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Krankenkassen-Zusatzbeitrag steigt 2023 - „noch stärkere Erhöhung“ erwartet

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Von: Simon Stock

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Alles wird teurer. Bald müssen Millionen Deutsche auch mehr Geld für die gesetzliche Krankenkasse zahlen. Bei dieser Erhöhung könnte es sich nicht um die letzte handeln.

Berlin - Das Leben in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland wird immer teurer: Lebensmittel, Sprit, Heizen und vieles mehr. Auf Millionen Menschen kommen künftig noch höhere Kosten zu, denn der Zusatzbeitrag für die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) soll ab 2023 um 0,3 Prozentpunkte steigen. Damit will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) das milliardenschwere Finanzloch stopfen.

Eine Steigerung um 0,3 Prozentpunkte klingt nach wenig, doch eine Modellrechnung zeigt, wie viel Geld aus den Portemonnaies von Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen wie etwa DAK, AOK, Techniker oder Barmer verschwindet. Durchschnitts-Verdiener (4000 Euro brutto im Monat) zahlen 72 Euro mehr pro Jahr. Immerhin: Leistungskürzungen soll es nicht geben. Schon im Juli 2022 gibt es wichtige Änderungen. Vor allem im finanziellen Bereich.

Krankenkassen: Ab 2023 Erhöhung des Zusatzbeitrags für gesetzlich Versicherte

Hintergrund der Beitragserhöhung ist ein Defizit von 17 Milliarden Euro bei den Krankenkassen. Sie bringt bis zu 5 Milliarden Euro ein. Lauterbach sprach von einer „schwierigen Situation“ und einem „historischen Defizit“. Er kritisierte Jens Spahn (CDU) scharf: „Ich habe dieses Defizit im Wesentlichen von meinem Vorgänger geerbt.“

Mit diesen Maßnahmen will Lauterbach die Finanzen der GKV in den Griff bekommen:

Endgültig festgelegt wird der durchschnittliche Zusatzbeitrag für gesetzlich Versicherte durch einen offiziellen Schätzerkreis erst im Herbst 2022. In diesem Jahr bekommen die Kassen schon einen aufgestockten Bundeszuschuss von 28,5 Milliarden Euro. Damit sollte der durchschnittliche Zusatzbeitrag vorerst bei 1,3 Prozent gehalten werden.

Höherer Zusatzbeitrag bei Krankenkassen: Karl Lauterbach braucht Milliarden

Die konkrete Höhe ihres jeweiligen Zusatzbeitrags für die Versicherten legen die Krankenkassen selbst fest. Der gesamte Beitrag umfasst daneben den allgemeinen Satz von 14,6 Prozent des Bruttolohns.

Gesundheitsökonomen gehen wegen der Auswirkungen des Ukraine-Krieges und der hohen Inflation gar von einem deutlich höheren Defizit aus. Die Rede ist von bis zu 25 Milliarden Euro. DAK-Chef Andreas Storm (58) warnte, dass durch Lauterbachs Pläne lediglich in die Zukunft verschoben würde. „2024 droht den Versicherten dann die nächste, noch stärkere Beitrags-Erhöhung“, sagte er Bild.

Der Heizkostenzuschuss 2022 soll für Abhilfe bei den hohen Energiekosten sorgen. Wer bekommt wie viel Geld? Wann ist die Auszahlung?

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