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Harter Lockdown nur aufgeschoben? Karl Lauterbach: „Keine roten Linien“

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Von: Simon Stock

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Beim Corona-Gipfel wurden Kontaktbeschränkungen, Tanzverbot und mehr beschlossen. Reicht das im Kampf gegen Omikron? Karl Lauterbach äußert sich zu einem Lockdown.

Hamm - Zu wenig, zu spät: Nach den Beschlüssen des Corona-Gipfels von Bund und Ländern gibt es Kritik. Einige Politiker und auch das Robert-Koch-Institut (RKI) hatten sich im Kampf gegen die Corona-Variante Omikron einen harten Lockdown gewünscht. Der könnte jedoch bald kommen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) lässt aufhorchen.

PolitikerKarl Lauterbach
AmtBundesgesundheitsminister
Geboren21. Februar 1963 in Düren

Harter Lockdown wegen Omikron? Karl Lauterbach äußert sich

Das ab 28. Dezember geltende Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der Corona-Pandemie beinhaltet einige Härten für die Bürger in Deutschland - und zwar für alle. Über die bekannten Regeln hinaus wurden Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte beschlossen, ein Tanzverbot und das Zuschauer-Aus für überregionale Großveranstaltungen.

Am 7. Januar findet der nächste Corona-Gipfel von Bund und Ländern statt. Sollten die Maßnahmen zur Eindämmung der Omikron-Variante trotz Booster-Kampagne bis dahin keine Wirkung zeigen, droht die nächste Stufe im Kampf gegen Corona: der Lockdown.

Lockdown in Deutschland? Am 7. Januar ist nächster Corona-Gipfel

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse zur Eindämmung des Coronavirus verteidigt, zugleich aber auch härtere Schritte nicht ausgeschlossen. „Das, was wir heute beschlossen haben, das erzielt Wirkung“, versicherte Lauterbach am Dienstagabend in einem Interview der ARD-Tagesthemen.

„Aber wir schließen nichts aus. Also wenn tatsächlich die Fallzahlen sich so entwickeln würden, dass auch ein harter Lockdown diskutiert werden muss, dann gibt es da keine roten Linien“, sagte Lauterbach. Allerdings, so schränkte Lauterbach ein, „sind wir da zum jetzigen Zeitpunkt nicht.“

Kliniken: Kontaktbeschränkungen möglicherweise nicht ausreichend

Das sehen andere anders. Der CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger bezeichnete die Maßnahmen etwa als völlig unzureichend, um die Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante aufzuhalten. „Wir bräuchten jetzt einen scharfen Lockdown vom 27. Dezember bis zum Neujahrstag, ähnlich wie in den Niederlanden“, sagte der CSU-Bundestagsabgeordnete der Augsburger Allgemeinen. „Das ist alles nicht genug, schon im vergangenen Winter haben die geringen Kontaktbeschränkungen nicht ausgereicht, um die damalige Corona-Welle zu brechen.“

Am kommenden Dienstag (21.12.2021) könnten Bund (hier Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach) und Länder strenge Kontaktbeschränkungen für die Feiertage beschließen.
Reichen die neuen Corona-Beschlüsse im Kampf gegen Omikron? Karl Lauterbach äußert sich zu einem Lockdown. © Kay Nietfeld/dpa

Angesichts der drohenden Omikron-Welle halten auch die deutschen Kliniken eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen in Richtung Lockdown für denkbar. Die von Bund und Ländern beschlossenen Kontaktbeschränkungen seien „notwendig, möglicherweise aber nicht ausreichend“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Deutsche Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, den Zeitungen der Funke Mediengruppe

Viele Menschen holen sich derzeit eine Booster-Impfung gegen Corona ab. Zum Einsatz kommen die Vakzine von Moderna und Biontech. Zu welchen Impfreaktionen kann es kommen? *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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