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Corona-Lockdown für alle? Aussagen lassen aufhorchen - „Lage dramatisch ernst“

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Von: Marcel Guboff

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Kommt doch ein Lockdown für alle? Die Corona-Lage sei „dramatisch ernst“, sagt Gesundheitsminister Jens Spahn. Aussagen aus der Politik lassen jetzt aufhorchen. 

Hamm - Die Situation ist alarmierend. Die vierte Welle ist in vollem Gange, das Coronavirus wütet in der Bundesrepublik Deutschland trotz vieler Regeln und Impfungen wie zu Beginn der Pandemie. Zudem taucht mit Omikron auch eine neue Corona-Mutation auf. Daher taucht nun immer öfter die Frage aus: Müssen weitere und vor allem schärfere Maßnahmen her? Für viele stellt sich nicht mehr die Frage, ob es - wohl noch vor Weihnachten - einen neuen Lockdown geben wird, sondern wann er kommt.

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Gibt es doch einen neuen Lockdown? Worte aus der Politik lassen aufhorchen

Noch vor einigen Wochen hatten sämtliche Politiker - ganz gleich, welcher Partei sie angehören - einen erneuten Lockdown nahezu ausgeschlossen. Aber das war mitten im Wahlkampf. Und in einer Zeit, in der sich die meisten aufgrund niedriger Corona-Zahlen zu sicher fühlten. Doch jetzt steigen Inzidenz und Hospitalisierungsrate stark an - in NRW wie auch in ganz Deutschland.

Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr wurden Politiker nicht müde zu betonen: Wenn der Lockdown helfe, könne es trotz Corona ein normales Weihnachten geben. Bekanntlich kam es anders.

Und jetzt heißt es schon wieder: Abwarten und abwägen - welches Risiko hat man selbst, haben die Verwandten und anderen Menschen in der Umgebung, sich anzustecken und heftig zu erkranken? Ist es vernünftig, sich zu treffen?

Neuer Lockdon noch vor Weihnachten? Jens Spahn spricht von „dramatisch ernster“ Corona-Lage

Längst sind Kliniken in manchen Regionen überlastet. Und was wird Ende Dezember überhaupt erlaubt sein? Eine Prognose, wie Weihnachten wird, wollte auch der - noch - geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Mitte November nicht geben. „Es liegt an jedem von uns“, sagte er.

Polizisten gehen am Abend in der Dresdner Altstadt an Restaurants entlang. Die Polizeidirektion Dresden kontrolliert die Einhaltung der neuen Corona-Regeln täglich mit 50 Beamtinnen und Beamten. Im Fokus stehen demnach Kontrollen der FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr sowie die Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte in Hotspot-Gebieten.
Droht ein neuer Lockdown? Politiker schließen es nicht mehr aus. © Robert Michael/dpa

Jetzt wird Jens Spahn aber deutlicher. Er forderte am Freitag eindringlich massive Kontaktreduzierungen, um eine Corona-Katastrophe in Deutschland abzuwenden. „Die Lage ist dramatisch ernst. So ernst wie noch zu keinem Zeitpunkt in dieser Pandemie“, meinte der CDU-Politiker.

Auch die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte tags zuvor. „Wir brauchen mehr Beschränkungen von Kontakten.“ Ob der für das 9. Dezember geplante Bund-Länder-Treffen aufgrund der dramatischen Lage vorgezogen wird, ist noch offen. Mit Blick auf eine Ministerpräsidentenkonferenz sagte die Kanzlerin: „Inwieweit neue Termine gefunden werden, das hängt auch von den Bundesländern ab.“

Wohl auch deswegen will jetzt so gut wie niemand mehr einen Lockdown ausschließen. Aus Sicht von SPD-Chefin Saskia Esken sollen zwar konsequente 2G- und 2G-plus-Kontrollen die vierte Corona-Welle brechen. Wichtig sei, dass Polizei und Ordnungskräfte die Einhaltung der Maßnahmen in Gaststätten und andernorts kontrollierten, „damit wir die Kontakte vor allem der Ungeimpften stark reduzieren können“, sagte sie am Freitag im ARD-Morgenmagazin. Einen neuen Lockdown wollte Saskia Esken aber nicht kategorisch ausschließen.

2G in Deutschland: Für Ungeimpfte gibt es schon einen Lockdown

Auf die Frage, ob es angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen in Deutschland nicht einen kurzen, harten Winter-Lockdown brauche, sagte die SPD-Chefin: „Wir sind der Auffassung, dass wir geimpfte Menschen, die in den letzten Monaten alles richtig gemacht haben, sich haben impfen lassen, nicht in den Lockdown schicken können, um vor allem Ungeimpfte zu schützen.“

Nach Worten des bayerischen Gesundheitsministers Klaus Holetschek (CSU) dürfe es angesichts der angespannten Corona-Lage „keine Tabus“ geben. Er schließe im Moment gar nichts aus, sagte er dem Bayerischen Rundfunk (BR). Also auch keinen Lockdown. Damit bezieht er sich auf ganz Deutschland.

„Wir haben bei der Inzidenz gemerkt die letzten Tage, dass es sich ein bisschen stabilisiert hat auf sehr hohem Niveau. Aber das Dramatische ist die Belastung der Krankenhäuser“, sagte Klaus Holetschek. In den Kliniken tue man derzeit alles, um die Kapazitäten zu erhöhen. „Das Thema ist natürlich, dass das Personal knapp ist. Das brauchen wir natürlich, um die Betten auch betreiben zu können.“

In vielen Bundesländern gilt spätestens seit den jüngsten Beschlüssen der Bund-Länder-Runde Angela Merkel (CDU) ein Lockdown für Ungeimpfte - aufgrund der 2G-Regel im Freizeitbereich. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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