Bund und Länder beraten

Lockdown wird wohl verlängert - doch beim Corona-Gipfel droht Zoff mit Merkel

Bereits vor dem Corona-Gipfel am Mittwoch scheint klar: Der Lockdown ist noch nicht zu Ende, es geht in die Verlängerung. Wegen Schulen und Kitas droht Zoff.

Hamm - Wenn Bund und Länder am Mittwoch, 10. Februar, über das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus beraten, dürfte es im Großen und Ganzen kaum noch Überraschungen geben. Ein Ende des Lockdowns ist nicht in Sicht, es deutet alles auf eine weitere Verlängerung der aktuell geltenden Corona-Regeln hin. (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Lockdown-Verlängerung wohl bis Ende Februar - für Friseure könnte es eine Ausnahme geben

Die Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten um NRW-Landeschef Armin Laschet (CDU) bereiten nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) eine Verlängerung des derzeit bis 14. Februar geltenden Lockdowns vor - voraussichtlich um zwei weitere Wochen bis zum 28. Februar. In dieser Zeit sollen Restaurants, Geschäfte und Freizeiteinrichtungen weiterhin grundsätzlich geschlossen bleiben. Bei Friseuren wie auch Schulen und Kitas könnte es eine Ausnahme geben, schreibt der Business Insider

Weitere Öffnungen in Deutschland könnte es demnach vereinzelt ab dem 1. März geben - vorausgesetzt, das Infektionsgeschehen lässt dies zu. Einen bundesweit einheitlichen Stufenplan werde es jedoch geben. Stattdessen, so heißt es in dem Bericht, sollen Richtwerte genannt werden. Die Details regeln die Länder im Rahmen eigener Stufenpläne selbst.

Lockdown vor Verlängerung bis Ende Februar: Bei Schulen und Kitas droht Zoff mit Angela Merkel

Vor dem Corona-Gipfel am Mittwoch mahnte die Bundeskanzlerin dem Bericht zufolge einmal mehr zu Vorsicht - und warnte damit vor vorschnellen Öffnungen und Lockerungen. Sie poche demnach auf einen weiteren Rückgang der Corona-Zahlen in Deutschland in den kommenden zwei Wochen.

„Die zweite Welle der Pandemie ist gebrochen, aber sie ist natürlich noch nicht zu Ende“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Es sei eine sehr gute Entwicklung, dass die Zahl der Neuinfektionen und die Belegung von Intensivstationen abnehme. Das Ziel, bundesweit auf weniger als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen zu kommen, sei aber noch nicht erreicht.

Corona-Gipfel am Mittwoch: Angela Merkel wegen Mutation offenbar gegen Öffnung von Schulen

Allerdings gebe es die nach wie vor die „sehr reale Gefahr“ einer neuen, wohl deutlich ansteckenderen Virus-Mutation. Man müsse davon ausgehen, dass deren Ausbreitung sich weiter fortsetze. Es gelte daher, die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter deutlich zu drücken, um gute Perspektiven für die Aufhebung von Beschränkungen und Regeln zu bekommen. Es gebe nun eine Lage, „in der man weiter mit großer Vorsicht vorgehen muss“, sagte Steffen Seibert mit Blick auf Beratungen beim Corona-Gipfel von Bund und Ländern am Mittwoch.

Bei der Ministerpräsidentenkonferenz solle daher auch perspektivisch eine „sichere und faire Öffnungsstrategie“ erarbeitet werden. Einige Bundesländer plädierten im Vorfeld des Bund-Länder-Treffens auf einen einheitlichen Stufenplan. In einer Hinsicht sind sich nahezu alle Länder einig: Zuerst müssten Schulen und Kitas wieder geöffnet werden. Doch genau in der Hinsicht droht mit Blick auf die Beratungen am Mittwoch offenbar erneut Zoff.

Vor dem Corona-Gipfel am Mittwoch ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, M) offenbar gegen schnelle Öffnungen von Schulen und Kitas.

Nach Angaben der Bild wehrt sich Kanzlerin Angela Merkel vor dem Corona-Gipfel gegen jegliche Art von Lockdown-Lockerungen für Schulen und Kitas - auch wenn selbst Experten die Öffnung von Schulen unter Einhaltung bestimmter Regeln für möglich halten. Merkel wolle auch hier zuerst eine längerfristige Strategie erarbeiten. Ihre Sorge vor der Ausbreitung der Corona-Mutationen sei schlichtweg zu groß.

Beim Corona-Gipfel am Mittwoch droht Zoff um Schulen: Bundesländer drängen auf Öffnung

Streit um Schulen ist damit programmiert. Denn ganz gleich, ob CDU- oder SPD-geführte Bundesländer: Die Rufe nach einer baldigen Öffnung von Schulen und Kitas werden immer lauter. Bei einer Video-Schalte am Montag mit dem Kanzleramt und den Länderchefs im zur Vorbereitung einer möglichen Beschlussvorlage für den Corona-Gipfel am Mittwoch soll es daher dazu auch entsprechende Einschätzungen von Virologe Christian Drosten geben.

Selbst Karl Lauterbach, der zu den größten Mahnern in der Corona-Situation gehört, könnte sich diese einzige Ausnahme bei möglichen Lockerungen vorstellen. „Allenfalls im Bereich der Kitas und der Grundschulen könnte man Veränderungen vornehmen“, sagte der SPD-Politiker bei t-online. Doch er forderte dabei Sicherheitsvorkehrungen: „In der Grundschule wäre ein Konzept von Wechselunterricht mit Antigen-Tests für die Schüler und vorgezogener Impfung der Lehrkräfte denkbar.“

Die Verlängerung des Lockdowns ist derweil wenig überraschend, sprach sich doch unter anderem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bereits klar dafür aus. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält vor möglichen Lockdown-Lockerungen deutlich niedrigere Infektionszahlen als derzeit für nötig. „Wir müssen jetzt spürbar unter 50 kommen, um es nicht dauerhaft über 50 schnellen zu lassen“, sagte er.

Corona-Varianten bereiten Bund Sorgen - bis zum Corona-Gipfel am Mittwoch keine aktuelleren Zahlen

Die ansteckenderen Corona-Varianten bereiten der Regierung dabei die größte Sorge. Bis zum Bund-Länder-Treffen am Mittwoch werde es keine aktuelleren Zahlen als die vom Freitag zur Ausbreitung der Mutationen geben, sagte Jens Spahn. Der Anteil der in Großbritannien entdeckten Variante B.1.1.7 lag nach den am Freitag vorgestellten Daten nun bei knapp sechs Prozent. In 13 der 16 Bundesländern war sie inzwischen nachgewiesen worden.

Die Verbreitung der Corona-Varianten in Deutschland soll in den kommenden Wochen im Zwei-Wochen-Rhythmus erhoben werden, wie der Bundesgesundheitsminister ankündigte. Dies geschehe wieder in den Kalenderwochen sechs, acht und zehn. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/POOL AP | Michael Sohn

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