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Linken-Parteivorsitz: Neue Kandidaten bekannt - mit „vielen Hausaufgaben“ von den Wählern

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Die Bundesvorsitzende Janine Wissler als Schatten auf einer Wand mit der Aufschrift „Die Linke“.
Die Bundesvorsitzende Janine Wissler spricht auf dem niedersächsischen Landesparteitag (Archivbild). © Swen Pförtner/dpa

Die Linke will sich neu aufstellen - nun werden dafür weitere Namen bekannt. Die Kandidaten machen deutlich, worum es ihnen geht.

Berlin - Der sächsische Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann und der Europaabgeordnete Martin Schirdewan haben ihre Kandidaturen für den Parteivorsitz der Linken angekündigt. Pellmann sagte am Dienstag (24. Mai) in Berlin, er wolle „in einer schwierigen Situation für meine Partei konkrete Verantwortung übernehmen“. Zuvor hatte Schirdewan seine Kandidatur bestätigt. Die derzeitige Parteichefin Janine Wissler will trotz der jüngsten Wahlniederlagen erneut antreten. Die Linke wählt auf einem Parteitag Ende Juni in Erfurt ihre Spitze neu.

Linke bald mit neuer Spitze: „Mehr miteinander als übereinander reden“

Pellmann sagte bei einer Pressekonferenz in Berlin, es gehe für die Linke künftig darum, „mehr miteinander als übereinander zu reden“. Der Bundestagsabgeordnete betonte zur inhaltlichen Ausrichtung: „Die Linke steht wie keine andere Partei für die soziale Frage.“ Als weiteren Schwerpunkt nannte er, „klare Kante gegen Rechtsextreme“ zu zeigen.

Schirdewan sagte am Dienstag dem ARD-Hauptstadtstudio, es wäre ihm „eine große Ehre, wenn der Parteitag mich zum Parteivorsitzenden wählt“. Die Linke befinde sich in einer schwierigen Phase. Er traue sich zu, „in einem Team, das vertrauensvoll zusammenarbeitet, die Partei aus dieser Krise zu führen“. Es gehe darum, das Profil „als moderne sozialistische Gerechtigkeitspartei wieder stärken“.

Linke im Umbruch: „Wir haben offensichtlich viele Hausaufgaben zu erledigen“

Mit Blick auf die Serie von Wahlniederlagen sagte Schirdewan: „Wir haben offensichtlich viele Hausaufgaben zu erledigen, das haben uns die Wählerinnen und Wähler gesagt.“ Gebraucht werde eine „programmatische Erneuerung“ der Linken. „Das betrifft für mich vor allem die Versöhnung der sozialen und ökologischen Frage.“

Als weiteren Schwerpunkt nannte Schirdewan den digitalen Wandel aus der Perspektive der abhängig Beschäftigten und derjenigen, die sich die Teilhabe am technologischen Fortschritt nicht leisten können. Auch Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik müssten von der Partei neu definiert werden. „Und wir brauchen eine strukturelle Erneuerung, die unter anderem auch die bei uns aufgetretenen Sexismus-Vorwürfe aufgreift und uns wirklich erkennbar zu einer feministischen Partei machen“, fügte er hinzu.

Linke mit Schirdewan und Pellmann: Im Juni soll neue Spitze kommen

Schirdewan ist Ko-Fraktionsvorsitzender der Linken im EU-Parlament. Der 46-Jährige wurde in Ost-Berlin geboren, arbeitete als Politikwissenschaftler und zog 2017 als Nachrücker erstmals ins EU-Parlament ein.

Der 45-jährige Pellmann errang bei der Bundestagswahl im vergangenen September das Direktmandat im Wahlkreis Leipzig II. Er sitzt seit 2017 im Bundestag. Der Grundschullehrer ist Ostbeauftragter der Linken-Bundestagsfraktion und Sprecher für Inklusion und Teilhabe.

Im April war Wisslers Co-Parteivorsitzende Susanne Hennig-Wellsow nach nur 14 Monaten zurückgetreten. Als Gründe nannte sie neben privaten Motiven die gescheiterte Erneuerung der Partei und die Berichte über sexuelle Übergriffe bei der hessischen Linken. (AFP)

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