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Kontaktbeschränkungen nach wie vor möglich: Was auf Ungeimpfte zukommen könnte

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Von: Kristina Köller

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Kontaktbeschränkungen könnten auch nach Ablauf der epidemischen Lage am 25. November gelten. Dafür sorgen die Ampel-Fraktionen. Das kommt auf Ungeimpfte zu.

Hamm - Kontaktbeschränkungen sind im Kampf gegen die Corona-Pandemie lange Zeit die Maßnahme schlechthin gewesen - und gleichzeitig schmerzhaft und ungeliebt. Nach einem weitgehend normalen Sommer steigen die Infektionszahlen nun seit Wochen wieder rasant an. Es wird wieder über Regeln und Maßnahmen diskutiert. Kommen so kurz vor Weihnachten wieder Kontaktbeschränkungen? (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Kontaktbeschränkungen: Ungeimpfte müssen mit Einschränkungen rechnen

Die Ampel-Fraktionen SPD, Grüne und FDP haben ihre Pläne für künftige Maßnahmen nachgeschärft. Die Möglichkeit der Kontaktbeschränkungen haben sie - anders als erst geplant - nicht abgeschafft. Das geht aus einer Vereinbarung hervor, die unter anderem der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Im Fokus stehen dabei allerdings derzeit Ungeimpfte. Dirk Wiese, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, sagte am Montag im ZDF-Morgenmagazin: „Wir werden den Ländern es ermöglichen, 2G plus, 2G- und 3G-Maßnahmen je nach dem Infektionsgeschehen auf den Weg zu bringen. Hierzu kommen letztendlich Kontaktbeschränkungen gerade auch für Ungeimpfte und 3G letztendlich am Arbeitsplatz. Das ist faktisch ein Lockdown für Ungeimpfte, der hier auf den Weg gebracht wird.“

Kontaktbeschränkungen wegen Corona wäre ein „Lockdown für Ungeimpfte“

Ohne die Verschärfungen der bisherigen Pläne wären bestimmte Maßnahmen nach dem Auslaufen der epidemischen Lage zum 25. November nicht mehr möglich. Zwar halten die koalitionsbildenden Parteien daran fest, dass der Epidemie-Sonderstatus ausläuft. Doch bestimmte Beschränkungen sollen trotzdem möglich bleiben. So auch die Kontaktbeschränkungen, die im privaten und im öffentlichen Raum angeordnet werden können.

Menschen stehen in einer Schlange vor dem Coronavirus-Impfzentrum Exhibition Centre. Es werden Proteste gegen den Lockdown erwartet.
Kommen wieder Kontaktbeschränkungen in Deutschland? Angesichts der Corona-Situation, die sich dramatisch verschärft, ist das nicht ausgeschlossen - im Fokus stehen Ungeimpfte. © James Ross/dpa

Zum Hintergrund: Die Änderung des Infektionsschutzgesetzes ist in den Bundestag bereits eingebracht. Die vereinbarten Verschärfungen müssen also nachträglich eingefügt werden. An diesem Montag, 15. November, steht die zum Gesetzgebungsverfahren gehörende Anhörung von Experten an. Am Donnerstag soll der Bundestag dann abstimmen.

„Das Gesetz kriegt jetzt eine neue Rechtsgrundlage, eine sicherere Rechtsgrundlage“, sagte Grünen-Co-Chef Robert Habeck in der ARD. „Wir nehmen nur die Möglichkeit weg: flächendeckenden Lockdown ohne Unterscheidung für Geimpfte und Ungeimpfte.“

Kontaktbeschränkungen wegen Corona: Das sagen Experten

Kontaktbeschränkungen waren in den vergangenen Tagen immer wieder Gegenstand von Forderungen aus der Wissenschaft. Experten hatten die Option, auf das Instrument Kontaktbeschränkungen gänzlich zu verzichten, kritisiert. So sagte etwa der Virologe Hendrik Streeck aus Bonn der dpa: „Wir werden nicht darum herumkommen, dass wir in gewisser Weise wieder Kontaktbeschränkungen haben werden und dass man Großveranstaltungen in dieser Form vielleicht nicht mehr durchführen kann - oder wenn, dann nur unter strengen Auflagen.“ Wie der Experte erläuterte, seien Veranstaltungen mit PCR-Test-Pflicht für Ungeimpfte und Antigen-Schnelltest-Pflicht für Geimpfte und Genesene möglich.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist persönlich aber der Überzeugung, dass „eine sehr strenge 2G-plus-Regelung bei Veranstaltungen und 2G überall“ wirkungsvoller sei als Kontaktbeschränkungen, wie er in der Bild-Sendung „Die richtigen Fragen“ sagte. 2G meint: Zutritt nur für Geimpfte und Genesene - 2G plus: nur für diese Gruppe, wenn sie zusätzlich getestet ist. „Das entspricht für die Ungeimpften einer Art Lockdown“, erklärte Lauterbach.

Angesichts der aktuellen Corona-Welle will die Bundesregierung auch die Homeoffice-Pflicht und 3G am Arbeitsplatz wieder einführen.

Seit Samstag, 13. November, können sich Menschen in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern wieder kostenlos auf Corona testen lassen. Zahlreiche Testzentren haben Verordnungen von Bund und Land innerhalb weniger Stunden umgesetzt. An manchen Standorten gab es einen regelrechten Run. - Mit Material von dpa

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