Zahlen steigen trotz Maßnahmen

Harter Lockdown in Deutschland soll schnellstmöglich kommen - Seehofer attackiert Länderchefs

Neue Corona-Regeln vor Weihnachten? Die Forderung nach einem sofortigen Lockdown werden immer lauter. Horst Seehofer kritisiert Ministerpräsidenten.

  • Die zweite Welle der Coronavirus-Pandemie hat Deutschland weiterhin fest im Griff.
  • Es droht ein harter Lockdown noch vor Weihnachten.
  • Ein Bund-Länder-Treffen mit den Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel soll am Sonntag stattfinden. (News zum Coronavirus)

Update vom 11. Dezember, 12.41 Uhr: Wegen der verschärften Corona-Lage in Deutschland fordert Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) „schnellstmöglich“ einen bundesweiten Lockdown. „Wir können nicht mehr warten“, sagte Laschet.

Der geplante Corona-Gipfel zwischen Bund und Ländern über den weiteren Kampf gegen das Coronavirus solle „besser schon am Samstag“ statt am Sonntag tagen. „Der Lockdown muss schnellstmöglich kommen“, sagte Laschet mit Blick auf die steigenden Infektions- und Todeszahlen. Die Bundesregierung nennt derweil vorerst noch keinen genauen Termin für den Corona-Gipfel. Sie habe keinen Termin anzukündigen, sagte Vize-Regierungssprecherin Martina Fietz.

Die bislang verhängten Corona-Regeln im Rahmen des seit Anfang November geltenden teilweisen Lockdowns hätten „keinen nachhaltigen Erfolg“ gebracht. Die Politik müsse nun bundesweit einheitlich reagieren. „Wir brauchen eine gesamtdeutsche Antwort“, sagte Armin Laschet. Es helfe nur eine „drastische Reduzierung der sozialen Kontakte“.

Harter Lockdown in Deutschland wohl schon vor Weihnachten - Seehofer attackiert Länderchefs

Update vom 11. Dezember, 10.47 Uhr: Nach Ansicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) müsse Deutschland sofort härtere Corona-Maßnahme beschließen. „Die einzige Chance, wieder Herr der Lage zu werden, ist ein Lockdown, der aber sofort erfolgen muss“, sagte der CSU-Politiker dem Spiegel.

Sollte man bis nach den Festtagen warten, werde man noch Monate mit den hohen Infektionszahlen zu kämpfen haben. Seehofer zeigte sich verärgert, dass Deutschland den Vorteil, den es sich im Frühjahr in der Corona-Pandemie erkämpft habe, jetzt verspielt habe. Grund dafür sei nicht die Disziplinlosigkeit der Bürger, sondern vor allem unzureichende Maßnahmen, fügte er an.

Bereits nach den Beratungen der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel Ende Oktober habe Seehofer das Gefühl gehabt, dass nicht alle Regierungschefs den Ernst der Lage richtig erkannt hätten, sagte der Innenminister. „Ich habe danach schlecht geschlafen.“

Harter Lockdown in Deutschland wohl schon vor Weihnachten - Termin für Gipfel steht fest

Update vom 11. Dezember, 9.08 Uhr: Es ist wohl fix: Am Sonntag wollen Bund und Länder bei ihrem Corona-Gipfel weitere Verschärfungen der aktuellen Regeln beschließen. Das schreibt die Bild.

Dabei geht es vor allem um die Frage: Kommt der harte Lockdown in Deutschland - und wenn ja, ab wann? Zuletzt meinte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), dass es bereits ab dem 20. Dezember „erhebliche Einschnitte“ im öffentlichen Leben geben könnte - und damit noch vor Weihnachten.

Tatsächlich eilt die Angelegenheit immer mehr, das RKI meldete am Freitag (11. Dezember) einen neuen Schock-Wert bei den Corona-Zahlen in Deutschland.

Baden-Württemberg plant angesichts der schwierigen Corona-Lage schon jetzt einen harten Lockdown: Dieser solle nach Weihnachten beginnen und bis mindestens zum 10. Januar dauern, teilte die Landesregierung heute nach Beratungen mit den kommunalen Spitzenverbänden m

Harter Lockdown in Deutschland wohl schon vor Weihnachten: Klare Ansage von Michael Müller

Update vom 11. Dezember, 8.53 Uhr: Aufgrund der weiterhin hohen Corona-Zahlen deutet sich ein harter Lockdown bereits vor Weihnachten ab. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) der auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist, geht davon aus, dass sich die Bundesländer mit dem Bund um Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf einen dreiwöchigen harten Lockdown verständigen.

Es zeichne sich ab, auch in den Gesprächen mit den Kollegen der Bundesländer, „dass ab 20. es doch erhebliche Einschnitte gibt“ und der Einzelhandel „deutlich“ heruntergefahren werde, sagte Müller in der ZDF-Sendung Markus Lanz. Die Schulferien hätten dann ohnehin begonnen, viele Menschen gingen nicht mehr arbeiten und im Nahverkehr werde es ruhiger.

„Zwischen dem 20. Dezember und 10. Januar haben wir praktisch drei Wochen massiver Einschränkungen, die auch mit Sicherheit auch dazu führen werden, dass die Inzidenzen runtergehen“, sagte der SPD-Politiker. Der nächste Corona-Gipfel soll wohl am Sonntag steigen-

Update vom 10. Dezember, 20.48 Uhr: Die Zeichen verdichten sich, dass das öffentliche Leben in Deutschland zumindest bis zum 10. Januar weiter heruntergefahren wird. Immer mehr Länderchefs fordern den harten Corona-Lockdown. Wie hart die Regeln werden, entscheidet sich beim Bund-Länder-Treffen voraussichtlich am Sonntag (13. Dezember).

Bereits am Freitag (11. Dezember) könnte es einen Fingerzeig geben, was Schüler und deren Eltern hinsichtlich der Weihnachtsferien und dem weiteren Vorgehen an Schulen erwartet. Dann will die Kultusministerkonferenz die Ergebnisse ihrer vorgelagerten Beratungen vorstellen.

Corona-Gipfel zu hartem Lockdown: Söder plädiert für verschärfte Regeln „so lange wie nötig“

Update vom 10. Dezember, 14.41 Uhr: Weil die Corona-Zahlen in Deutschland unaufhörlich steigen, fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ab Weihnachten einen harten Lockdown mindestens bis zum 10. Januar. „Es braucht bundesweit Ausgangsbeschränkungen, nächtliche Ausgangssperren in Hotspots, Geschäftsschließungen, Betriebsferien und überall verlängerte Schulferien“, sagte Söder der Deutschen Presse-Agentur. Zum Zeitraum der verschärften Corona-Regeln sagte der CSU-Chef: „Das muss bis 10. Januar gelten - aber so lange wie nötig.“

Söder unterstrich, nötig sei ein konsequenter Lockdown: „Wir müssen das öffentliche Leben runterfahren“, sagte er. „Das heißt, auch alle Geschäfte zu, abgesehen von denen des alltäglichen Bedarfs wie Lebensmittel. Es ist notwendig, dass wir dann auch überall in Deutschland Ausgangsbeschränkungen und in Hotspots Ausgangssperren in den Nachtstunden haben. Es sollen für diese Zeit einfach alle zu Hause bleiben.“

Corona-Gipfel zu hartem Lockdown: Termin für Bund-Länder-Treffen steht wohl fest - es gab schon Gespräche

Update vom 10. Dezember, 9.13 Uhr: Gibt es noch in dieser Woche das nächste Bund-Länder-Treffen? Einem Medienbericht zufolge werden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Sonntag über verschärfte Corona-Regeln und einen harten Lockdown bis 10. Januar entscheiden.

Wie der Business Insider am Mittwochabend meldete, soll eine gemeinsame Vorbereitungsgruppe bis zum 13. Dezember einen Beschlussvorschlag entwerfen. Dieser soll dann im Rahmen eines sogenannten Umlaufbeschlusses oder einer Telefonkonferenz verabschiedet werden. Bei einem Umlaufbeschluss setzen alle Länder ihre Unterschrift unter ein Papier, kommen aber nicht persönlich oder via Telefonschalte zusammen.

Am Dienstag und Mittwoch gab es nach Angaben des Business Insiders hinter den Kulissen zahlreiche Gespräche der Länder untereinander. Die sieben SPD-geführten Länder sowie Thüringen und Baden-Württemberg lehnten demnach einen neuen Corona-Gipfel eigentlich ab. Nach ihrer Ansicht sind notwendige regionale Verschärfungen in Corona-Hotspots bereits jetzt möglich, wurden aber vor allem im Süden und in Sachsen und Sachsen-Anhalt aber zu lange nicht umgesetzt.

Angesichts einer neuen Rekordzahl an Corona-Todesfällen warb Merkel am Mittwoch eindringlich für weitreichende Schließungen um den Jahreswechsel, forderte aber auch kurzfristige Gegenmaßnahmen wie einen früheren Beginn der Schulferien vor den Festtagen.

Merkel fordert neue Corona-Regeln in Deutschland vor Weihnachten - Bund-Länder-Treffen steht aus

Update vom 9. Dezember, 14.58 Uhr: Es wird wohl bald wieder zu einem Bund-Länder-Treffen kommen, um weitere Corona-Maßnahmen zu besprechen. Die Bundesregierung hat eine weitere enge Abstimmung mit den Ministerpräsidenten der Länder über mögliche Verschärfungen der Corona-Regeln jedenfalls zugesagt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei dabei auch „grundsätzlich offen“ für neue Beratungen. Ein Termin für einen neuen Corona-Gipfel stehe jedoch noch nicht fest, sagte Vize-Regierungssprecherin Martina Fietz. „Nach der geltenden Rechtslage liegt es nicht in der Zuständigkeit des Bundes, entsprechende Maßnahmen zu beschließen“, sagte Fietz mit Blick au eine Verschärfung der Regeln. Der Bund halte es dabei für „durchaus nachvollziehbar und auch notwendig, dass einige Bundesländer weitere Maßnahmen, die das Infektionsgeschehen eindämmen können, beschließen“.

Merkel fordert neue Corona-Regeln in Deutschland noch vor Weihnachten: „Wenn wir jetzt ...“

Update vom 9. Dezember, 10.38 Uhr: Geht es nach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), sollen weitere Corona-Maßnahmen noch vor Weihnachten kommen. In einem emotionalen Appell hat sie dazu aufgerufen, in der Pandemie-Bekämpfung auf die Wissenschaft zu hören.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht während der Generaldebatte zum Bundeshaushalt im Bundestag.

In der General-Debatte im Bundestag forderte sie mit Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen nachdrücklich, die Weihnachtsferien 2020 um weitere drei Tage auf den 16. Dezember vorzuziehen. Die Wissenschaft flehe geradezu darum, vor Weihnachten, bevor man Oma und Opa sehe, eine Woche der Kontaktreduzierung zu ermöglichen, sagte Merkel.

„Wenn wir jetzt vor Weihnachten zu viele Kontakte haben und anschließend es das letzte Weihnachten mit den Großeltern war, dann werden wir etwas versäumt haben. Das sollten wir nicht tun“, sagte Merkel.

Die Bundeskanzlerin bezeichnete die Empfehlungen der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina für Geschäftsschließungen und eine Verlängerung der Weihnachtsferien bis zum 10. Januar als richtig und verteidigte den Kurs, bei der Pandemiebekämpfung der Wissenschaft zu folgen. 

Neue Corona-Regeln in Deutschland? Auch Armin Laschet für harten Lockdown: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Update vom 9. Dezember, 6.29 Uhr: Jetzt hat sich auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) angesichts hoher Corona-Infektionszahlen für einschneidende Kontaktbeschränkungen in der Zeit nach Weihnachten ausgesprochen (Corona-Zahlen in Deutschland: RKI meldet Schock-Werte am Mittwoch). „Wir brauchen nach Weihnachten einen echten Jahreswechsel-Lockdown, um uns für 2021 wieder eine Perspektive hin zu mehr Normalität zu erarbeiten“, sagte Laschet der Deutschen Presse-Agentur.

„Wenn nicht jetzt, wann dann. Von Weihnachten bis zum Ende der Ferien im neuen Jahr kann das Land am ehesten komplett heruntergefahren und so die Ausbreitung der Pandemie effektiv gestoppt werden“, warb Armin Laschet für seinen Lockdown-Vorschlag. „Zugleich halten wir in diesen Wochen die Schäden für Bildungschancen von Kindern sowie für Wirtschaft und Arbeitsplätze so gering wie in keiner anderen Zeit des Jahres.“ 

Dazu verteidige Laschet seinen Kurs, an den gelockerten Corona-Regeln an Weihnachten festzuhalten.

Neue Corona-Regeln in Deutschland? Merkel, Laschet und Virologe Drosten wollen Lockdown

Update vom 8. Dezember, 19.39 Uhr: Deutschlands wohl berühmtester Virologe Christian Drosten ist für eine schnelle Verschärfung der Corona-Regeln. Im Podcast „Coronavirus-Update“ von NDR-info sagte der Wissenschaftler: „Es ist schon so, dass wir jetzt unbedingt etwas tun müssen“. Er geht davon aus, dass über Weihnachten die Zahlen ansteigen könnten. Dann würde, so Drosten, ein Lockdown von Ende Januar bis über den gesamten Februar hinaus drohen, der erhebliche wirtschaftliche Folgen haben würde.

Update vom 8. Dezember, 16.51 Uhr: NRW-Vize-Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) warnt vor zu schnellen, neuen Entscheidungen. Stamp schießt damit gegen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, der die Corona-Regeln deutlich verschärft hat. Stamp rät dazu, noch einige Tage abzuwarten und zu analysieren, was welche Maßnahme bringen würde. Kanzlerin Angela Merkel hatte eine schnellere Entscheidung gefordert. Sie möchte die Ministerpräsidenten noch diese Woche treffen.

Neue Corona-Regeln in Deutschland? Lockerungen zu Weihnachten in erstem Bundesland gekippt

Update vom 8. Dezember, 15.11 Uhr: Die Landesregierung in Rheinland-Pfalz will anders als bislang geplant die Corona-Regeln für Treffen zum Jahresende nicht wesentlich lockern. Es sei zwar noch kein Beschluss gefasst, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Aber voraussichtlich werde es zu Silvester keine Ausnahmen von den Kontaktbeschränkungen geben.

Für Weihnachten, die Zeit vom 23. bis 27. Dezember, könnten Treffen von zehn Menschen aus drei Haushalten ermöglicht werden - „Kernfamilie und engste Freunde“, sagte Dreyer. „Die Zahlen sind nicht so, wie wir es uns wünschen“, sagte die Regierungschefin zur jüngsten Entwicklung der Corona-Infektionen. „Das Ziel ist klar - wir müssen von den Zahlen runter.“ Partys zum Jahreswechsel seien diesmal nicht denkbar, sagte Dreyer. Große Menschenansammlungen mit hohem Alkoholkonsum an Silvester seien nicht zu verantworten und sollten auf öffentlichen Plätzen und auf öffentlichen Straßen ebenso verboten werden wie Silvesterfeuerwerk.

Update vom 8. Dezember, 13.48 Uhr: Weil Sachsen derzeit besonders stark vom Coronavirus betroffen ist, geht das Bundesland am Montag, 14. Dezember, in einen harten Lockdown. Schulen, Kindergärten, Horte und der Einzelhandel mit Ausnahme der lebensnotwendigen Versorgung sollen geschlossen werden, teilte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nach einer Kabinettssitzung mit. Der Lockdown soll demnach bis zum 10. Januar gelten.

Neue Corona-Regeln in Deutschland? Leopoldina rät zu hartem Lockdown

Update vom 8. Dezember, 10.17 Uhr: Die hohen Corona-Fallzahlen in Deutschland beunruhigen auch Experten und Virologen. Die Mitglieder der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina formulieren daher nach Informationen des Spiegel nun einen „besonders dringenden Appell an die Politik“. Auch das ZDF berichtet darüber.

Die Wissenschaftler, darunter Charité-Virologe Christian Drosten, wollen die hohen Zahlen der Corona-Neuinfektionen „durch einen harten Lockdown schnell und drastisch“ verringern, heißt es in dem Schreiben, das dem Magazin vorliege. Dabei schlagen sie ein zweistufiges Verfahren vor.

  • Stufe 1 ab 14. Dezember: Die Schulpflicht soll aufgehoben, die Bürger in Deutschland „nachdrücklich“ zur Homeoffice-Arbeit aufgefordert werden, um berufliche wie auch private Kontakte auf das „absolute Mindestmaß“ zu reduzieren.
  • Stufe 2 ab 24. Dezember bis mindestens 10. Januar 2021: In ganz Deutschland soll das öffentliche Leben nach Auffassung der Wissenschaftler weitgehend ruhen - ganz im Sinne eines harten Lockdowns. Alle Geschäfte bis auf die des täglichen Bedarfs sollen demnach geschlossen sowie die Weihnachtsferien in den Bildungseinrichtungen verlängert werden.

In dem Corona-Appell der Leopoldina an die Politik heißt es: „Die gegenwärtige Situation ist nach wie vor ernst und droht sich weiter zu verschärfen.“ Mit diesem zweistufigen Plan sehen sie Wissenschaftler eine Chance.

Corona-Regeln in Deutschland: Jens Spahn schließt härtere Kontaktbeschränkungen nicht aus

Update vom 8. Dezember, 9.02 Uhr: Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält schärfere Kontaktbeschränkungen wegen der weiter hohen Corona-Zahlen für notwendig, sollten die hohen Infektionszahlen nicht zeitnah zurückgehen. „Der Ansatz, kurz und umfassender, um wirklich einen Unterschied zu machen, ist wahrscheinlich der erfolgreichere. Wenn wir nicht hinkommen mit der Entwicklung der nächsten ein, zwei Wochen bis Weihnachten, dann müssen wir das diskutieren“, sagte Spahn bei Phoenix.

Der Minister schloss nicht aus, dass es auch einen erneuten Lockdown im Einzelhandel geben könnte. „Wir müssen das abhängig machen von den nächsten Tagen, ob es uns gelingt, die Zahlen runterzubringen.“

Neue Corona-Regeln in Deutschland: Sachsen prescht vor und verschärft Maßnahmen

Update vom 7. Dezember, 22.32 Uhr: Ein erstes Bundesland prescht vor: In Sachsen könnte es laut Bild schon sehr bald härtere Corona-Regeln gegen die Ausbreitung der Pandemie geben. Es werde diskutiert, Geschäfte vom Montag (14. Dezember) an zu schließen. Nur lebensnotwendige Läden sollen offen bleiben. Am Dienstag (8. Dezember) trifft sich das Kabinett in Sachsen. Ein Fingerzeig für Angela Merkel und die anderen Bundesländer?

Update vom 7. Dezember, 19.40 Uhr: Angela Merkel will die Ministerpräsidenten noch vor Weihnachten zu einem neuen Corona-Gipfel treffen. Ziel der Kanzlerin sind schärfere Regeln, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. Den Winter werde man nicht ohne zusätzliche Maßnahmen überstehen, so die Kanzlerin. Auch ein harter Lockdown nach Weihnachten ist in Diskussion - damit wären Lockerungen, die eigentlich noch Silvester und Neujahr umfassen sollten, vom Tisch. Außerdem ist die Rede von der Schließung aller Geschäfte - bis auf Supermärkte.

Eigentlich ist die nächste Bund-Länder-Konferenz für den 4. Januar geplant. Bereits um ein vorgezogenes Treffen gibt es Zoff - so wird es wohl auch mit möglicherweise neuen Corona-Regeln für Deutschland geschehen. Michael Müller, Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz und Bürgermeister von Berlin, hält bereits den vorgezogenen Corona-Gipfel für nicht erforderlich.

Neue Corona-Regeln in Deutschland: NRW schließt schärfere Maßnahmen nicht aus

NRW hingegen schließt weitere Verschärfungen nicht aus. „Sollte sich die Gesamtlage nicht zeitnah verbessern, erscheint auch bundesweit ein noch restriktiveres Vorgehen notwendig, um die Zahl der Neuinfektionen überall deutlicher zu reduzieren“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) der dpa.  Nordrhein-Westfalen setze weiter auf den engen Schulterschluss von Bund und Ländern.

Update vom 7. Dezember, 17.01 Uhr: Die Diskussion über weitere Maßnahmen wird schärfer: Laut Informationen von Bild.de soll es nach Weihnachten zum harten Lockdown kommen. Bund und Länder sollen laut dem Blatt ab dem 27. Dezember bis zum 3. oder 10. Januar alles schließen wollen. Die einzige Ausnahme sollen Supermärkte sein, um Lebensmittel zu kaufen.

Das Kanzleramt will noch in dieser Woche einen neuen Corona-Gipfel ansetzen. Wieder sollen sich Bund und Länder zusammensetzen und die neuen Maßnahmen bestimmen. Zur Debatte stehen auch eine weitere Verlängerung der Weihnachtsferien. Das heißt: die Schulferien eine Woche vorziehen und eine Woche verlängern. Laut Bild sperren sich aber einige Ministerpräsidenten gegen einen neuen harten Lockdown, da das Infektionsgeschehen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sei.

Corona-Regeln in Deutschland: Kanzlerin Merkel will schärfere Maßnahmen

[Erstmeldung vom 7. Dezember] Berlin - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hält angesichts der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen Entscheidungen über neue Regeln noch vor Weihnachten für nötig. Die zweite Welle der Coronavirus-Pandemie hat Deutschland weiterhin fest im Griff. Die Zahlen sind auf hohem Niveau, obwohl die Maßnahmen bei der Bund-Länder-Konferenz deutlich verschärft wurden.

Corona-Regeln in Deutschland: Maßnahmen reichen laut Kanzlerin Angela Merkel noch nicht aus

Angela Merkel (CDU) meint, dass zu viel über Glühweinstände und zu wenig über die Krankenschwestern und Pflegekräfte gesprochen werde. Das Pflegepersonal müsse unter Hochdruck und mit großem Einsatz auf den Intensivstationen der Krankenhäuser und in den Pflegeheimen arbeiten, sagte die Kanzlerin am Montag nach Angaben von Sitzungsteilnehmern in einer Video-Sitzung der Unionsfraktion.

Mit den bisher ergriffenen Maßnahmen komme man von den auf einem viel zu hohen Niveau stagnierenden Infektionszahlen nicht herunter, sagte Merkel demnach weiter. Das heiße, man werde den Winter nicht ohne zusätzliche Maßnahmen durchstehen können. Nun müsse die Diskussion darüber geführt werden, wie man wo was tun müsse. Dies müsse noch vor Weihnachten entschieden werden. Man dürfe nicht auf das Prinzip Hoffnung setzen, dass die seit einigen Tagen wieder steigenden Zahlen heruntergehen würden.

Mit den Ministerpräsidenten werde man in den nächsten Tagen weiter beraten, kündigte Merkel demnach an. Akzeptanz würden die Maßnahmen immer dann finden, wenn Bund und Länder gemeinsam entscheiden würden. Merkel lobte die Entscheidungen in Bayern als Schritte in die richtige Richtung. Bedauerlich sei, dass viele ältere Menschen etwa in Pflegeheimen betroffen seien. Hier werde unter Hochdruck etwa mit Schnelltests gearbeitet. Diese würden sich aber nicht so schnell durchsetzen, wie man sich das erhofft habe.

Scharfe Regeln gegen Corona in vielen Bundesländern - mehr Hotspots gemeldet

In einigen Bundesländern wie Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt und in gewisser Weise Brandenburg würden die Zahlen unvermindert steigen, sagte Angela Merkel nach diesen Informationen. Hier müsse besonders viel getan werden. Es sei gut, dass in Hotspots mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner pro Woche mehr gemacht werde. Wenn sie sich aber etwa die Lage in einigen Landkreisen in Sachsen und Thüringen anschaue, sei dort eine sehr ernsthafte Situation etwa auch in den Krankenhäusern eingetreten.

Bund und Länder hatten vereinbart, bei Familientreffen vom 23. Dezember bis längstens 1. Januar zehn Personen plus Kinder zuzulassen. Ansonsten dürfen maximal fünf Leute aus zwei Hausständen zusammen sein. In Bayern hat das Kabinett beschlossen, die geplanten Lockerungen nur noch vom 23. bis zum 26. Dezember aufrecht zu erhalten. In Baden-Württemberg ist dies auf den 23. bis 27. Dezember beschränkt. In Berlin sind über die gesamten Feiertage maximal fünf Leute erlaubt. Auch in anderen Bundesländern wird darüber nachgedacht, von Erleichterungen über die Feiertage abzurücken. - dpa und eB

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