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Corona-Gipfel: Forderung nach weiteren Kontaktbeschränkungen - nicht alle dafür

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Von: Marcel Guboff

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Für strengere Kontaktbeschränkungen spricht sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach vor dem Corona-Gipfel aus. Der Grund: Omikron. Es gibt Gegenstimmen.

Hamm - Wegen der Ausweitung der ansteckenderen Omikron-Variante des Coronavirus kommen auf Deutschland wohl neue Corona-Regeln zu. Bund und Länder werden sich dazu auf der Ministerpräsidentenkonferenz am Freitag, 7. Januar, beraten. Neben einer Änderung der Quarantäne-Maßnahmen insbesondere mit Blick auf die kritische Infrastruktur könnte es darüber hinaus zu strengeren Kontaktbeschränkungen kommen.

Deutscher Bundesminister für GesundheitKarl Lauterbach
Geboren21. Februar 1963, Düren
PartnerinSozialdemokratische Partei Deutschlands

Corona-Gipfel: Forderung nach weiteren Kontaktbeschränkungen - nicht alle sind dafür

Seit dem 28. Dezember gilt in Nordrhein-Westfalen wie - teils schon einige Tage eher - auch in allen anderen Bundesländern: Private Treffen drinnen wie draußen sind nur noch mit maximal zehn Personen erlaubt. Wer nicht geimpft oder genesen ist, darf bei allen privaten Kontakten nur noch den eigenen Haushalt sowie zwei weitere Personen eines anderen Haushaltes treffen.

Um Omikron auszubremsen, könnte das unter Umständen nicht reichen. So deutete es zumindest Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) an. „Ich glaube, dass wir jetzt vor der großen Omikron-Welle, die wir hier versuchen abzuwenden oder abzuschwächen, noch mal über Kontaktbegrenzungen sprechen müssen“, sagte der Epidemiologe am Mittwoch im heute-Journal des ZDF.

Er selbst hielte eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen für notwendig, räumte er ein. „Wir müssen hier mit Augenmaß vorgehen und unsere Maßnahmen wirken, auch das muss man sagen. Aber wir werden wahrscheinlich noch einmal zulegen müssen.“

Strengere Kontaktbeschränkungen wegen Corona-Variante Omikron für Söder zu früh

Grünen-Fraktionschefin Britte Haßelmann setzt derweil auch auf eine Verringerung der Kontakte auch im Beruf. „Wir befinden uns in einer schwierigen Phase der Pandemie“, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe . Zusätzliche Schutzmaßnahmen seien erforderlich. „Das gilt für weitere Kontaktbeschränkungen, nicht nur im Privaten, sondern auch bei der Arbeit. Homeoffice sei da nach Aussage der Grünen-Fraktionschefin „ein zentraler Baustein. Das muss jetzt wieder mehr Anwendung finden.“

Wie sehr Bund und Länder seiner Ansicht nach zulegen müssten, äußerte Karl Lauterbach nicht. Er wolle vor dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern am Freitag „wirklich niemandem vorgreifen“, sagte er beim TV-Sender Bild. „So etwas muss gut vorbereitet sein und muss nachher im Einvernehmen von allen beschlossen werden.“

Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, aufgenommen in seinem Büro im temporären Bau des Gesundheitsministeriums in der Mohrenstraße, kurz vor seiner Teilnahme an der Videokonferenz des Expertenrat der Bundesregierung zur Corona Pandemie
Corona-Gipfel: Forderung nach weiteren Kontaktbeschränkungen - nicht alle sind dafür © Michael Kappeler/dpa

Karl Lauterbach hielt sich dahingehend wohl deshalb bedeckt, weil diesen Vorschlag von weiteren Kontaktbeschränkungen zur Abschwächung von Omikron nicht alle mitgehen würden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält mögliche Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) zu diesem Thema womöglich für zu früh, „weil wir da noch etwas im Nebel stochern werden“, sagte er beim TV-Sender Bild: „Wenn es weitere Maßnahmen geben sollte, dann müssen die gut wissenschaftlich begründet sein.“ Dazu forderte Markus Söder bundesweit einheitliche Corona-Regeln bei Kontaktbeschränkungen. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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