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Lockdown für Ungeimpfte: So setzen erste Bundesländer die 2G-Regel um

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Von: Marcel Guboff

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Wegen steigender Corona-Zahlen werden die Rufe nach der 2G-Regel lauter. Erste Länder setzen den Lockdown für Ungeimpfte bereits um - sogar mit Kontaktbeschränkungen.

Hamm - Die Situation ist ähnlich wie im Herbst und Winter vor einem Jahr. Die Corona-Zahlen steigen, die vierte Welle rollt. Weil fast alle Parameter bereits jetzt höher sind als vor einem Jahr - und der Winter erst noch kommt -, schrillen bei Experten und Politikern bereits die Alarmglocken. Die Sorge vor einer erneuten Überlastung der Krankenhäuser wächst. (News zum Coronavirus)

Lockdown für Ungeimpfte in Deutschland möglich: So setzen erste Länder die 2G-Regel um

Die noch amtierende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dringt daher auf rasche Maßnahmen, mit denen eine Überlastung des Gesundheitssystems vermieden wird. Diese Frage könne nicht von der Übernahme einer neuen Regierung abhängig gemacht werden, sagte sie. In den Bundesländern gebe es „sehr unterschiedliche Situationen“, mit den Ländern müsse jetzt noch einmal gesprochen werden. Einen Lockdown für Ungeimpfte habe Angela Merkel Medienberichten zufolge nicht ausgeschlossen.

Geht es nach Karl Lauterbach, gibt es nicht viele Möglichkeiten mit großer Wirkung. „Die erste ist, konsequent 2G anzuwenden. Das senkt die Fallzahlen stark“, schrieb der SPD-Gesundheitspolitiker auf Twitter. Die zweite Option seien viel schnellere Booster-Impfungen. Mittlerweile denkt auch die Stiko über eine Empfehlung der Corona-Auffrischungsimpfung für alle nach.

Lockdown für Ungeimpfte: Sachsen will Corona-Schutzverordnung anpassen

Doch wie könnten die Einschränkungen für Ungeimpfte in Deutschland aussehen? Sachsen hat auf die steigenden Zahlen reagiert und will voraussichtlich zum 8. November landesweit die 2G-Regel einführen. Die schwarz-rot-grüne Landesregierung will entsprechende Maßnahmen auf den Weg bringen.

Konkret will Sachsen die 2G-Regel (geimpft oder genesen) für Gastronomie, Veranstaltungen im Innenbereich oder Großveranstaltungen durchsetzen.  Zu den Großveranstaltungen zählen auch Fußballspiele. Im öffentlichen Nahverkehr sollen FFP-2-Masken Pflicht sein. Die Maskenpflicht im Unterricht wird nicht aufgehoben.

Lockdown für Ungeimpfte: Sachsen will 2G-Regel in bestimmten Bereichen

Nach einer verkürzten Anhörungsphase will das Kabinett am Freitag endgültig entscheiden. Die neue Verordnung soll am kommenden Montag in Kraft treten. Es gehe um eine „Prävention in der Pandemie“, erklärte Dagmar Neukirch, Staatssekretärin im Sozialministerium. Andernfalls müsste man bei einer Überlastung der Krankenhäuser den Notstand ausrufen.

Die Aufschrift «2G - bitte Nachweise unaufgefordert vorzeigen - Danke» ist auf dem Aufsteller eines Restaurants zu lesen. Die Corona-Pandemie mit ihren Auswirkungen auf Hotellerie und Gastronomie ist das zentrale Thema beim Landesverbandstag vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA).
Sachsen will unter anderem für die Gastronomie die 2G-Regel einführen. © Moritz Frankenberg/dpa

In Baden-Württemberg gelten bereits seit Mittwoch (3. November) strengere Regeln für Menschen, die nicht gegen Corona geimpft sind. Konkret gilt: Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss für zahlreiche Freizeitaktivitäten in geschlossenen Räumen einen teuren PCR-Test vorweisen - etwa im Restaurant, Kino, Schwimmbad, Museum oder in der Kantine.

2G-Regel in Baden-Württemberg: So setzt Baden-Württemberg die Corona-Maßnahme um

Auch die Kontaktbeschränkungen kehren zumindest für Ungeimpfte wieder zurück. So sind Treffen für sie ab sofort auf einen Haushalt und fünf weitere Personen beschränkt. Grund ist der Anstieg der Zahl an Covid-Patienten auf Intensivstationen.

Dass die Corona-Lage wieder ernster werde, erklärte auch Jens Spahn (CDU). Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister sieht Deutschland fest im Griff einer neuen Infektionswelle. „Wir erleben vor allem eine Pandemie der Ungeimpften - und die ist massiv“, sagte Jens Spahn am Mittwoch. „Die Pandemie ist offenkundig nicht nur weiterhin da, sondern die vierte Welle ist es mit besonderer Wucht.“

Die neuerliche Ausbreitung des Virus ließe sich bremsen, wenn sich mehr Menschen impfen lassen würden - allerdings gehe er davon aus, dass die „übergroße Zahl“ der noch Ungeimpften nicht zu einer Impfung bereit sei, sagte Jens Spahn. Über einen deutschlandweiten Lockdown für Ungeimpfte sprach er dabei nicht. Allerdings müssten 2G-Regeln in Regionen mit besonders hohen Infektionswerten durchgesetzt werden.

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