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Lockdown für Ungeimpfte im Gespräch: Was bedeutet das konkret?

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Von: Marcel Guboff

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Immer wieder ist die Rede von einem „Lockdown nur für Ungeimpfte“. Was bedeutet das? Die 2G-Regel und Kontaktverbote reichen manchen nicht aus.

Hamm - Die Corona-Lage in Deutschland wird zunehmend dramatischer. Die Zahlen steigen - weshalb Bund und Länder künftige Eindämmungsmaßnahmen noch einmal verschärft haben. Unterm Strich handelt es sich weitgehend um Einschränkungen für Ungeimpfte, denn die 2G-Regel soll auf Grundlage der Hospitalisierungsrate bundesweit eingeführt werden - ebenso wie 3G am Arbeitsplatz und in Verkehrsmitteln.

LandDeutschland
PräsidentFrank-Walter Steinmeier
HauptstadtBerlin

Lockdown für Ungeimpfte im Gespräch - was das bedeutet

Ein Lockdown für Ungeimpfte - doch was genau heißt das eigentlich? Geht es nach den Plänen der designierten Ampel-Koalition, sollen zum Beispiel grundsätzlich auch Kontaktbeschränkungen angeordnet werden können. Das geht aus dem Gesetzesentwurf der Parteien hervor. Offensichtlich geht es dabei in erster Linie um Ungeimpfte. Wie genau diese Kontaktbeschränkungen aussehen könnten, ist noch unklar.

Darüber hinaus sollen Ungeimpfte ohne negativen Test keine Busse und Bahnen mehr benutzen dürfen - unabhängig von der weiter geltenden Maskenpflicht. Und auch für den Arbeitsplatz könnte künftig die 3G-Regel gelten. Ungeimpfte müssten sich dann für die Arbeit testen lassen, sofern diese in Präsenz stattfindet.

Lockdown für Ungeimpfte durch 2G-Regel für Restaurants und andere Freizeitaktivitäten

Auch bei einer 2G-Regel sind Ungeimpfte ausgeschlossen. Diese soll beim Besuch von Restaurants, Theatern, Kinos, Fitnessstudios oder Fußballstadien bundesweit gelten. Selbst mit einem negativen Corona-Test, der mittlerweile wieder kostenlos ist, könnten sich nicht mehr an diesen Freizeitaktivitäten teilhaben.

„Kontakt-Untersagung oder 2G-Regelung heißt in weiten Teilen: Lockdown für Ungeimpfte. Das ist die Vulgär-Übersetzung“, fasste Grünen-Co-Chef Robert Habeck einst in den Tagesthemen der ARD zusammen.

Am Eingang einer Bäckerei weist ein Schild auf die 2G-Regel hin. Von Samstag an gelten im Kreis Biberach weitgehend die 2G-Regelung mit zahlreichen Zugangsbeschränkungen für Ungeimpfte. Die Maßnahmen sollen bis zum 24. November befristet werden.
Am Eingang einer Bäckerei weist ein Schild auf die 2G-Regel hin. Von Samstag an gelten im Kreis Biberach weitgehend die 2G-Regelung mit zahlreichen Zugangsbeschränkungen für Ungeimpfte. Die Maßnahmen sollen bis zum 24. November befristet werden. © Stefan Puchner/dpa

Nehmen die deutschen Politiker Österreich zum Vorbild, könnte der Lockdown für Ungeimpfte noch krasser ausfallen. Dort dürfen sie bis zum 24. November ihr Zuhause nur aus zwingenden Gründen wie den Weg zur Arbeit, für den täglichen Einkauf oder zur Erholung verlassen. Von dieser Ausgangssperre betroffen sind rund zwei Millionen der etwa neun Millionen Bürger in Österreich.

Karl Lauterbach spricht sich für harten Lockdown für Ungeimpfte aus - ähnlich wie in Österreich

Geht es nach Karl Lauterbach, sei dies das beste Model, denn: „Bei den Fallzahlen, die wir jetzt haben, werden die Kliniken in den ersten beiden Dezember-Wochen bundesweit die Kapazitätsgrenze überschreiten“, warnte der SPD-Gesundheitsexperte den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Das ist jetzt schon kaum mehr abzuwenden.“

Daher forderte er auch für Deutschland: „Ungeimpfte sollten nur noch Zugang zu ihrem Arbeitsplatz, zu Lebensmittelgeschäften, Drogerien und Apotheken haben.“ Dies sei die einzige Möglichkeit, wieder Kontrolle über die Infektionslage zu bekommen.

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