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Kontaktbeschränkungen an Weihnachten? Ministerpräsident nennt Marschroute

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte. Drohen strengere Regeln schon an Weihnachten?

Hamm - „Klar ist, dass es über Weihnachten zahlreiche Familienkontakte geben wird. Die werden nach aller Erfahrung auch wieder für eine Reihe von Ansteckungen sorgen“, sagte Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) in einem Interview mit der Zeitung „Die Welt“. In der nächsten Bund-Länder-Runde will er über Kontaktbeschränkungen in der Zeit nach Weihnachten sprechen - auch für Geimpfte. Damit soll die aktuelle Infektionsdynamik - die Corona-Zahlen in NRW und Deutschland sind weiter hoch - abgemildert werden.

BundeslandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf

Kontaktbeschränkung für Geimpfte: Ministerpräsident Weil will Weihnachten abwarten

„Die Lage ist dramatisch ernst. So ernst wie noch zu keinem Zeitpunkt in dieser Pandemie“, hatte der bis Mittwoch (8. Dezember) noch geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zuletzt gesagt. Der bisherige Verlauf der Corona-Pandemie habe gezeigt: An Forderungen und Empfehlungen halten sich viele Menschen in Deutschland nicht. Um wirklich etwas an der Situation zu ändern, waren im Normalfall klare Regeln und Maßnahmen nötig.

Bund und Länder haben sich beim letzten Corona-Gipfel bereits auf bundesweit gültige Kontaktbeschränkungen geeinigt. Seit dem 4. Dezember gilt auch in NRW:

Stephan Weil (SPD)
Stephan Weil (SPD) ist seit Februar 2013 Ministerpräsident von Niedersachsen. © Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

Stephan Weil hatte bereits Ende November erstmals eine „verlängerte Weihnachtspause“ ins Spiel gebracht. Am Donnerstag (9. Dezember) steht die nächste Ministerpräsidentenkonferenz an mit dem bis dahin wahrscheinlich gewählten neuen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und dem neuen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).

„Dann werden wir uns natürlich auch Gedanken darüber machen müssen, wie es nach Weihnachten weitergehen soll“, sagte Weil. Dies hänge vom Infektionsgeschehen und der Lage auf den Intensivstationen ab, sprich der Hospitalisierungsrate.

Kontaktbeschränkung für Geimpfte nach Weihnachten: Feier zum Jahreswechsel

In Niedersachsen gilt mittlerweile die Warnstufe 2 mit der 2G-Plus-Regel. Das bedeutet, auch Geimpfte müssen einen tagesaktuellen Test für viele Bereiche des Lebens vorlegen. Ausgenommen sind seit Freitag (3. Dezember) Menschen mit einer Boosterimpfung.

Bei einer solchen „verlängerten Weihnachtspause“, wie sie Weil vorschlägt, dürfte der Jahreswechsel in vielen Familien anders gefeiert werden als in den vergangenen Jahren. Bereits jetzt steht fest: An Silvester 2021/22 gibt es ein Böllerverbot.

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