. Die Landtagsfraktion in Schleswig-Holstein habe am Montag klar hinter Laschet gestanden, sagte er. Nun werde eine Entscheidung gebraucht. Der Vorstand habe sich vor einer Woche aus guten Gründen für Laschet ausgesprochen. Präsidiumsmitglied Norbert Röttgen sprach sich laut dpa gegen eine Entscheidung noch am Abend aus. Die Vorgängerin von Laschet im CDU-Vorsitz, Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, stellte sich wie Günther hinter eine Kanzlerkandidatur des NRW-Ministerpräsidenten. Auch sie plädierte für eine schnelle Entscheidung. 

Wer wird CDU-Kanzlerkandidat? Laschet: „Ich bin bereit“

Update vom 19. April, 18.42 Uhr: Auch Laschet hat noch einmal betont, dass er zur Kanzlerkandidatur bereit sei. „Es geht um die besten Antworten auf die drängenden Zukunftsfragen. Und ich bin bereit, für uns die Kandidatur zu übernehmen“, sagte nach Informationen der dpa. Laschet betonte demnach, er wolle jeden ermutigen, in der Runde offen seine Meinung zu sagen. Er wurde mit den Worten zitiert: „Nur wenn wir offen, ganz transparent sind, haben wir eine Chance, gestärkt in die nächsten Wochen und in den Wahlkampf zu gehen.“

Update vom 19. April, 18.20 Uhr: In diesen Minuten läuft die womöglich entscheidenden Beratungen zum weiteren Vorgehen im Machtkampf zwischen Parteichef Armin Laschet und dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder um die Kanzlerkandidatur. In der digitalen Sondersitzung des CDU-Vorstands behält CDU-Chef Armin Laschet sich offenbar eine Abstimmung über die K-Frage vor: „Ob es heute zu einer Abstimmung des Bundesvorstands kommt, wird der Verlauf der Sitzung zeigen“, hieß es am Montagabend aus Teilnehmerkreisen gegenüber AFP in Berlin.

K-Frage in der Union: Söder erneuert seine Bereitschaft zur Kandidatur

Update vom 19. April, 14.11 Uhr: CSU-Chef Markus Söder hat seine Bereitschaft zur Kanzlerkandidatur der Union noch einmal erneuert. „Ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen und zu 100 Prozent in den Dienst unseres Landes zu stellen, wenn eine Mehrheit in der CDU dieses mitträgt“, erklärte Bayerns Ministerpräsident in einer Pressekonferenz.

Die Beratungen mit dem CDU-Vorsitzenden Armin Laschet bis tief in die Nacht bezeichnete er als „gute freundliche Gespräche ohne abschließendes Ergebnis“.

Markus Söder betonte, der CDU das Entscheidungsrecht über die Kanzlerkandidatur der Union geben zu wollen. Er halte zwar an seinem Angebot fest, wie er im Anschluss an eine Präsidiumssitzung seiner Partei in München sagte. Die Zeit für die Entscheidung sei da - wo und wie entschieden werde, entscheide die CDU als größere Schwesterpartei alleine.  „Wir als CSU und auch ich respektieren jede Entscheidung“, sagte Markus Söder. Überraschend versöhnliche Worte des CSU-Chefs. „Mir geht es um Stil und Anstand.“

Im Falle einer Kanzlerkandidatur von Armin Laschet hätte dieser die volle Unterstützung der CSU, versicherte Markus Söder. Andersherum wäre es genauso. Diese Botschaft des bayerischen Ministerpräsidenten könnte beinahe schon als Rückzug verstanden werden.

Tatsächlich könnte es noch im Laufe des Tages eine Entscheidung in der K-Frage der Union geben. Noch am Montagabend (18 Uhr) will der CDU-Bundesvorstand in einer digitalen Sondersitzung über den Stand und das weitere Vorgehen beraten. „Ich werde dem Bundesvorstand einen Vorschlag machen, wie wir jetzt sehr schnell die nicht geklärte Frage zwischen CDU und CSU auflösen“, kündigte CDU-Chef Armin Laschet an (siehe Update vom 19. April, 13.08 Uhr).  

Armin Laschet sagte weiter: „Ich finde, wir müssen viel im Gespräch sein im Moment, und habe deshalb auch Markus Söder eingeladen, an dieser Sitzung teilzunehmen.“ Umgekehrt sei er bereit, in den CSU-Vorstand zu gehen. 

K-Frage in der Union: Armin Laschet kündigt Sondersitzung des CDU-Vorstands an

Update vom 19. April, 13.08 Uhr: Armin Laschet beginnt sein Statement, indem er Annalena Baerbock zur Kanzlerkandidatur der Grünen gratuliert. „Ich kann ihr zusagen, dass die CDU Deutschland sich auf einen fairen Wahlkampf freut“, sagte der Bundesvorsitzende. Weiter führte er aus: „Wir werden in diesem Wahlkampf dafür eintreten, die Zeit nach der Pandemie gut zu bewältigen.“

Auch die CDU und CSU würden ihren gemeinsamen Kanzlerkandidaten bald bestimmen, sagte Armin Laschet. Er freue sich auf die Unterstützung der wichtigen Gremien. Er habe heute für 18 Uhr eine Sondersitzung des CDU-Bundesvorstands einberufen. Armin Laschet werde dabei einen Vorschlag machen, „wie wir die wichtige Frage zwischen CDU und CSU schnell auflösen“, sagte er. Er habe dafür auch Markus Söder eingeladen.

„Gerade in diesen tagen müssen wir viel miteinander reden. Das Ziel ist, dass die Union den Bundestagswahlkampf gewinnt. Das geht nur gemeinsam“, so der CDU-Chef. Er hoffe, „dass wir in dieser Woche sehr schnell zu dieser Entscheidung kommen“.

Update vom 19. April. 12.47 Uhr: Für 14 Uhr hat CSU-Chef Markus Söder eine Pressekonferenz angekündigt. Und auch Armin Laschet wird sich äußern - bereits um 13 Uhr. Offiziell heißt es, der CDU-Vorsitzende werde ein Statement zur Kanzlerkandidatur von Annalena Baerbock bei den Grünen abgeben. Ob mehr dahinter steckt?

Markus Söder gegen Armin Laschet: Für Wolfgang Schäuble hat der CDU-Chef nur zwei Möglichkeiten

Update vom 19. April, 12.23 Uhr: Wer wird Kanzlerkandidat der Union? Der Machtkampf geht weiter zwischen CDU-Chef Armin Laschet und dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder. Nun hat sich Wolfgang Schäuble (78) eingeschaltet.

Nach Informationen der Bild gab es ein Telefonat zwischen dem Bundestagspräsidenten und Armin Laschet. Er soll dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen eines klargemacht haben: Entweder, er greift nach der Kanzlerkandidatur - oder aber das war‘s für ins als Bundesvorsitzender der CDU.

Hintergrund seien Überlegungen im Lager des CDU-Chefs, den Kanzlerkandidaten Armin Laschet ohne Rücksicht auf Markus Söder im Alleingang auszurufen.

Söder gegen Laschet: Machtkampf in Union spitzt sich zu - Statement angekündigt

Hamm - Markus Söder oder Armin Laschet - ist heute (Montag) der Tag der Entscheidung im Machtkampf um die Kanzlerkandidatur der Union? Die Vorsitzenden von CSU und CDU saßen in der Nacht zu Montag für mehrere Stunden in Berlin zusammen - ohne Ergebnis. Söder hat für 14 Uhr ein öffentliches Statement angekündigt.

Bis zum Sonntag (18. April) sollte der Kandidat der Union für die Bundestagswahl im September feststehen. Stattdessen spitzte sich der Machtkampf zwischen Markus Söder und Armin Laschet am Wochenende geräuschvoll weiter zu. Ganz anders die Grünen: Die Parteispitzen Annalena Baerbock und Robert Habeck verkündeten am Montagvormittag gemeinsam ihre Entscheidung, wer Kanzlerkandidat wird.

Markus Söder gegen Armin Laschet: Machtkampf um Kanzlerkandidatur in Union spitzt sich zu

Markus Söder war am Sonntagabend mit dem Privatjet nach Berlin geflogen, um dort mit Armin Laschet zu sprechen. Mehr als drei Stunden dauerte das Treffen der beiden in einem Bundestagsgebäude - ohne Ergebnis. Währenddessen sprach sich die Junge Union (JU) mit einer klaren Mehrheit für Söder als Kanzlerkandidaten von CDU und CSU aus.

Das Treffen in Berlin bildete den vorläufigen Höhepunkt im Unionsstreit, der sich seit einer Woche immer mehr zuspitzt. Sollten sich die Rivalen auch am Montag nicht einigen, wer CDU und CSU als Spitzenmann in die Wahl am 26. September führt, könnte es auf eine Entscheidung in der Bundestagsfraktion am Dienstag (20. April) hinauslaufen.

K-Frage in der Union: CSU-Chef Markus Söder kündigt Statement in Pressekonferenz an

Am Montag ging das Gezerre hinter den Kulissen weiter. Armin Laschet führte zusammen mit seinem Generalsekretär Paul Ziemiak am Vormittag ein Gespräch mit dem stellvertretenden CDU-Vorsitzenden und hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier. Dieser habe versucht, zwischen Armin Laschet und seinem Kontrahenten Markus Söder zu vermitteln, hieß es aus CDU-Kreisen. Nach deren Angaben will Laschet in der Frage der Kanzlerkandidatur der Union hart bleiben.

Markus Söder war wieder auf dem Weg zurück nach Bayern. Dort trifft sich das CSU-Präsidium um 13 Uhr zu Beratungen. Für 14 Uhr ist eine Pressekonferenz live mit Markus Söder und Generalsekretär Markus Blume angesetzt.

Kampf um die Kanzlerkandidatur: CDU-Vorsitzender Armin Laschet rutscht in Umfragen ab

Rückblick: Am 16. Januar 2021 wählt die CDU ihren neuen Vorsitzenden. Armin Laschet setzt sich auf dem digitalen Parteitag der CDU gegen seine Mitbewerber Friedrich Merz und Norbert Röttgen durch. Vorangegangen war ein monatelanger Streit zwischen dem konservativen Flügel der CDU, der Merz unterstützte, und den Vertretern der „Politik der Mitte“, die aufseiten von Armin Laschet standen. Am Ende setzte die Laschet im zweiten Wahlgang gegen Merz durch.

Damit war schnell klar: Armin Laschet ist Favorit für die Rolle als Kanzlerkandidat der CDU. Wer, wenn nicht der Vorsitzende, könnte die Partei in den Wahlkampf führen. Markus Söder schickte als Vorsitzender der CSU artig Glückwünsche nach Düsseldorf, wo Armin Laschet als Ministerpräsident von NRW regiert. Nun gibt es offen Streit zwischen den beiden.

Markus Söder gegen Armin Laschet: Geteiltes Stimmungsbild in der Unionsfraktion

Vier Monate nach der Vorsitzendenwahl kämpfen beide mit harten Bandagen. Armin Laschet bekam zunehmend Kritik für die Corona-Politik in NRW, während Söder als Politiker mit klarer Kante wahrgenommen wird.

Dementsprechend schlecht waren zuletzt die Umfragewerte von Armin Laschet. Laut ARD-Deutschlandtrend im April trauen über 40 Prozent der Deutschen Markus Söder den Job als Kanzler zu. Bei Laschet sind es nur 15 Prozent. Selbst seine eigene Fraktion steht nicht geschlossen hinter Laschet. Bei einer Unionssitzung unter der Woche in Berlin sprachen sich zahlreiche Bundestagsabgeordnete der CDU für Markus Söder als Kanzlerkandidat aus. - mit Material von dpa und AFP

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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