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Corona-Plan für den Winter: 2G in Hotspots und Booster-Impfung für alle

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Von: Hannah Decke

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Die Corona-Zahlen schießen in die Höhe. Experten schlagen Alarm. Die Gesundheitsminister von Bund und Länder haben sich beraten. Das sind die Ergebnisse.

Update vom 5. November, 13.22 Uhr: Die Gesundheitsminister von Bund und Länder haben sich bei ihren Beratungen über den Corona-Plan für den Winter auf drei Punkte geeinigt.

Die Konferenz der Gesundheitsminister hat eine Ausweitung der Testpflicht in Alten- und Pflegeheimen beschlossen. Man wolle eine „Sicherheitsschleuse“ in den Heimen hinterlegen und dazu ein Bundesgesetz anschieben, sagte Klaus Holetschek (CSU). Demnach sollen etwa geimpfte oder genesene Besucher von Heimen zusätzlich zu Tests verpflichtet werden, die aber kostenlos sein sollen.

Booster für alle: „Vom Grundsatz“ her sollen die Auffrischungs-Impfungen „für alle möglich sein“, kündigt Klaus Holetschek an. Alle Altersgruppen sollen eine Booster-Impfung erhalten, sobald ihre Zweitimpfung sechs Monate zurückliegt. Dafür sähen die Bundesländer unter anderem Impfbusse und Impfzentren vor, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. „Boostern nach sechs Monaten sollte die Regel werden - nicht die Ausnahme.“ Insbesondere gelte dies für Ältere und das Personal von Pflege- und Gesundheitseinrichtungen.

Die 3G-Regelung als Zugangsvoraussetzung soll noch wichtiger und stärker kontrolliert werden. Die 2G-Regelung soll in regionalen Hotspots mit hohen Infektionszahlen eingesetzt werden. Es sei zum ersten Mal Konsens zwischen Bund und allen Ländern, dass es solche 2G-Regelungen geben müsse, sagte Spahn.

Corona-Plan für den Winter - Jens Spahn: „Vor uns liegen sehr schwere Wochen“

Update vom 5. November, 13.11 Uhr: Die vierte Welle kommt mit voller Wucht und hat deutlich an Fahrt aufgenommen, sagt Jens Spahn. Er spricht von einer regionalen Belastung der Krankenhäuser. „Vor uns liegen sehr schwere Wochen“, so der Bundesgesundheitsminister. Es sei wichtig, die Welle jetzt zu brechen.

Update vom 5. November, 13.03 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek äußern sich jetzt zu den Ergebnissen der Gesundheitsministerkonferenz von Bund und Ländern.

[Erstmeldung] Hamm - „Es ist wirklich Alarm.“ Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zeigt sich sehr besorgt über die Corona-Lage in Deutschland. Es müsse dringend gehandelt werden, sonst drohe wieder ein Lockdown. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten am Freitag über weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Um 13 Uhr sollen Ergebnisse verkündet werden. (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Droht der Lockdown? Minister nennt Lage dramatisch - Corona-Gipfel läuft

Droht ein neuer Lockdown? Das Robert Koch-Institut (RKI) nennt die aktuelle Lage in Deutschland „sehr besorgniserregend“. Das RKI meldete am Freitag den bislang höchsten Wert an Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie. Michael Kretschmer sagte im Deutschlandfunk, die derzeitige Welle sei „heftig“, weshalb dringend gehandelt werden müsse. „Wir haben keine Zeit“, so der Ministerpräsident von Sachsen.

Dass es wirklich erneut zu einem Lockdown kommt, ist laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn allerdings unwahrscheinlich. Spahn betonte bei RTL, der entscheidende Unterschied zu 2020 sei, dass man jetzt das Instrument des Impfens habe. Es sei auch wieder „ziemlich viel Alltag möglich“. „Wichtig ist nur, dass dies ein Alltag mit Vorsicht ist und auch bleibt“, mahnte Spahn. Mit 3G-Regeln für Geimpfte, Genesene und Getestete oder 2G-Regeln nur für Geimpfte und Genesene in Regionen mit hohen Infektionen.

Mit der 2G-Regel würde der Lockdown für Ungeimpfte kommen. Erste Bundesländer wenden die harte Corona-Regel schon an. Als erstes Bundesland will Sachsen eine landesweite 2G-Regelung beschließen. Das Kabinett will in Dresden am Freitagnachmittag dazu eine Verordnung mit schärferen Corona-Auflagen auf den Weg bringen. 

Corona-Lage in Deutschland spitzt sich zu - „Die Kliniken laufen voll“

Besorgt schaut die Politik aktuell vor allem auf die Lage in den Krankenhäusern. Klinikleiter und Chefärzte sprechen von einer angespannten Lage auf den Intensivstationen. „Die Kliniken laufen voll“, sagte Landshuts Landrat Peter Dreier am Freitag. In der bayrischen Stadt würden vor allem ungeimpfte Corona-Patienten im Krankenhaus liegen.

Bei den Beratungen der Gesundheitsminister stehen vor allem die Booster-Impfungen im Fokus. Aber auch eine Test- oder sogar Impfpflicht in Alten- und Pflegeheimen wird diskutiert. Jens Spahn warb in den ARD-Tagesthemen für die Einführung einer „Testpflicht in Alten- und Pflegeheimen per Bundesgesetz“. Der Präsident des Deutschen Landkreistags, Reinhard Sager, plädierte in den Zeitungen der Funke Mediengruppe zudem für eine Impfpflicht bei Pflegekräften.

Eine allgemeine Impfpflicht steht weiterhin nicht im Raum. Hendrik Wüst*, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, hält die Forderung nach einer Impfpflicht allerdings für „total nachvollziehbar“. Anschließen wollte er sich der Forderung aber nicht. Er sei sich nicht sicher, „ob immer mehr Druck auf die Nichtgeimpften am Ende“ wirklich helfe. (mit dpa-Material) *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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