„Richtiges Runterfahren“

Dritte Corona-Welle: Jens Spahn will kurzen, harten Lockdown - Appell an die Bürger

Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen weiter. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht sich für einen erneuten Lockdown und „richtiges Runterfahren“ aus.

Hamm - Deutschland befindet sich mitten in der dritten Corona-Welle. Die Lockerungen, die Bund und Länder noch Anfang März wagten, werden vielerorts schon wieder zurückgenommen. In Nordrhein-Westfalen etwa greift ab Montag in Hotspots die Notbremse. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plädierte jetzt noch einmal für einen harten Lockdown und appelliert an die Bürger. (News zum Coronavirus)

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Einwohner83,02 Millionen (2019)

Dritte Corona-Welle: Jens Spahn will kurzen, harten Lockdown - Appell an die Bürger

Bei einer Online-Diskussionsveranstaltung sagte Jens Spahn am Samstag: „Wenn wir die Zahlen nehmen, auch die Entwicklungen heute, brauchen wir eigentlich noch mal 10, 14 Tage mindestens richtiges Runterfahren unserer Kontakte, unserer Mobilität.“ Der CDU-Politiker appellierte an die Bürger, „im Zweifel auch mehr als die staatlichen Regeln“ umzusetzen.

Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen aktuell wieder stark an. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Samstag 20.472 Corona-Neuinfektionen - 4.400 Fälle mehr als am gleichen Tag der Vorwoche.

Dritte Corona-Welle: Intensivmediziner fordern harten zweiwöchigen Lockdown

Auch Christian Karagiannidis, Präsident der Intensivmediziner-Gesellschaft DGIIN, forderte angesichts der stark steigenden Infektionszahlen einen harten zweiwöchigen Lockdown und sofortigen Stopp aller geplanten Öffnungsschritte. „Die Beschlüsse für Modellprojekte nach Ostern sind völlig unpassend und müssen von Bund und Ländern sofort zurückgenommen werden“, sagte Karagiannidis, der auch wissenschaftlicher Leiter des Divi-Intensivregisters ist, der Rheinischen Post.

Mehrere Länder haben angekündigt, gleich mehrere Modellregionen entsprechend zu öffnen. Das Saarland will nach Ostern sogar das ganze Land öffnen - bisher auch ohne eine Befristung.

Nordrhein-Westfalen überraschte mit einer neuen Corona-Schutzverordnung nach dem jüngsten Corona-Gipfel. Zwar wird im bevölkerungsreichsten Bundesland die Notbremse gezogen - allerdings nur in Hotspot-Regionen mit einem Inzidenzwert über 100. Das betrifft ab Montag, 29. März, insgesamt 31 Landkreise und kreisfreie Städte in NRW. Zudem können Kommunen die Schließungen mit einer Test-Option aufhalten. So kann etwa der Einzelhandel weiterhin „Click and Meet“ anbieten oder Betriebe körpernaher Dienstleistungen weiterarbeiten, wenn ein tagesaktueller negativer Corona-Schnelltest vorliegt.

Dritte Corona-Welle: Jens Spahn und Karl Lauterbach sprechen sich für scharfen Lockdown aus

Jens Spahn sagte am Samstag, wenn es gelinge, die dritte Welle zu brechen, dann gebe es danach auch die Aussicht auf Öffnungsschritte in Regionen mit niedrigen Infektionszahlen, sagte Spahn. Mehr Tests und Impfungen sollen auch helfen. Im April und Mai solle es mehr Impfungen geben als im gesamten ersten Quartal. Er rechne damit, dass Ende April/Anfang Mail in 80.000 bis 100.000 Arztpraxen Coronavirus-Impfungen verabreicht werden.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte angesichts stark steigender Neuinfektionszahlen zeitnah erneute Corona-Beratungen. „Wir müssen rasch nochmal neu verhandeln“, sagte Lauterbach dem Tagesspiegel. „Ohne einen scharfen Lockdown wird es nicht gehen“, betonte er und verteidigte seine Forderung nach bundesweiten Ausgangssperren. „Ausgangsbeschränkungen ab 20 Uhr für zwei Wochen würden wirken - wir haben es in Frankreich, Großbritannien und Portugal gesehen.“ (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare