Moderator stellt Stichel-Fragen

Söder bei Lanz: „Sie fragen, was sie wollen, und ich antworte, was ich will“

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Markus Söder ist zu Gast bei Markus Lanz.

Bei der Talkshow „Markus Lanz“ im ZDF ist der bayerische Ministerpräsident Markus Söder zu Gast gewesen. Der Moderator provoziert den Politiker immer wieder mit Fragen. 

Bei der Talkshow „Markus Lanz“ am 22. November war nicht nur Markus Söder zu Gast, sondern auch Mick Hucknall der Sänger der britischen Band Simply Red. Söder verrät, dass er schon als Jugendlicher ein Fan war. Lanz stichelt daraufhin „Ich kann sie mir tanzend gar nicht vorstellen, was waren sie für eine Art Tänzer?“ „Ein guter,“ erwidert Söder. Die provozierenden Fragen des Moderators an Söder zogen sich über die ganze Sendung hindurch.

Hildebrandt: „Söder ist eine Art Alchimist“

Als sie dann auf Politik zu sprechen kommen, fragt Lanz Söder: „Wie geht es ihnen jetzt, so kurz vor dem Erreichen des ganz großen Ziels ihres Lebens?“ Er spielt damit auf die Doppelfunktion als Ministerpräsident und CSU-Vorsitzenden an, die er bald innehaben wird. 

„Es ist eine große Verantwortung um die es jetzt geht. Nach der schweren Zeit haben wir es jetzt geschafft eine stabile Regierung zu bilden. Ich stelle mich in den Dienst der Partei und versuche Aufbauarbeit zu leisten,“ antwortet der Ministerpräsident. Die ebenfalls geladene Tina Hildebrandt, Leiterin der Hauptstadtredaktion der Wochenzeitung „Die Zeit“, bezeichnet Söder als eine Art Alchimist: „Er hat es geschafft aus einer Niederlage große Erfolge zu machen. Nach historischen Niederlagen gibt es meistens Rücktrittsforderungen und er hat jetzt zwei neue Ämter bekommen. Aber er hatte auch seinen Anteil daran, dass es hart war.“

Söder gesteht bei Markus Lanz: CSU hat gesellschaftlichen Wandel unterschätzt

Markus Söder verteidigt sich: „Man hat Fehler gemacht im Wahlkampf. Der Gesamtstreit zwischen CDU und CSU war unter dem Strich gesehen die schwerste Hypothek. Da hat jeder seinen Anteil daran, auch ich. Wir haben auch gemerkt, dass sich in Bayern gesellschaftlich viel verändert hat.“ Lanz hakt nach: „Haben sie das unterschätzt?“ „Ja vielleicht ein bisschen, gerade auch in der Großstadt München. (...) Wir haben gemerkt, dass wir als Partei jünger und weiblicher werden müssen. Ich habe meinen Rhythmus auch erst mit der Zeit gefunden,“ erklärt Söder.

Lanz stichelt, dass er auf einmal so freundlich geworden sei. Er habe sich selbst gefragt: „Was ist denn mit dem Söder los?“. Lanz erzählt, dass er in Jerusalem zwei Münchnerinnen getroffen habe und ihnen erzählt habe, dass Söder in seine Sendung komme: „Ihre Redaktion war: Ach du lieber Gott.“ Das bringt das Publikum zum Lachen. 

Markus Söder weicht Lanz‘ Fragen zu Seehofer aus - verteidigt ihn aber

Danach dreht das Gespräch auf die Rivalität zwischen Söder und Seehofer. Markus Söder moniert, dass Lanz ihn in jeder Sendung auf das Thema anspreche: „Das ist seine Lieblingsfrage. Immer kommen wir auf das gleiche zurück und das ist auch ok.“ „Ich finde das gut, dass sie meine Fragen ok finden,“ neckt Lanz zurück.

Wiederholt fragt der Moderator: „Wie oft hat Ihnen Seehofer den Parteivorsitz angeboten?“ Söder weicht der Frage immer wieder aus und will auch nach mehrfacher Nachfrage keine Antwort geben. „Ich habe schon gehört, was sie gefragt haben. Sie fragen, was sie wollen, und ich antworte, was ich will,“ sagt der bayerische Ministerpräsident und bringt das Publikum erneut zum Lachen.

Lanz zeigt einen Beitrag von 2014 als Söder in der Sendung war. Sie unterhielten sich darüber, wie man jemanden dazu bringt zurückzutreten. Damals sagte Söder: „Die sind immer von selbst gegangen. Nicht wegen mir, das hat sich so ergeben.“ Söder verteidigt dann aber Horst Seehofer: „Mir geht das Seehofer-Bashing ein bisschen zu weit. Es geht immer nur darum, was er falsch und richtig gemacht hat. Ich finde, bei Fehlern die jeder macht, hat Horst Seehofer viel für Deutschland geleistet. Man sollte die Lebensleistung eines Politikers auch mal respektieren und würdigen.“

Söder: „Sind mit den Grünen unendliche Weiten auseinander“

Lanz wechselt das Thema und fragt die Journalistin Hildebrandt: „Warum nicht schwarz Grün?“ Sie antwortet: „Die Parteien sind offensichtlich zu weit auseinander. Ich glaube für ein Erneuerungsprojekt wäre das interessanter gewesen. Die Freien Wähler sind für sie ein angenehmer Juniorpartner. Die verlangen ihnen nicht viel ab und muten ihnen nicht viel zu.“ Markus Söder sieht das anders. Lanz behauptet daraufhin: „Die vernaschen sie doch zum Frühstück oder nicht?.“ Damit bringt der Moderator das Publikum abermals zum Lachen.

Der Ministerpräsident geht drauf nicht ein und spricht über die Sondierungsgespräche mit den Freien Wählern und den Grünen: „Die Freien Wähler und wir haben natürlich eine hohes Maß an Übereinstimmungen. Bei den Gesprächen mit den Grünen kam ich nach zwei Stunden zum Ergebnis, dass die Hürden unendlich sind. Bei der Integration waren wir unendliche Weiten auseinander. Die Freien Wählern haben viele gute Dinge eingebracht. Man kann auch grüne Politik machen ohne die Grünen.“

md

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